Interview mit Andy Bosch

"Kritik an JSF gab es immer wieder – und das ist auch gut so."

JSF wird im kommenden Java EE 7 in der Version 2.2 vertreten sein. Wir sprachen mit JSF-Experten Andy Bosch über die Neuerungen in JSF 2.2 und das Verhältnis der Java Server Faces zu konkurrierenden Webtechnologien wie HTML5.

JSF auf der JAX 2013

Andy Bosch

Andy Bosch können Sie live auf der JAX 2013 erleben (22. bis 26. April 2013):

Auf Erkundungstour in JSF 2.2

Auch wenn sich der Schritt von JSF 2.1 auf JSF 2.2 recht klein anhört, stecken in diesem Minor Release doch eine große Anzahl an Neuerungen. Angefangen von Faces Flows, über HTML5-Support bis hin zu View Actions bietet JSF in der neuen Version viele Verbesserungen. In dieser Session werden praxisnah verschiedene Beispiele aufgezeigt, wie man die neuen Features am besten nutzen kann.

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Alle Infos unter www.jax.de.

JAXenter: JSF besteht jetzt seit gut elf Jahren – in dieser Zeit hat sich in der Webwelt viel verändert. HTML5 und JavaScript haben das Web revolutioniert. Ist JSF auf die neuen Herausforderungen vorbereitet?

Andy Bosch: In der Tat gibt es JSF schon seit einigen Jahren. Die Anfänge der Spezifikation wurden bereits 2001 gemacht, eine öffentliche Version wurde 2004 schließlich freigegeben. JSF hat sich extrem gut in der Industrie etabliert, sehr viele große und mittelständische Firmen setzen auf dieses Framework. Kritik an JSF gab und gibt es immer wieder. Und das ist auch gut so. Die Expert Group muss sich damit auseinandersetzen und passende Antworten liefern, die JSF fit für die Zukunft machen. Genau das passiert momentan, auch in JSF 2.2 sind wieder viele Anregungen aus der Community aufgenommen worden. Klar ist aber auch, dass man an der urtypischen Ausgestaltung dieses Standards, nämlich dass es sich um ein serverseitiges Komponentenframework handelt, kaum etwas rütteln wird. Es bleibt daher für die Zukunft spannend, wie sich JSF auf den Trend einstellt, dass immer mehr im Client, also größtenteils mit JavaScript, erfolgt und nicht mehr auf der Serverseite. An der großen Expert Group und der sehr regen Beteiligung der Community an JSF sieht man deutlich, dass JSF aktiv weiterentwickelt und für die Zukunft vorbereitet wird. Für mich persönlich ist es immer wichtig, dass Anregungen aus der Praxis an die Expert Group nicht auf einem Schreibtisch verstauben, sondern zeitnah in passende Konzepte eingearbeitet werden. Und genau das funktioniert bei JSF zum Glück sehr gut.

JAXenter: Wie genau passt sich JSF dem aktuellen HTML5-Trend an?

Andy Bosch: Hier sollte man zunächst etwas genauer unterscheiden. Die JSF Views werden in der Regel als XHTML-Seiten aufgebaut. Das hat somit erst einmal nichts mit HTML5 zu tun. In den XHTML Views beschreibe ich meine Seite, also welche Eingaben oder Buttons ich benötige. Innerhalb des JSF-Lebenszyklus wird diese View gerendert und das resultierende Markup zum Browser geschickt. Dieses Markup kann HTML, aber auch XSL oder RSS sein. JSF ist nicht auf HTML als Ausgabeformat angewiesen. Somit ist HTML5 nur ein mögliches von vielen Formaten, die JSF schon immer unterstützt hat. Mit JSF 2.2 wird es künftig jedoch so sein, dass standardmäßig der HTML5-Doctype aus den XHTML-Seiten generiert wird.

Ein weiteres wichtiges Feature, das JSF künftig bringt, sind so genannte PassThrough-Attribute. Dies sind Attribute, die für JSF keinerlei Bedeutung haben, aber im resultierenden HTML wichtig sind. Man denke hier z. B. an die data-*-Attribute, die frei definiert werden können und vorwiegend für JavaScript-Funktionen verwendet werden. Ein anderes Beispiel sind die type-Attribute bei input-Tags, z. B. bei <input type=“email“>. Durch die Angabe dieser PassThrough-Attribute können beliebige Attribute ins Markup eingebaut werden und werden mehr wie bislang ausgefiltert.

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