Programmiersprachen einfach lernen

Koans: Neue Programmiersprachen lernen leicht gemacht

Kypriani Sinaris

© shutterstock.com / graja

Koans vereinfachen das Lernen von neuen Programmiersprachen. Dabei kann man sich auf die wesentlichen Features der Sprache konzentrieren. Die Idee ist, in vorgegebenen Code-Schnipseln Lücken zu füllen oder Teile zu korrigieren, um Unit-Tests zu bestehen. Wir stellen das Konzept vor.

Der Begriff Koans stammt eigentlich aus dem Zen-Buddhismus und heißt so viel wie beispielhafte Aussage. In der Welt der Programmiersprachen steht er für Code-Fragmente, anhand derer eine neue Programmiersprache gelernt werden kann. Die einzelnen Koans zum Erlernen einer Sprache bauen aufeinander auf. Die Aufgabe des Schülers ist es, darin Fehler und Lücken zu erkennen und das Code-Fragment so zu ergänzen, dass es Unit-Tests bestehen kann. An jeder Stelle können Koans stoppen, wenn ein Schüler einen Fehler macht und eine Einheit wiederholen sollte.

Auf GitHub finden sich Java Koans, die man sich als Zip-Datei herunterladen kann. In der Zip-Datei finden sich neben dem eigentlichen Übungs-Code, der die Tests bestehen und mit dem eine Anwendung  gebaut werden soll. Außerdem enthält das Paket einen Ordner lib. Darin findet sich der Code aus dem die Koan-Engine aufgebaut ist. Zuletzt kommt mit gradle ein Wrapper für Build-Bibliotheken für Eclipse- und IntelliJ IDEA.

Wer hat’s erfunden?

Die Idee stammt von Jim Weirich. Er hat anhand von Ruby Koans dargestellt, wie man die Programmiersprache Ruby einfach und praktisch lernen kann. Dem Prinzip, nicht funktionierende Unit Tests zu zeigen, folgen alle weiteren Koans, die seitdem entstanden sind. Das Modell verspricht schnelles Feedback, bei dem man sich auf das wesentliche fokussieren kann – denn viele Randbedingungen sind bereits gesetzt. Man kann Koans wie eine Art Lückentext verstehen, den man ausfüllt, damit ein funktionierendes Ganzes daraus entstehen kann.

Koans gibt es zu vielen Sprachen. Von Ruby über Java zu Go und Kotlin ist für jedes sprachliche Interesse etwas dabei. Es ist zudem möglich, eigene Koans zu entwickeln. Mehr Informationen dazu finden Sie beispielsweise auf dieser GitHub-Seite.

Erfahrungen mit Koans

Im Netz gibt es zahlreiche Posts von Entwicklern, die dieses Konzept ausprobiert haben. So ist die Meinung von The Changelog:

Koans are a great way to hone your skills through small exercises.

Vor allem das schnelle Feedback gilt als besonders praktisch. Letztendlich ist das Ziel, so viele Tests wie möglich durch den bearbeiteten Code zu bestehen. Von einem Koan zum nächsten steigt die Schwierigkeitsstufe. Man kann das ganze also vielleicht wie Sprünge von Level zu Level verstehen – und schon wird (eine Art) Spiel daraus. Koans werden nicht für absolute Programmierbeginner empfohlen, wer aber schon etwas Coding-Erfahrung aufweisen kann, der findet sich hier auch in ähnlichen Programmiersprachen zurecht. So meint Laura Diane Hamilton in einem Blogpost dazu:

I wouldn’t necessarily suggest this as a first step if you’ve never done any programming before, because there isn’t really much explanation. (For a good start-from-zero introduction, I’d recommend MIT’s Introduction to Computer Science and Programming (6.00). But if you’re familiar with one or more programming languages already, it’s a great way to add another one in a quick, systematic way.

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Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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