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M2M Minutes: Die IoT-Prominenz spricht

Diana Kupfer
© S&S Media

Die M2M-Nachrichten der Woche, wie immer kurz und bündig. Diesmal haben wir u. a. Statements von zwei IoT-VIPs eingefangen.

Eben Upton: Ein Rasperry Pi für das IoT – jetzt aber wirklich!

Die Raspberry Pi Foundation bastelt offenbar an einem Raspberry Pi, der speziell für das Internet der Dinge bestimmt ist. Entsprechende Andeutungen machte der Gründer der Stiftung Eben Upton in einem Interview auf der Konferenz GigaOM Mobilize. Hintergrund ist, dass der jetzige Formfaktor noch nicht für den eingebetteten Einsatz optimiert wurde, da der Einplatinencomputer ursprünglich nur als Bildungsprojekt vorgesehen war.

2009 bereits hatte Eben Upton, damals erst 31 Jahre jung, gemeinsam mit Lehrern, Universitätsangestellten und Technikbegeisterten die Raspberry Pi Foundation gegründet. Ziel der gemeinnützigen Stiftung ist es, Kindern und Jugendlichen einen spielerischen Zugang zur Informatik zu verschaffen. 2011 gingen die ersten Boards in die Produktion, Anfang 2012 kamen die ersten Pis auf den Markt. Bis heute wurden fast zwei Millionen Stück verkauft. Dass der Pi nicht nur als pädagogischer Taschencomputer, sondern auch als Baustein für das Internet der Dinge eine steile Karriere hinlegen würde, hätte Upton nie gedacht, wie er im Interview zugibt. „It isn’t actually designed to be embedded into stuff.“

Intelligente Zähler haben Konjunktur

Schwindelerregend hohe Wachstumsprognosen für den Smart-Meter-Markt: Laut einer neuen Studie des Forschungs- und Beratungsinstituts GlobalData wird sich der Wert des Marktes für drahtlos kommunizierende Module in den nächsten Jahren verdoppeln. 2012 betrug dieser noch 532 Millionen US-Dollar, 2020 soll bereits ein Wert von 1,3 Milliarden erreicht sein – bei einer jährlichen Wachstumsrate von 12%. Nordamerika, bisher schon eine treibende Kraft in diesem Sektor, werde auch weiterhin die Nase vorn haben, so die Analysten. Aber auch Europa sei auf dem Vormarsch, vor allem dank der wachsenden Märkte in Großbritannien, Dänemark und Irland. Zu den größten Markthemmnissen zählen der Studie nach eine unzureichende Netzabdeckung sowie hohe Betriebskosten.

 Kevin Ashton: IoT auf Rädern

Kevin Ashton höchstselbst (ja, richtig: der Mann, der 1999 den Begriff „Internet der Dinge“ prägte) hat sich mit einem interessanten Beitrag zum RFID Journal zu Wort gemeldet. Darin regt er an, die Vernetzung von Sensoren im Automobilbereich weiter voranzutreiben. RFID-(Radio Frequency Idenfication-)Technologien seien dort bereits seit 25 Jahren im Einsatz und Sensoren in Automobilsystemen ohnehin omnipräsent. Was bisher fehle, sei, dass diese Sensoren auch untereinander kommunizieren. Ashtons Vision:

A modern car is a sensor platform on wheels, but few of the sensors communicate with each other, and fewer still communicate beyond the vehicle. The next step is for them to converge into a single, coordinated system, first as part of a connected vehicle, then as part of a connected city, providing a range of services from navigation assistance and maintenance management to entertainment and interpersonal communication.

Hinzu komme, dass innerhalb der nächsten zehn Jahre die ersten Smart Cars Marktreife erreichen und in 20 Jahren bereits überall im Einsatz sein könnten. Dann stünde einer umfangreichen Vernetzung zwischen Autos und dem Internet der Dinge nichts mehr im Wege. Wenn sich dann noch Reisegewohnheiten und soziale Netzwerke miteinander verquicken, könnte das zu ganz neuen sozialen Konstellationen führen: „Carmunities“. Wieder so eine originelle Ashton’sche Wortschöpfung.

Fuse – der Autoflüsterer

Kevin Ashton gehört eindeutig zur Zielgruppe unseres Kickstarter-Projekts der Woche: Dieses heißt schlicht und einfach Fuse und verspricht, den Benzinverbrauch des eigenen PKWs zu überwachen, bei der Wartung zu assistieren und Fahrtrouten mit denen von Bekannten abzustimmen, um Fahrgemeinschaften zu bilden. Möglich wird das Ganze durch einen Sensor, eine mobile App und eine Personal Cloud. Der Sensor wird in die OBD-2-Diagnosebuchse gesteckt, kann in den USA also in Fahrzeugen ab Baujahr 1996 und in der EU in Fahrzeugen ab Baujahr 2001 verwendet werden.

Nach den ersten acht Tagen ist das Projekt fast zu einem Drittel finanziert. Neben der Datensicherheit einer Private-Cloud-Speicherung scheint es wohl die Kombination der drei praktischen Funktionalitäten zu sein, die überzeugt. Die Aktion läuft noch bis 15. November.  

M2M auf der EclipseCon Europe

Paho, Koneki, Mihini, Concierge, SCADA, Ponte, Kura, Krikkit – die M2M-Projekte bei Eclipse sind längst nicht mehr an einer Hand abzuzählen. Kein Wunder, dass der M2M-Boom sich auch im Programm der EclipseCon Europe widerspiegelt, die nächste Woche in Ludwigsburg stattfindet. Die zehn Sessions, die Ian Skerrett, Marketing-Leiter der Eclipse Foundation, in seinem Blog auflistet, ergeben zusammen mit dem Treffen der M2M Working Group am Montagnachmittag fast schon eine eigene kleine Unterkonferenz, im wahrsten Sinne „eingebettet“. Auch wir von JAXenter und vom Eclipse Magazin sind dabei. See you there!

Geschrieben von
Diana Kupfer
Diana Kupfer
Diana Kupfer war Redakteurin bei S&S Media für die Zeitschriften Java Magazin, Eclipse Magazin und das Portal JAXenter. 
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