Neuigkeiten aus dem JavaFX-Universum

JavaFX Sixpack: Neues von Jpro, Scene Builder, DromblerFX, FXGL, TornadoFX, JITWatch

Hartmut Schlosser

Nach der Ablösung von Swing durch JavaFX als Standard-UI-Toolkit für Java ist es etwas ruhiger um das JavaFX-Projekt geworden. Doch abseits der großen Meldungen brodelt es weiter in der JavaFX-Community. Wir fassen die jüngsten Entwicklungen für Sie zusammen.

1.- Ein neuer Scene Builder

So ist im Dezember die Version 8.3.0. des Scene Builders erschienen, das visuelle Layout-Tool für JavaFX, das ursprünglich von Oracle bereitgestellt, nun vom Unternehmen Gluon weiterentwickelt wird. Dabei wurden vor allem die Möglichkeiten erweitert, JavaFX für Mobile-Anwendungen einzusetzen. Ein neuer Welcome-Screen, automatische Update-Checks und ein neues Gluon Mobile Theme runden das Release ab.

sb830-2

Das Gluon Mobile Theme im JavaFX Scene Builder 8.3.0. Quelle: http://gluonhq.com

2.- JavaFX im Browser

Eines der heißesten JavaFX-Projekte ist derzeit jpro. Dabei handelt es sich um eine Laufzeitumgebung, die es ermöglicht, JavaFX-Anwendung im Browser auszuführen. Dazu wird JavaFX serverseitig ausgeführt und der Scenegraph direkt in den Browser gemappt, Plug-ins sind also nicht vonnöten. Auf der zurückliegenden JavaOne hat jpro den Dukes Choice Award gewonnen. In einer Demo zeigt das jpro-Team einen Tesla Batterie-Rechner, der mit JavaFX erstellt und als HTML5-Anwendung deployt wurde.

3.- Modulares Application Framework

Unter dem Namen DromblerFX entsteht derzeit ein modulares Anwendungsframework für JavaFX. Das in Version 0.9 vorliegende Projekt setzt auf OSGi, Maven und ein deklaratives Programmiermodell, durch das via Annotationen Elemente wie Menüs, Toolbars und GUI-Komponenten registriert werden können. Weiterführende Infos zum Framework gibt es unter http://www.drombler.org/drombler-fx/

4.- Gaming mit JavaFX

Updates gab es auch für die JavaFX-Spieleengine FXGL. Hierbei handelt es sich um ein Framework, das sich für kleinere 2D-Spiele und das schnelle Prototyping von Spielideen eignet. Auf der Basis von JavaFX 8 werden typische Funktionen für die Spieleentwicklung wie Multi-Layer Rendering, Sprite Sheet Animationen und dynamische Texture-Manipulation geboten. Unterstützt wird neben Java auch Kotlin.

FXGL

Screenshot aus einem mit FXGL programmierten Space-Shooter / Quelle: FXGL Homepage

5.- JavaFX und Kotlin

Apropos Kotlin: Eine bessere Integration von JavaFX in Kotlin-Programme haben sich die Macher von TornadoFX auf die Fahnen geschrieben. Zu den Features des JavaFX-Frameworks zählen u. a. Dependency Injection, typsichere Builder, die asynchrone Task-Ausführung, ein REST-Client, ein MVC-ähnliches Programmiermodell sowie zahlreiche kleinere Verbesserungen der JavaFX-Plattform, die überwiegend anhand von Kotlins Erweiterungsfunktionen implementiert wurden. Tornado-Chefentwickler Edvin Syse stellte die Möglichkeiten des Projekts jüngst im Blogpost Leveraging TornadoFX to the fullest vor.

6.- JITWatch

Unter dem Banner des Adopt-OpenJDK-Programmes ist ein Log-Analyser für den Java HotSpot JIT Compiler entstanden. Das Projekt heißt JITWatch, stammt von Chris Newland und soll dabei helfen, das Verhalten des Java HotSpot Just-In-Time Compilers während der Ausführung eines Programmes zu verstehen. Stilecht werden dabei die Analyseergebnisse in einem formschönen JavaFX User Interface angezeigt.

Mehr JavaFX

Man sieht: Die JavaFX-Community ist sehr aktiv und präsentiert regelmäßig neue Projekte, Libraries und Werkzeuge für die JavaFX-Entwicklung. Wer weitere Inspirationsquellen sucht, wird im Artikel 20 JavaFX-Anwendungen aus der Praxis: So schön kann ein Java UI sein! fündig. Über aktuelle Projekt-Updates und interessante Blogposts zu JavaFX informiert regelmäßig die Seite fxexperience.com.

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.