JAX Countdown

Java Server Faces: Innovationen auf dem Weg zu Java EE 7

Hartmut Schlosser

Seit Jahren ist die JSF-Technologie integraler Bestandteil des Java-Enterprise-Stacks. Welche JSF-Neuerungen uns in Java EE 7 erwarten, und wie das Verhältnis zwischen JSF und jüngeren Webframeworks wie Vaadin, Wicket und Play! zu bewerten ist, besprechen wir mit JSF-Experte und Moderator des JSF-Days auf der JAX Andy Bosch.

JSF auf der JAX

Andy Bosch

Auf der JAX 2012 können Sie sich auf dem JSF Day umfassend über den Stand der Java-Server-Faces-Technologie informieren. Am 19. April führt Sie Andy Bosch durch folgende Sessions:

Schlanke Webarchitekturen nicht nur mit JSF 2 und CDI

Andreas Hartmann, Stephan Müller

Auch mit JSF 2 und CDI lassen sich in kürzester Zeit komplexe Anwendungen realisieren – wenn man weiß, wie. Anhand des Technologie-Stacks JSF 2, CDI, Lombok, HTML5, jQuery und JPA wird eine leichtgewichtige Architektur anhand einer Livedemo vorgestellt, die den Anforderungen des Rapid Application Development gerecht wird und in der Cloud betrieben werden kann.

JSF & CDI – Dreamteam @Work

Lars Röwekamp

Dank CDI-Spezifikation lassen sich JSF-basierte Webanwendungen deutlich eleganter und leichtgewichtiger programmieren. JSF-spezifische Workarounds können durch schichtenneutrale Lösungen ersetzt werden. Die Session zeigt anhand eines Migrationsszenarios, wie in wenigen Schritten aus einer Old-School-JSF-Anwendung eine State of the Art JSF-&-CDI-Anwendung werden kann – Überraschungen inklusive.

UI-Architekturen mit JSF

Andy Bosch

JSF ist oftmals die gewählte Technologie, um das UI einer Anwendung zu realisieren. Doch der Einsatz von JSF alleine genügt nicht, um eine wartbare, erweiterbare und verständliche Architektur im UI Layer aufzubauen. Gerade im UI werden viele Weichen gestellt. Wie werden die Services integriert, wie erfolgt die Anbindung der Persistenz?

JSF-2-Kompositkomponenten im Einsatz

Michael Kurz

Komponenten sind der wichtigste Erweiterungspunkt in JavaServer Faces. JSF 2.0 macht in diesem Bereich einen großen Schritt auf die Entwickler zu. Mit den neuen Kompositkomponenten gibt es eine einfache Möglichkeit, Komponenten ohne eine Zeile Java oder XML zu erstellen. Diese Session gibt eine Einführung und zeigt, wie Kompositkomponenten das Leben eines JSF-Entwicklers vereinfachen.

JSF 2.2 – Was gibt es Neues?

Bernd Müller

Mit JSF 2.0 gelang der große Wurf in der Weiterentwicklung von JSF. JSF 2.1 und 2.2 gehen den Weg der sanften Evolution und optimieren und vervollständigen JSF. In der Session wird ein Einblick in JSF 2.2 gegeben. Es wird gezeigt, welche neuen Features enthalten sind bzw. welche neuen Features gerade in der Expert Group diskutiert werden.

JAXenter: Die bewährte JSF-Technologie wird auch in Java EE 7 wieder enthalten sein, und zwar in der Version 2.2. Was wird es Neues geben in JSF 2.2?

Andy Bosch: In JSF 2.2 sind einige sehr hilfreiche und interessante neue Features geplant. Mein Favorit ist das Thema „TaskFlows“, das aber momentan noch heftig in der Expert Group diskutiert wird Weitere Features sind ViewActions, Instantiierung von Composite
Components und die Möglichkeit der Injection in alle Arten von JSF-Artefakten,

JAXenter: Worum drehen sich die Diskussionen um „TaskFlows“ in der Experten-Gruppe denn?

Andy Bosch: Die JSF-Navigation ist bislang komplett stateless. Zudem ist eine „Modulbildung“ fast unmöglich. Mit den TaskFlows (oder wie momentan der Favorit für das Naming in der EG ist „Faces Flows“) werden Ideen aus Spring Web Flow, ADF Task Flows und anderen Frameworks übernommen und standardisiert. Es soll möglich sein, komplette Abläufe für View-Übergänge zu definieren, mit spezifischen Eingangs- und Ausgangsbedingungen.

JAXenter: Was verbirgt sich hinter den ViewActions?

Andy Bosch: ViewActions beheben ein großes Problem in JSF. JSF ist in der Regel reaktiv, kann somit erst auf Benutzeraktionen wie das Drücken eines Buttons reagieren. Häufig hat man aber die Anforderung, eine Aktion vor dem Darstellen der Seite auszuführen, ohne dass eine Benutzerinteraktion involviert ist. Mit SystemEvents kann man hier seit JSF 2.0 schon einges bewirken. In JSF 2.2 sind ViewActions eine für diesen Anwendungsfall ideale Lösung. Angestoßen wurde das Thema aus Ideen von den JBoss Seam Page Actions.

JAXenter: Wie weit ist JSF 2.2 schon fortgeschritten?

Andy Bosch: Sehr weit. Mit genauen Datumsangaben bin ich vorsichtig, dabei habe ich mir in der Vergangenheit schon zu oft die Finger verbrannt. Aber lange wird es nicht mehr dauert. Ich hoffe, ich trage zu diesem Zeitpunkt noch ein T-Shirt und noch keinen Herbstmantel 🙂

JAXenter: Nun gibt es gerade im Bereich der Web-Frameworks eine starke Konkurrenz mit Shooting Stars wie Vaadin, Play! oder Wicket. Was spricht Ihrer Meinung nach dafür, dennoch auf JSF zu setzen?

Andy Bosch: JSF ist ein Standard, der fest im JavaEE Stack verankert ist. Kleinere Frameworks weisen zum Teil tolle Funktionen auf, die auch in der JSF Expert Group gesehen werden. Sind neue Anregungen von anderen Frameworks auch für JSF interessant, werden diese auch im Standard berücksichtigt. Ich sehe die vielen Open-Source-Projekte als Vorreiter, um neue coole Features zu implementieren und diese auch im „Real Life“ zu testen. Manche Dinge bewähren sich, manche fallen wieder runter. Die besten Ideen sollten in allgemeiner Form in einen Standard einfließen. Das ist das Ziel von JSF.

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Hartmut Schlosser
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