Das Entwicklernähkästchen 2019/2020 – Teil 5

Ein Blick nach vorn: Das wird die Java-Welt 2020 verändern

Dominik Mohilo

© Shutterstock / joshimerbin

Da sich das Jahr 2019 dem Ende zuneigt, haben wir mit einigen prominenten Mitgliedern der Java Community Kontakt aufgenommen, um ihre Gedanken zu den Ereignissen des letzten Jahres zu sammeln. In dieser fünfteiligen Serie werden wir uns ansehen, was sie zu sagen haben. Im letzten Teil werfen unsere Java-Experten einen Blick in die Kristallkugel für das Jahr 2020.

JDK 14 bringt, voraussichtlich, sehr interessante, neue Features, wenn auch manche als Preview. Ich bin sehr gespannt darauf, wie Entwickler Records (JEP 359) und Patternmatching für instanceof (JEP 305) verwenden werden. Die verbesserten NullPointerExceptions (JEP 358) werden das Debugging wesentlich erleichtern, und das Packaging Tool (JEP 343) können wir in einigen Projekten jetzt schon gut gebrauchen.

>> Tim Zöller – Team Leader Java bei der ilum:e informatik AG

Durch neue Sprachmöglichkeiten wie „Pattern Matching for instanceof“, „Switch Expressions“ und „Text Blocks“ wird der tägliche Java Code, sowie Code, den man in Bibliotheken findet, etwas anders aussehen als die Jahre zuvor. Dies wird für viele traditionelle Java-Entwickler sicherlich eine Herausforderung sein. Weiterhin wird Java durch die verbesserte Unterstützung für Ahead-of-time-Kompilierung und native-image-Erzeugung für Serverless-Umgebungen an Attrativität gewinnen.

>> Thomas Darimont – Gründer der Java User Group Saarland und Fellow bei der codecentric AG

Oh ha. Bei Vorhersagen bin ich ja meist besser, wenn sie sich auf die Vergangenheit beziehen. Ich sehe keine großen Veränderungen. Was nicht heißen soll, dass es nicht weitergeht. Nur sind es mehr viele kleine Veränderungen hier und da, sodass wir nach einem Jahr den Unterschied merken, wenn wir den Code wirklich anschauen müssen, den wir im Dezember 2020 schreiben und ihn gezielt mit Code vergleichen müssen, den wir gerade jetzt schreiben, um zu sehen, wie sich die Welt weiter gedreht hat.

>> Jens Schauder – Spring Data Team bei Pivotal

GraalVM wird rocken, auf Servern, auf Desktops und auf mobilen sowie integrierten Geräten. Mit Gluon Substrate wird GraalVM Mobile und Embedded Java als erstklassige, hochperformante, plattformübergreifende Lösung dorthin zurückbringen, wo es hingehört: auf alle Arten von mobilen und integrierten Geräten. Der aktuelle Stand und die Richtung, in die sich OpenJDK und OpenJFX bewegen, zeigen, dass dies eine überzeugende und gut verwaltbare Lösung wird.

>> Johan Vos – Java Champion und Mitgründer von Gluon und LodgON

Nun, die Java-Welt hat sich in den letzten 20 Jahren ständig weiterentwickelt, und das wird auch 2020 nicht anders sein. Ich freue mich zum Beispiel auf Hibernate 6. Und da R2DBC (Reactive Relational Database Connectivity) nun die Version 1.0 erreicht hat, freue ich mich darauf, wie die reaktive Programmierung die Java-Datenzugriffsstrategien formen wird, indem sie die Tür für eine neue Klasse von datenintensiven Anwendungen öffnet.

>> Vlad Mihalcea – Java Champion und Autor des Buches „High-Performance Java Persistence“

Ich hoffe noch immer auf die ersten Previews für Projek Valhalla. Wie die Records werden auch Inline-Klassen (oder wie auch immer sie heißen) komplett verändern, wie wir mit der Sprache Java und der JVM arbeiten.

>> Lukas Eder – Java Champion sowie Gründer und CEO von Data Geekery

Nun, wir werden sowohl Java 14 (mit den oben genannten Switch Expressions und Vorschauen für Records und Pattern Matching, und ich freue mich darauf, beides auszuprobieren) als auch Java 15 erhalten. Aber jenseits von Java-the-Language wird es immer wichtiger, das Gesamtbild zu verstehen. Insbesondere im Hinblick auf Deployment, Running und Debugging (z.B. in der Cloud) und Sicherheit. Da Cloud & Microservices die Standardwahl für Implementierung sind, ist es wichtig, dass Entwickler verstehen, was dies für ihre Java-Anwendungen bedeutet.

>> Trisha Gee – Java Champion und Developer Advocate bei JetBrains

Zwei Dinge. Erstens zwei weitere Versionen des JDK. JDK 14 sieht wie ein aufregendes Release aus. Mit Datensätzen (endlich!), Pattern-Matching und hilfreichen NullPointerExceptions (ja!) Zweitens erwarte ich, dass Jakarta EE mehr Änderungen mit Fokus auf die Enterprise-Seite von Java liefern wird, was das Leben der Entwickler einfacher macht.

>> Simon Ritter – Java Champion und Deputy CTO bei Azul Systems

Für die Sprache Java können wir uns auf zwei weitere Versionen, 14 und 15, freuen. Beide werden wieder eine Menge neuer Features enthalten, die uns beim Entwickeln helfen. Da beides allerdings keine LTS-Versionen sind, wird sich hier vermutlich erst 2021 mit dem JDK 17 wieder viel Bewegung ergeben. Abseits davon wird sich viel bei der GraalVM und der Unterstützung von Frameworks tun. Vor allem hier hoffe ich auf größere Sprünge, um ohne Bedenken auf die GraalVM umsteigen zu können.

>> Michael Vitz – Senior Consultant bei der innoQ Deutschland GmbH

Mit Java 14 kommt einiges cooles neues Zeug. Ich persönlich bin vor allem von Records begeistert. Auch wenn diese mit Java 14 erst einmal nur als Preview zur Verfügung stehen. Daneben tut sich natürlich auch einiges im Bereich GraalVM. Hier wird meiner Meinung nach nächstes Jahr einiges passieren. Interessant ist auch, wie mit Project Skara und dem Umstieg auf Git weiter geht. Hier wird es spannend, ob auch weitere Workflows bzw. das Tooling zur Arbeit am OpenJDK umgestellt werden. OpenJFX testet als kleineres Projekt vom OpenJDK ja bereits die stärkere Einbindung von GitHub durch Nutzung von Pull Requests und ähnlichem. Meiner Meinung entstehen hier interessante Möglichkeiten, um die Einstiegshürde bei der Mitarbeit am OpenJDK zu verringern.

>> Hendrik Ebbers – Java Champion und Java-Entwickler bei der Karakun AG

Ich glaube, dass mehr als wir es bis heute wahrnehmen, das Thema Operations in allen Entwicklungsbereichen präsenter wird. Themen wie SRE gewinnbringend und sinnvoll einzubeziehen, wird sicherlich eine große Herausforderung sein, die sehr viele Chancen bietet und neue Möglichkeiten.

>> Johannes Unterstein – Organisator der JUG Kassel und Software Engineer bei Neo4j

Mit den Performance-Verbesserungen der GraalVM und dem Potenzial in den Bereich Embedded- & Mobile-Technologie vorzudringen, könnte sich die Java-Landschaft grundlegend verändern.

>> Wolfgang Weigend – Sen. Leitender Systemberater bei der Oracle Deutschland B.V. & Co. KG

GraalVM hat in diesem Jahr verstärkt auf sich aufmerksam gemacht und wird definitv eine große Rolle in der Zukunft von Java spielen. Da dürfen wir gespannt sein, was in dem Umfeld im nächsten Jahr passieren wird.

>> Falk Sippach – Trainer, Software-Entwickler und -Architekt bei der OIO

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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