Das Entwicklernähkästchen 2019/2020 – Teil 2

Ein Blick zurück: Die beliebtesten Java Frameworks 2019

Dominik Mohilo

© Shutterstock / Volodymyr Plysiuk

Da sich das Jahr 2019 dem Ende zuneigt, haben wir mit einigen prominenten Mitgliedern der Java Community Kontakt aufgenommen, um ihre Gedanken zu den Ereignissen des letzten Jahres zu sammeln. In dieser fünfteiligen Serie werden wir uns ansehen, was sie zu sagen haben. Im zweiten Teil geht es um ihre liebsten Tools, Frameworks und Bibliotheken aus dem vergangenen Jahr.

Eindeutig Quarkus. Die Community hat hier ein großartiges Tool entwickelt, um gängige Java-Paradigmen für die JVM oder sogar für das GraalVM native Image zu optimieren. Das hat auch viele Projekte betroffen, zu welchen Quarkus Abhängigkeiten hat. Dass sie gerade daran arbeiten, auch offiziell kompatibel zu MicroProfile zu werden, freut mich persönlich besonders. Die Webseite unserer Java User Group Mainz läuft nun seit einigen Monaten problemlos auf Quarkus, und das als Native Image.

>> Tim Zöller – Team Leader Java bei der ilum:e informatik AG

Keycloak: Ein bewährtes und robustes Werkzeug, um bestehende IAM-Infrastrukturen zu modernisieren. Daneben hat mich noch Jabel beeindruckt. Dies ist eine Java-Compiler-Erweiterung, die Java 9+-Sprachfeatures für Java-8-Anwendungen verfügbar macht. Damit können Entwickler die Annehmlichkeiten von Java 9+ nutzen und trotzdem Java-8-kompatible Libraries erzeugen.

>> Thomas Darimont – Gründer der Java User Group Saarland und Fellow bei der codecentric AG

Seit ich 2017 meinen ersten Integrationstests in Spring Data JDBC für eine nicht in-Memory-Datenbank geschrieben habe, bin ich völlig begeistert von Testcontainers.
Es ist eins dieser Tools, bei denen man sich nach einem halben Jahr fragt, wie man jemals ohne ausgekommen ist.

>> Jens Schauder – Spring Data Team bei Pivotal

Die Veröffentlichung der GraalVM war ein wichtiger Meilenstein. GraalVM bietet die VM-Technologie, die die Java-Plattform für das nächste Jahrzehnt relevant halten wird.

>> Johan Vos – Java Champion und Mitgründer von Gluon und LodgON
 
 

Nun, ich bin sehr aufgeregt über das Hypersistence Optimizer Tool, das ich 2019 entwickelt habe. Mit dem Hypersistence Optimizer kann man sich nun endlich auf die Logik des Datenzugriffs konzentrieren, so dass die leistungsbezogenen Probleme von diesem Tool analysiert werden. Anstatt also jede kleine Änderung zu prüfen, die als Pull Request in einem großen JPA- oder Hibernate-Projekt eingereicht wird, kann der Hypersistence Optimizer den Code in für den Entwickler analysieren und ihn informieren, ob es JPA-Mappings oder Hibernate-Konfigurationen gibt, die Performance-Probleme verursachen können. Um ein Gefühl für den Mehrwert zu bekommen, den das Tool für Java-Persistence-Projekte bringt, empfehle ich einen Blick auf mein Erklärungsvideo. Es zeigt, wie die Anwendung Spring Boot Petclinic optimiert werden kann.

>> Vlad Mihalcea – Java Champion und Autor des Buches „High-Performance Java Persistence“

Ich habe Kotlin und Spring Boot für eine Live-Demo und ein Tutorial genutzt. Mit Kotlin lässt sich ziemlich angenehm arbeiten, denn man kann auf eine Java-ähnliche Art und Weise anfangen zu programmieren und sich dann von der IntelliJ IDEA hin zu einem Kotlin-artigen Stil führen lassen. Spring Boot ist zudem ein großartiger Weg, um mit Microservices-Anwendungen richtig durchzustarten. Das Tool nimmt eine Menge lästiger Arbeit ab, wenn es um das Starten einer neuen Anwendung geht. Mit beiden zusammen habe ich mein diesjähriges Spaß-Coding-Projekt durchgeführt.

>> Trisha Gee – Java Champion und Developer Advocate bei JetBrains

Ich mochte Java 12 sehr, besonders die Switch Expressions. Neben der Tatsache, dass es sich hierbei um ein sehr nützliches Feature handelt und Switches weniger fehleranfällig sind, ist es auch das erste Preview Feature in einem JDK. Diese lassen es zu, Feedback zu Änderungen zu geben, bevor diese Features Standard werden. Ein sehr mächtiger Weg, um das JDK voranzubringen.

>> Simon Ritter – Java Champion und Deputy CTO bei Azul Systems

Begeistert hat mich vor allem die GraalVM und die Frameworks, die sich darum positioniert haben. Bei der GraalVM sticht für mich vor allem der reduzierte Bedarf an Arbeitsspeicher hervor, der in Zeiten von Microservices wieder relevanter geworden ist. Die neuen Frameworks rund um die GraalVM haben dann gezeigt, was möglich und notwendig ist, um für Graal zu entwickeln, ohne sich ständig Gedanken darum zu machen. Hierdurch ist auch auf die etablierten Frameworks der Druck gewachsen und dadurch Innovation entstanden.

>> Michael Vitz – Senior Consultant bei der innoQ Deutschland GmbH

KinD – Kubernetes in Docker: Eine super-einfache Möglichkeit, endlich Integrationstests für Kubernetes-Komponenten in einer (fast) beliebigen Programmiersprache zu schreiben. Dies bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, eine bessere Testabdeckung für Kubernetes-Komponenten zu schreiben.

>> Johannes Unterstein – Organisator der JUG Kassel und Software Engineer bei Neo4j

Die Microservices Frameworks Micronaut, Quarkus und Helidon haben sich etabliert und den Weg in das Cloud-native Zeitalter beschritten. Auch die Kombination dieser Frameworks mit den GraalVM-Eigenschaften als Cloud-Runtime klingt vielversprechend. Beeindruckt hat mich auch der Aufwärtstrend der JavaFX-UI-Technologie mit den ansteigenden Downloads bei Maven Central im Jahr 2019 und die konkreten Projektdiskussionen auf den JFX Days 2019 in Zürich.

>> Wolfgang Weigend – Sen. Leitender Systemberater bei der Oracle Deutschland B.V. & Co. KG

Ich finde gerade spannend, wo die Reise bei den neuen Cloud-native Microservices Frameworks wie Micronaut und Quarkus hingeht. Sie versprechen ja, im Gegensatz zum klassischen serverseitigen Java, in Kombination mit GraalVM sehr schnelle Startzeiten und geringen Speicherverbrauch. Sie sind aber noch relativ jung und vom Funktionsumfang nicht so ausgereift wie beispielsweise der Platzhirsch Spring Boot.

>> Falk Sippach – Trainer, Software-Entwickler und -Architekt bei der OIO

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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thank you so much for sharing such an informative post.