Jeder kann ein Code-Schmied sein

Michael Thomas
© Shutterstock/McCarthy's PhotoWorks

Unter anderem Urgesteine wie „Uncle“ Bob Martin vergleichen das Schreiben von Code zuweilen mit althergebrachter Handwerkskunst: Programmierer können Code (noch) nicht einfach am Fließband produzieren. Eine weitere Analogie ist, dass viele Projekte zwar Routine darstellen, manchmal jedoch auch Aufträge zu bearbeiten sind, die Kreativität und meisterhaftes Können erfordern.

Doch wie wird man zum „Code-Schmied“? Muss man sich erst vom Lehrling zum Gesellen, und dann zum Meister hocharbeiten? Sollten die „Code-Schmiede“ gar ein elitärer Orden sein, in den nur Menschen mit dem größten Potential und den ausgereiftesten Fertigkeiten aufgenommen werden?

Zumindest der Blogger Chris Odell verneint dies. Ihm zufolge führt es unweigerlich zur Stagnation, wenn eine kleine Gruppe von ähnlich denkenden Spezialisten wiederum ähnlich denkende Spezialisten ausbildet. Ebenfalls wird so der potentielle Nachwuchs verschreckt, was schlussendlich das Aussterben der Gruppe zur Folge hat.

Seine Lösung: Die Eintrittsschwelle in den Club der „Code-Schmiede“ muss so niedrig wie möglich sein; jeder der Code schreibt, sollte sich als solcher bezeichnen dürfen. Ob er den Titel denn auch zurecht trägt, zeigen dann Zeit und Erfahrung. Demgegenüber merkt Odell an, dass die Hürde zum Meister der Code-Schmiedekunst jedoch eine sehr hohe sein sollte; nur so sei sichergestellt, dass der Begriff „Code-Schmied“ gleichbedeutend mit den Idealen, der Sorgfalt und der Qualität echter Handwerkskunst bleibt.

Aufmacherbild: Detail shot of metal being worked at a blacksmith forge von Shutterstock / Urheberrecht: McCarthy’s PhotoWorks

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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