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Service Mesh im Kommen – der 7. CNCF Survey ist da

Jean Kiltz

© Shutterstock / dtosh

Zum siebten Mal hat die Cloud Native Computing Foundation (CNCF) ihren Survey über die Nutzung von Microservices und Containern veröffentlicht. Befragt wurde die CNCF Community, die sich aus Entwicklern von Firmen aus der ganzen Welt zusammensetzt. Festzuhalten ist, dass sich binnen eines Jahres der Einsatz von Serverless-Technologien um ein Drittel erhöht hat. Für die Macher der Studie ist vor allem erfreulich, dass die eigenen Softwareprojekte offensichtlich großen Anklang finden bei der Community. Zum ersten Mal kam auch die Frage nach der Verbreitung von Service Meshes auf.

Auch in dieser Umfrage ist Kubernetes wieder das beliebteste CNCF-Projekt bei den 1337 Befragten. Ebenfalls größerer Beliebtheit als 2018 erfreuen sich sowohl das Monitoring-System Prometheus als auch CoreDNS. Ein weiteres Augenmerk ist auf die Nutzung von Container-Technologie allgemein zu legen. Die Verwendung dieser Technologie in der Produktion ist im Gegensatz zu 2016 (23%) auf 84% für 2019 und damit durch die Decke gesprungen.

Methodologie und demographische Angaben

Im Gegensatz zur letzten Umfrage mit 2400 Teilnehmern ist die Zahl der von September bis Oktober 2019 Befragten auf wenig mehr als die Hälfte zusammengeschrumpft. Die Firmen der meisten Teilnehmer stammen aus der Software- (23 Prozent) und Technologiebranche (22 Prozent). Interessanterweise kommen weitere 10% der Befragten aus dem Bereich der Finanzdienstleistung. Den Mitarbeiterzahlen zufolge beschäftigen rund die Hälfte der Organisationen weniger als 1000 Angestellte.

Die meisten der Teilnehmer kommen mit 41 Prozent aus dem Bereich der Software-Architektur, knapp dahinter mit 39 Prozent rangieren DevOps-Manager. Ein erstaunlich großer Block an Befragten (20%) konnte sich keiner Job-Bezeichnung zuordnen.

Application Develepmont und Delivery

Festzuhalten ist, dass sich die Geschwindigkeit, mit der Releases durchgeführt werden, enorm gesteigert hat. So verdoppelte sich beinahe die Zahl der täglichen Veröffentlichungen (28% 2019) im Gegensatz zu 2018. Ähnlich viele Befragte publizierten wöchentlich neue Updates. Die CNCF begründet dies damit, dass die Firmen mehr DevOps-Team haben, CI/CD-Tools ver- und agile Methoden anwenden. Allerdings haben sich auch im Gegensatz zu 2018 die Antwortmöglichkeiten geändert und der Bereich der Zeitangabe „Other“ bei der Häufigkeit von Releases ist von 32 Prozent auf 6 Prozent gesunken. Es ist also davon auszugehen, dass die Erhöhung der Antwortmöglichkeiten für eine gänzlich andere Verteilung gesorgt hat.

Bei der Frage, ob bei der Veröffentlichung eher CI, CD oder hybride Methoden angewandt worden sind, hat sich im Gegensatz zu 2018 nicht allzu viel getan. Auffällig hier ist, dass nur noch etwas mehr als jede zehnte Organisation ihre Releases manuell durchführt und sich stattdessen für eine hybride Methode entschieden hat, also eine Kombination aus manuell und automatisch. Ebenso häufig entschieden sich die Firmen für eine automatisierte Form der Veröffentlichung. Am beliebtesten sind hier die Tools Jenkins (58%) und GitLab CI/CD (34%).

Cloud und Container

Die Annahme aus dem letzten Jahr, dass ein Großteil der Unternehmen und Entwickler eher hybride Cloud-Umgebungen nutzt, bestätigte sich nicht völlig. Dennoch gab beinahe jeder Vierte bei der Multiple-Choice-Befragung an, auf eine solche Lösung zu setzen. Public Clouds bleiben aber weiterhin bei zwei Dritteln der Teilnehmer die beliebtesten Umgebungen.

Der Einsatz von Containern ist in beinahe allen Bereichen gestiegen. Nur bei Proof of Concept kehrte sich der Negativtrend der letzten Jahre nicht um. Trotzdem nutzen weiterhin neun von zehn Befragten eine Container-Technologie. Im Feld der Produktion hat die Anwendung der Software noch einmal einen großen Sprung gemacht: Arbeiteten 2018 noch rund drei Viertel mit Containern, sind es dieses Mal 84% der Befragten. 14 Prozent weitere Teilnehmer gaben an, diese Technologie in der Zukunft einsetzen zu wollen.

Die Anzahl der genutzten Container in der Produktion stieg für diese Umfrage deutlich an. So verwenden 55% der Befragten mehr als 250 Container. Weniger als 50 nutzen nur noch 17 Prozent, vormals 29 Prozent.

Container-Management

Auf die Frage hin, welche Container-Software genau in ihrer Organisation verwendet wird, antworteten 89%, dass sie mindestens eine der mehr als 109 existierenden Kubernetes-Werkzeuge benutzen. Das ist ein relativer Anstieg um knapp 15% zum Vorjahr. Für Docker-Lösungen entschieden sich im Gegensatz zu letztem Jahr auch weit mehr Firmen. Verwendete 2018 noch jeder Fünfte diese Container-Technologie, sind es bei der aktuellen Umfrage mit Docker Desktop und Docker EE/CE zusammen nahezu jeder Zweite.

Service Mesh und Cloud Native Storage

Erstmals wurde in dem Survey die Frage nach der Anwendung von Service Meshes gestellt. In der Produktion ist die Methode noch nicht weit verbreitet. Nur knapp jeder Fünfte gab an, einen Server Mesh zu benutzen. Immerhin fast die Hälfte prüft im Moment die Nutzung dieser Werkzeuge für die Verwaltung der Infrastruktur. Die CNCF erwartet einen Sprung in der Verwendung in den kommenden Umfragen, da die gesamte Methode noch relativ neu ist. Am häufigsten zum Einsatz kommt das Service Mesh Consul, dicht gefolgt von Istio und Netflix OSS Zuul. Für die zukünftige Nutzung werden am häufigsten Istio und Linkered genannt.

Auch bei den Cloud Native Storages wird sich in den nächsten Jahren wahrscheinlich einiges verändern. Für die jetzige Umfrage gaben nur 14% der Befragten an, dass sie bereits eine solche Technologie verwenden. Weitere 27 Prozent antworteten, dass sie bereits überlegen, ein Storage-Projekt zu nutzen. Nur 5% der Teilnehmer sagten, dass sie bisher gar nicht über die Umsetzung eines Storage-Konzepts nachdenken.

Das beliebteste System ist Amazon Elastic Block Storage, welches von mehr als 75% der Cloud-Native-Storage-Nutzer favorisiert wird. In den kommenden Jahren wird auf Rook zu achten sein, welches bei 50% der Teilnehmer als Storage-Lösung in Betracht gezogen wird.

Serverless

Mittlerweile benutzen 41% der Befragten eine Serverless-Technologie. Im letzten Survey bejahte die Frage nur jeder Dritte. Weitere 20% der Teilnehmer gaben an, dass sie den Einsatz einer solchen Software innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate planen. Zwar beantworteten etwas weniger als letztes Jahr die Frage nach der Verwendung von Serverless-Technologien mit „Nein“, dennoch bleibt der Anteil mit 34 Prozent recht groß.

Das Tool der Wahl unter den Anwendern von gehosteten Plattformen bleibt auch dieses Jahr AWS Lambda (53%) mit großem Abstand vor Google Cloud Functions (18%) und Azure Functions (14%).

Bei installierbaren Serverless-Plattformen ist Knative mit 34 Prozent weit vor OpenFaaS mit 15 und Kubeless mit 11 Prozent voraus. Kubeless hat im Gegensatz zum Vorjahr knapp 30% eingebüßt.

Kubernetes

Unter allen Befragten, die Kubernetes verwendeten, scheint sich die Anzahl genutzter Cluster bei 2-5 einzupendeln. 43% der Studienteilnehmer gaben an, mit Clustern in dieser Größenordnung zu arbeiten.

Um die einzelnen Kubernetes-Anwendungen auseinander zu halten, bevorzugten die meisten Befragten Namespaces im Gegensatz zu getrennten Clustern. Dabei spielt es keine Rolle, ob mit mehreren Teams gearbeitet wird oder nicht.

Wer sich ein genaueres und vollständiges Bild des CNCF Survey machen möchte, findet die gesamte Umfrage hier.

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