Supersonic Subatomic Java

Quarkus 1.0: Finales Release veröffentlicht

Dominik Mohilo

© Shutterstock / Jurik Peter

Das erste Major Release des Java Frameworks Quarkus ist final veröffentlicht worden und stellt den Abschluss der Release-Candidate-Phase dar. Wir haben uns angesehen, was sich seit Version 0.28.1 getan hat.

Die Entwicklung von Quarkus ist im letzten Jahr rasant vorangeschritten. Red Hat hat beinahe im Wochenrhythmus neue Updates geliefert und dabei explizit immer darauf hingewiesen, dass eine 1.0 für das Open-Source-Projekt keine große Sache sei. Versionsnummern, so Alex Soto, Software Engineer bei Red Hat, seien eben nur Nummern – viele Unternehmen haben Quarkus wohl dennoch bereits in Produktion eingesetzt.

Quarkus 1.0 & darüber hinaus

Seit Quarkus 0.28.1 sind einige Fehler und Unschönheiten korrigiert worden. Zum Beispiel ist es nun beim Erstellen eines neuen Projektes via https://code.quarkus.io/ möglich, das Platform BOM anstelle des Quarkus BOM zu nutzen. Dadurch eröffnet sich das gesamte Quarkus-Ökosystem und nicht mehr nur die essentiellen Erweiterungen.

In Sachen Upgrades wurden das SmallRye OpenAPI und das Swagger UI bedacht, auch Infinispan wurde aktualisiert und die unterstützte Version auf 10.0.0.Final angehoben. Mit dem Upgrade von Hibernate ORM wurden einige Probleme gefixt und auch der Security Layer ist verbessert worden.

Wer GraalVM 19.3 vermisst, irrt sich nicht: Support für die aktuellste Version der virtuellen Maschine ist für Quarkus 1.1 geplant. Gradle-Nutzer brauchen sich unterdessen keine Gedanken machen: Die Dependency-Warnungen kommen von einem Problem mit der Isolation zwischen dem Build Class Loader von Gradle und dem von Quarkus. Auch dieses Problem soll in einer der nächsten Versionen gefixt werden.

Quarkus Infografik

Neugierig geworden? In unserem Quarkus-Spickzettel finden Sie alles, was Sie zum Loslegen brauchen! Auf dem Blog der W-JAX können Sie das Cheat Sheet herunterladen:

Hintergrund

Der Open-Source-Software-Stack Quarkus ist in gewisser Weise die Antwort auf die Frage, wie man Java-Anwendungen zukunftssicher und basierend auf dem Container-First-Prinzip entwickeln kann. Kubernetes-native Java-Entwicklung mit der klassischen JVM kann zu Problemen führen, daher setzt man hierbei eher auf die etwas performantere und für diese Zwecke besser geeignete GraalVM, die JVM kann allerdings dennoch genutzt werden. Zusätzlich bietet Quarkus (nicht erst seit Version 1.0.0) bekannte Programmiermodelle und APIs:

Egal ob man es nun als Framework, Stack oder Plattform bezeichnen möchte, wurde Quarkus mit einem „reactive Mindset“ entwickelt, imperative Programmiermodelle werden aber ausdrücklich unterstützt. Zum Einsatz hierfür kommt eine einzelne, auf Vert.x basierende, Netzwerk-Engine. Auch der Sicherheits-Layer im reaktiven Kontext baut dabei auf Vert.x auf.

Unterstützt werden unter anderem auch Hibernate, JAX-RS, Apache Camel, Eclipse MicroProfile und Spring. Wobei die Kompatibilität zu Spring APIs (Spring Web, Spring Data JPA und Spring DI sind auch mit an Bord) eher neueren Datums ist. Doch damit nicht genug: Das Quarkus-Ökosystem wächst stetig, auch und besonders durch die Mühen der Community, die mittlerweile 177 Contributors umfasst. Jeder Entwickler kann und darf Erweiterungen definieren, die dann auf der Katalogseite und den entsprechenden Maven bzw. Gradle Tools verfügbar gemacht werden. Insgesamt stehen bis dato über 80 Erweiterungen für das Java Framework zur Verfügung.

Traditionelle Java-Entwickler fluchen zudem seit Jahrzehnten über die (nicht vorhandene) Möglichkeit, auf ständiges Kompilieren zu verzichten. Quarkus möchte mit seiner Live-Coding-Funktion diesen Teufelskreis aus Kompilieren, Deployen und Refreshen des Browsers durchbrechen: Auch mit Java Code ist es nun möglich, einfach den Code zu schreiben und den Browser zu refreshen, um die aktualisierten Ergebnisse zu sehen.

Quarkus – Gegenwart und Zukunft des leichtgewichtigen Java Frameworks

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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