Das Entwicklernähkästchen 2019/2020 – Teil 3

Ein Blick zurück: Was die Community 2019 bewegt hat

Dominik Mohilo

© Shutterstock / teerayuth oanwong

Da sich das Jahr 2019 dem Ende zuneigt, haben wir mit einigen prominenten Mitgliedern der Java Community Kontakt aufgenommen, um ihre Gedanken zu den Ereignissen des letzten Jahres zu sammeln. In dieser fünfteiligen Serie werden wir uns ansehen, was sie zu sagen haben. Im dritten Teil geht es darum, was die Community im vergangenen Jahr bewegte und was hohe Wellen schlug.

Bitte vervollständigt folgenden Satz: Wichtig war für die Java-Community vor allem…

…zu sehen, dass die Kommentare und Bedenken, die zu den Preview Features in den neuen Java-Versionen geäußert werden, auch berücksichtigt werden. Die finalen Versionen von Switch Expressions und Textblöcken sind definitiv besser als die Versionen, die als Previews eingeführt wurden. Das macht die Sprache stabiler und besser.

>> Tim Zöller – Team Leader Java bei der ilum:e informatik AG

…dass sie es weiterhin schafft, neue und innovative Features auf einer stabilen Basis bereitzustellen.

>> Thomas Darimont – Gründer der Java User Group Saarland und Fellow bei der codecentric AG

…zu erkennen, dass Java nicht so wichtig ist. Ich musste in das eine oder andere Konfernzprogramm schauen, um eine Antwort auf diese Frage zu finden. Was mir dabei aufgefallen ist, ist dass es bei vielen Vorträgen gar nicht um Java oder Java Framworks oder Bibliotheken geht.

Stattdessen geht es um Dinge, die für Java-Entwickler abseits von Java noch wichtig sind:

  • Umgang mit Anforderungen
  • Build-Prozesse
  • Umgang mit Stress.
  • Wie nutze ich Docker, Kubernetes & Co.
  • Wie halte ich mich physisch fit
  • Umgang mit nicht-JVM-Sprachen wie JavaScript oder TypeScript

>> Jens Schauder – Spring Data Team bei Pivotal

…die Beteiligung von einzelnen Entwicklern und kleinen Unternehmen an den Projekten OpenJDK und OpenJFX. Dies zeigt, dass Java wirklich offen ist und dass jeder, der über die erforderliche Expertise verfügt, zur Plattform beitragen kann.

>> Johan Vos – Java Champion und Mitgründer von Gluon und LodgON

…das Entwicklungstempo der Java-Sprache sowie der JVM und die Menge an qualitativ hochwertigen Open-Source-Projekten, die entwickelt werden. Der Wettbewerb zwischen Spring und neuen Frameworks wie Micronaut oder Quarkus verändert die Landschaft der Java-Unternehmenssoftware, macht sie leichter und fit für Cloud-native Umgebungen.

>> Vlad Mihalcea – Java Champion und Autor des Buches „High-Performance Java Persistence“
 
 

…dass Java konstant alle 6 Monate neue Features veröffentlicht. Es ist wichtig, Java 8 hinter sich zu lassen und (nach Möglichkeit) auf Java 11 umzusteigen, auch wenn einige Unternehmen möglicherweise die neuesten Versionen wie Java 13 verwenden. Im vergangenen Jahr haben wir eine überraschend große Menge an Unternehmen gesehen, die sich aufgerafft und auf Java 11 aktualisiert haben. Das sind großartige Neuigkeiten, denn wenn die gesamte Community voranschreitet, wird die Last ein wenig von den Schultern derjenigen genommen, die ältere Java-Versionen unterstützen. Gerade für einige Open-Source-Projekte ist das eine wahre Herausforderung.

>> Trisha Gee – Java Champion und Developer Advocate bei JetBrains

…weiter als Community zu agieren. Es wurden sehr viele Events von der Community organisiert, beispielsweise Konferenzen wie JavaZone, Jfokus oder die Voxxed-Serie, die alle wunderbare Wege für die Leute darstellen, ihre Erfahrungen mit Java zu teilen. Die Gruppe der Java Champions wird immer größer und sie helfen dem Ökosystem von Java und formen es.

>> Simon Ritter – Java Champion und Deputy CTO bei Azul Systems

…dass es nach dem LTS Release von JDK 11 weiterhin aktiv voran geht. Nachdem Oracle ihre Builds unter eine neue Lizenz gestellt hat, wurden eine Menge von Firmen und Leuten motiviert, sich selbst aktiv einzubringen. Dieser Bewegung haben wir z.B. das AdoptOpenJDK, und damit weiterhin frei verfügbare Builds der LTS-Versionen, zu verdanken und zeigt, dass die Community rund um Java nach wie vor funktioniert und etwas schaffen kann, wenn sie das denn möchte.

>> Michael Vitz – Senior Consultant bei der innoQ Deutschland GmbH

…der neue Release-Train, der Umstieg auf Java 11 und die Frage nach passenden LTS-Versionen von Java 8 und 11. Haben wir vor einigen Jahren noch einfach Java von Oracle runtergeladen, müssen wir nun entscheiden, ob wir AdoptOpenJDK, Liberica von Bellsoft, Corretto von Amazon oder eine der vielen anderen Java-Distributionen nutzen wollen. Auch wenn hier in vielen Bereichen sehr gute Community-Arbeit (wie z.B. von den Java Champions) geleistet wurde, musste sich jedes Java-Projekt die Frage stellen, welche Java-Distribution genutzt werden soll. Besonders positiv empfinde ich hier AdoptOpenJDK, wodurch eine komplett Community-Basierte Java-Distribution zur Verfügung steht.

>> Hendrik Ebbers – Java Champion und Java-Entwickler bei der Karakun AG

…die kontinuierliche und innovative Weiterentwicklung, die für die Community im Mittelpunkt steht. Dazu kommt die Abwärtskompatibilität und eine gut gefüllte Java-Feature-Pipeline. Außerdem ist die technologische Triebfeder der Java Champions, die im Kern der Entwickler-Community verankert sind und sich weltweit in Java-Projekten engagieren, extrem wichtig.

>> Wolfgang Weigend – Sen. Leitender Systemberater bei der Oracle Deutschland B.V. & Co. KG

… dass die Eclipse Foundation Jakarta EE 8 herausgebracht. Inhaltlich kam da zwar nichts Neues dazu, aber es ist jetzt endlich der Grundstock für eine hoffentlich wieder interessante Zukunft des Java-Enterprise-Standards gelegt.

>> Falk Sippach – Trainer, Software-Entwickler und -Architekt bei der OIO

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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