JFrog im Glück

Geldsegen für JFrog: 50 Millionen Dollar Risikokapital gesichert

Michael Thomas

© Shutterstock.com/Singkham

Der israelische Tool-Anbieter konnte sich in einer soeben beendeten Finanzierungsrunde die stolze Summe von 50 Millionen US-Dollar sichern. Das Geld soll in die Aufstockung des Personals, strategische Akquirierungen sowie die Weiterentwicklung der DevOps- und Softwareautomatisierungslösungen fließen.

Es ist einer der bis dato größten Geldsegen im DevOps-Markt überhaupt: In einer dritten Runde konnte JFrog 50 Millionen US-Dollar Risikokapital einsammeln – rund das 5-fache der beiden vorherigen Finanzierungsrunden zusammengenommen.

Das Geld stammt dabei nicht nur von den bereits engagierten Investoren, JFrog konnte mit Scale Venture Partners, Sapphire Ventures, Battery Ventures, Vintage Investment Partners und Qumra Capital zahlreiche neue Geldgeber mit an Bord holen. Den Geldsegen möchte JFrog offenbar nutzen, um seine weltweite Mitarbeiterzahl auf fast 200 zu verdoppeln, und – da sich nach Aussagen des Unternehmens ein organisches Unternehmenswachstum schwierig gestaltet – strategisch ausgerichtete Firmenübernahmen zu tätigen. Selbstredend steht auch die Weiterentwicklung von JFrogs Produktportfolio auf der Agenda.

Erfolgreiche Produkte

Bekannt ist JFrog, das 2014 im Finale im Kampf um den JAX Innovation Award für das „Most Innovative Open Tech Business“ stand, vor allem für zwei Produkte, die auf Open-Source-Technologien basieren.

Lesen Sie auch: JFrog und der Innovationstreiber Open Source

Der Repository Manager Artifactory stellt eine Verwaltungskonsole für binäre Artefakte mit integriertem Rechtesystem bereit. Artifactory kann auch als Proxy zwischen dem verwendeten Buildtool und der Außenwelt agieren. Das zweite JFrog-Produkt ist Bintray, eine Art Hosting-Plattform für Binaries. Anders als etwa bei GitHub geht es bei Bintray nicht um Quellcode-Verwaltung sondern um die Distribution lauffähiger Software-Pakete. Aus Quellcode-Repositories, lassen sich fertige Pakete erstellen, die auf Bintray eine eigene Profil-Seite mit Links zu Bugtracker und Release Notes erhalten.

Zusammengenommen können Bintray und Artifactory als vollautomatisierte Continuous-Delivery-Pipeline betrachtet werden. Als weiterer Grund für den Erfolg von Artifactory und Bintray – weltweit werden JFrog-Produkte von rund 1500 Unternehmen, darunter klangvolle Namen wie Amazon, Google, LinkedIn, MasterCard, Netflix, Tesla, Barclays, Cisco, Oracle, Adobe, Intel und VMware, genutzt – ist der Umstand zu nennen, dass sie im Gegensatz zu vielen Konkurrenzprodukten Plattform-agnostisch sind, d. h. sie arbeiten mit einer breiten Palette an Entwicklertools zusammen.

Der Weg nach vorn

Unter anderem durch die Entwicklungen im Mobile- und Cloud-Computing-Bereich befeuert, stehen Unternehmen heutzutage unter dem Druck, Software immer schneller zur Marktreife zu bringen. Eine bekannte Möglichkeit, mit der zunehmenden Beschleunigung der Softwareentwicklung umzugehen, wurde vom IT-Marktforschungs- und Beratungsunternehmen 451 Research in seinen kürzlich veröffentlichten Prognosen für 2016 explizit hervorgehoben: DevOps, also die enge Verzahnung von Entwicklung und Betrieb und der damit einhergehenden Überwindung von effizienzmindernden Bruchstellen.

Der Verwaltung von binären Artefakten, also den Grundbausteinen, die Entwicklungsteams in Build-Prozessen teilen, kommt im Rahmen dieser Bestrebungen eine besondere Bedeutung zu. In Artefakt-Repositorien, die Schlüsselaktivitäten des End-to-End-Software-Lieferprozesses automatisieren, sieht Shlomi Ben Haim, Mitgründer und CEO von JFrog, denn auch den Knackpunkt bei der schnelleren Veröffentlichung von Software:

„Die Software-Welt […] verlangt nach einer universellen, leistungsstarken Lösung, die alle Technologien und Software-Packages unterstützt. DevOps- und Entwicklerteams verdienen Besseres – sie verlangen nach einer hochverfügbaren und sicheren Multi-Package-End-to-End-Lösung. JFrog Artifactory und JFrog Bintray sind nicht nur eine Docker-Registry bzw. ein npm- oder Maven-Repository; vielmehr geht es darum, wie die größten Unternehmen der Welt ihre Software hosten, verwalten und verteilen.“

Schlussendlich, so Ben Haim weiter, strebt JFrog nach nicht weniger, als die Art und Weise, wie Entwickler und DevOps-Teams Binärartefakte verwalten, zu revolutionieren. Ziel sei es, Lösungen bereitzustellen, die „10 mal besser“ sind als jede vergleichbare Technologie von Docker, Amazon und Co. Die Investoren jedenfalls scheinen davon überzeugt zu sein, dass JFrog das dazu notwendige Rüstzeug mitbringt. Oder, wie Andy Vitus von Scale Venture Partners es ausdrückt:

„JFrog steht im Epizentrum der Verschmelzung von Dev- und Ops-Teams.“

Aufmacherbild: Sprout growing on glass piggy bank von Shutterstock / Urheberrecht: Singkham

Verwandte Themen:

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
400
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: