JavaFX bald "First-class Citizen" im Eclipse-Universum: e(fx)clipse Proposal eingereicht

Hartmut Schlosser

Gestern stellte Tom Schindl (BestSolution) auf JAXenter sein Projekt e(fx)clipse vor, heute folgt die Nachricht, dass e(fx)clipse als offizieller Projektvorschlag bei der Eclipse Foundation eingereicht wurde.

Im e(fx)clipse-Projekt wird ein JavaFX-Tooling auf Basis der Eclipse-4.x-Plattform und dem DSL-Projekt Xtext zur Verfügung gestellt. Es handelt sich genauer um eine Suite an Werkzeugen, die einen CSS-Editor mit Unterstützung von JavaFX spezifischen CSS Properties, einen FXML-Editor, einen Build-Editor, einen FXGraph sowie eine Live-Preview enthält. Unter anderem löst e(fx)clipse das Problem, JavaFX-Anwendungen auf Basis von OSGi zu entwickeln. Im Eclipse-Umfeld wird hier auf das PDE-Projekt (Plug-in Development Environment) zurückgegriffen. Allerdings kommt JavaFX nicht im Bootclasspath vor, sodass PDE nichts von JavaFX weiß. Diese Lücke schließt e(fx)clipse mit seiner Integration von JavaFX in PDE und speziellen Wizards, um JavaFX-Anwendungen in den Bootclasspath einzubeziehen.

CSS-Editor in e(fx)clipse. Bild: Marc Teufel

e(fx)clipse wurde 2011 als 1-Mann-Projekt auf GitHub ins Leben gerufen und hat sich seither nach 16 Releases eine aktive User-Basis erarbeitet, die sich auch an der Weiterentwicklung des Projektes beteiligt. Vorgesehen ist nun die Überführung der e(fx)clipse-Codebasis in der Version 0.9.0 nach Eclipse im ersten oder zweiten Quartal 2013. Im Zuge des Eclipse Kepler Releases (Juni 2013) soll die Version 0.9.1 vorgelegt werden, die den Support für Java 7 und Java 8 bringen soll.

Lesenwert ist wie gesagt das Interview mit Projektgründer Tom Schindl „JavaFX meets Eclipse: Ungeahnte Dimensionen für heutige Entwickler„. Das Interview ist ein Auszug aus dem Heftschwerpubnkt des aktuellen Eclipse Magazins, in dem Sie weitere JavaFX-Artikel finden:

  • Die Geschichte von JavaFX von den Anfängen bis heute, Claudia Fröhling
  • Das vollständige Interview mit Tom Schindl über e(fx)clipse
  • e(fx)clipse: JavaFX-Tooling für Eclipse, Marc Teufel
  • JavaFX 2.x und die Eclipse 4.x Application Platform: eine perfekte Ehe?, Kai Tödter
  • JavaFX, Xtended – Active Annotations in Xtend, Sven Efftinge

Marc Teufel zieht in seiner Vorstellung von e(fx)clipse das Fazit:

Mit e(fx)clipse gibt es nun auch vernünftiges JavaFX Tooling für Eclipse. Für nahezu alle Bereiche bietet das Werkzeug dabei Unterstützung an: Wizards erleichtern das Anlegen von JavaFX-Projekten oder einzelner Artefakte. e(fx)clipse integriert JavaFX in JDT, sodass die Entwicklung von JavaFX-Anwendungen genauso angenehm möglich wird wie das Schreiben von Swing- oder SWT-Anwendungen. Die Verbindung des integrierten FXML-Editors mit der JavaFX Live Preview ist eine hervorragende Kombination, wenn es darum geht, deklarative Oberflächen zu bauen.Marc Teufel

Wie ist der aktuelle Stand der Entwicklung zu bewerten?

Obwohl e(fx)clipse aktuell noch nicht in einer 1.x-Version vorliegt, hat es schon heute einen erstaunlichen Reifegrad erreicht. Marc Teufel

Kein Zweifel also, dass e(fx)clipse bald unter dem Dach der Eclipse Foundation seine Heimat finden wird. Es müssen lediglich noch einige nicht EPL-kompatible Dateien ausgetauscht werden, erklärt Tom im Projekt-Proposal. Dann heißt es: JavaFX ist ein „First-class Citizen“ im Eclipse-Universum.

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Hartmut Schlosser
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