Es gibt zwei Dinge, die sind unendlich ...

Java Magazin 11.20 erschienen: Testing im Java-Labor

Dominik Mohilo

© S&SMedia/Bianca Röder, © DRogatnev/Shutterstock.com

Als Marie Curie Ende des 19. Jahrhunderts das Radium erforschte und sich mit allerlei radioaktiven Substanzen vergiftete, wusste man um die Gefährlichkeit der Strahlung noch nicht so richtig Bescheid. Es gab zwar durchaus Anzeichen dafür, dass ein gewisser Zusammenhang zwischen schlimmen Erkrankungen und radioaktivem Material bestehen könnte, Madame Curie allerdings entschied sich dafür, dem keine besondere Beachtung zu schenken.

Ob das ein Symptom der Zeit oder einfach pure Ignoranz war, lässt sich heute freilich nicht mehr feststellen. Man hätte jedenfalls – gerade in einer Zeit, in der Gegenstände auf dem Schreibtisch und in der Manteltasche eher nicht dazu neigten, ständig zu leuchten oder zu blinken – durchaus darauf kommen können, dass es ungesund ist, sich dieser Strahlung auszusetzen.

Ähnlich toxische Ausmaße, insbesondere für Unternehmen, können fehlerhafte und unsichere Anwendungen annehmen. Und nun mal Hand auf’s Herz: Wie viele von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, haben noch nie ein ungetestetes Feature, eine möglicherweise fragwürdige Implementierung oder ganz offensichtlich unschönen bzw. problematischen Code deployt? Vielleicht weil die Deadline zu scharf gesetzt wurde? Vielleicht weil man zu müde war, die Fehler zu sehen? Vielleicht weil man nie damit rechnen würde, dass ein User sich genau so verhalten würde, dass genau dieses Problem auftritt?

Der Kasus macht uns oft lachen, um es mit Faust zu sagen, doch man sollte niemals den Einfallsreichtum von Menschen in Frage stellen. Dabei ist es übrigens auch völlig unerheblich, ob diese Raffiniertheit darin besteht, Fehler und Schwachstellen bewusst oder unbewusst aufzudecken und zu exploiten. Hat Ihr Code, Ihr Service, Ihre Anwendung oder Ihr System ein Problem, wird es der Mensch auf die eine oder andere Weise in die Knie zwingen – versprochen.

Was also tun? Dazu gibt es viele Theorien und Praktiken. Einige aktuelle davon haben wir für den Schwerpunkt der neuen Ausgabe des Java Magazins zusammengetragen. Neben einem historischen Überblick über Softwareschwachstellen drehen sich die Artikel des Titelthemas entweder um Exploitmöglichkeiten oder um den richtigen Weg zum (teils automatisierten) Testen. Das Spektrum an Bereichen, in denen Sicherheit und richtiges Testing eine gewichtige Rolle spielen können und sollten, reicht von Java über DevOps, das Internet of Things inklusive Sprachassistenten bis hin zu Weboberflächen und Frontends. Dabei wird auch klar, wann Tests obsolet werden, nicht nur, wann sie bitter nötig sind.

Ach ja, welche Dinge unendlich sind: Das sind natürlich das Universum und der „Einfallsreichtum“ der User. Mit einem Zwinkern wünsche ich nun viel Spaß beim Testen und Absichern.

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Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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