Ein Java-Schuppen namens Microsoft

Microsoft am Puls der Java-Zeit

Dominik Mohilo

© Shutterstock / azem

Microsoft hat sein Commitment zur Programmiersprache Java und der Arbeit am OpenJDK in Form eines offenen Briefes an die Community verschriftlicht. Zukünftig will Redmond nicht nur Java als Dienstleistung bereitstellen, sondern aktiv an dem Projekt mitarbeiten. Und auch ein alter Bekannter der Java-Welt kehrt zurück in die Open-Source-Gemeinde…

Manchmal genügt eine Unterschrift, um die Welt zum Erzittern zu bringen. Ob Java-Entwickler auf der ganzen Welt vorige Woche ein Beben oder auch nur eine winzige Oszillation wahrnehmen konnten? Vielleicht noch nicht. Das könnte sich aber ändern, denn Microsoft hat nun das Oracle Contributor Agreement unterschrieben, wie Bruno Borges, Product Manager für Java in der Microsoft Developer Division, auf der OpenJDK-Mailing-Liste bekannt gab.

Microsoft, einst noch der personifizierte Kapitalismus und quasi das offizielle Gesicht von „Closed Source“ in den Augen vieler Entwickler, hat sich in den letzten Jahren immer mehr geöffnet. Auch dem Open-Source-Gedanken. Die Wende hat ebenfalls ein Gesicht: Satya Nadella, der im Jahr 2014 Steve Ballmer als CEO ablöste.

Nun also will Microsoft, nachdem es bereits in Kooperation mit Azul Java-Versionen mit Long-Term-Support und Mid-Term-Support anbietet, sich noch stärker in die Zukunft von Java einbringen. Einen Schritt, der ganz deutlich davon zeugt, ist der Kauf von jClarity, einem Unternehmen, das sich besonders durch die hohe Aktivität im Projekt AdoptOpenJDK auszeichnet. Microsoft bietet überdies auch Java-Laufzeiten auf in der hauseigenen Azure-Cloud an.

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Willkommen in der Community, Microsoft!

Natürlich ist Microsofts Engagement nicht ganz ohne Eigennutz: Man wolle sich, so Borges, vor allem Anfangs um das Fixen von Bugs und Backports kümmern. Begründet wird dies mit dem Wunsch sich gut zu integrieren, aber natürlich ist ein fehlerfreies Java auch im Interesse von Microsoft selbst. Laut Borges haben sie auch den Java-Gedanken, Änderungen mit der Community zu diskutieren, bevor man sie offiziell vorschlägt, bereits gelernt.

Neben Borges selbst ist offenbar auch ein alter Bekannter der Community, Martijn Verburg, Leiter des Java Engineering Teams bei Microsoft, eine der Schlüsselfiguren in Redmonds Java-Engagement. Doch nicht nur Borges und Verburg werden sich aktiv in der Java-Welt blicken lassen, so kann sich die Community über tatkräftige Unterstützung zahlreicher Microsoft-Entwickler freuen.

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Andrew Haley, Java Platform Lead Engineer von Red Hat, hieß Microsoft bereits willkommen. Und auch Andrew Dinn, Senior Principal Software Engineer bei Red Hat, fand passende Worte zum Einstand:

It’s very gratifying to hear that Microsoft are committed to both Java and OpenJDK. Welcome to the project (or, in Martijn’s case, welcome back under ’new denomination‘). We will be very pleased to help you contribute.

Den gesamten Brief von Bruno Borges gibt es auf der OpenJDK-Mailing-Liste zu lesen. Und natürlich heißt auch die JAXenter-Redaktion Microsoft herzlich im Java-Universum willkommen.

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Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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