Ein Schritt in Richtung embedded Java

Java SE erhält API für eingebettete Apps

Redaktion JAXenter

© Shutterstock.com/Kirill__M

Das Java Executive Committee (EC) hat ein API für eingebtettete und Desktop-Apps in Java SE abgesegnet. Der im Dezember 2014 eingegangene Java Specification Request (JSR) mit der Nummer 377 soll Themenfelder und Abläufe standardisieren, die sowohl Desktop-Anwendungen als auch eingebettete Apps betreffen.

Wie das Mitglied der Expertengruppe Hendrik Ebbers in einem Blogbeitrag kommentiert, wird das API Einflüsse von Frameworks wie Griffon und DataFX aufweisen.

Der JSR skizziert folgende Ziele:

  • Dependency Injection via JSR330
  • gemeinsame Anwendungsstruktur
  • Anwendungslebenszyklus
  • lokalisierte Ressourcen
  • Ressourcen-Injektion
  • lokalisierte Konfiguration
  • State und UI entkoppeln
  • persistenter Sitzungszustand
  • Maßnahmenmanagement
  • Komponentenlebenszyklus
  • leichtgewichtiger Event-Bus
  • Threading-Aspekte
  • Erweiterbarkeit der Anwendungen über Plugins

Alle angepeilten Features finden sich bei bereits existierenden Frameworks und Plattformen. Allerdings behaupten die Verfasser des JSR 377, dass ein standardisiertes API für alle Features das Erstellen neuer Projekte bzw. die Arbeit an Bestehenden erleichtern wird:

A driving goal behind the JSR is to provide a good abstraction over common needs of an application regardless of the toolkit of choice. For example this JSR must deliver an abstraction on how to access the UI thread (which ever it may be) and a mechanism for initializing and managing a View independent of the widget set.

THIS! @jsr377 Approval “Logical Step Forward” for Cross-platform Apps in #Java // Finally! #JavaFX #Embedded #IoT https://t.co/P4WO8rU7E1
— Bruno Borges (@brunoborges) February 10, 2015

Wie die Verfasser weiter ausführen, werden die APIs auf jedes UI-Toolkit aufsetzen, ohne dass eine Brücke über ein Toolkit geschlagen werden müsste. Das heißt, dass UI-Toolkits wie Swing, JavaFX und SWT keine neuen APIs implementieren müssen.

Vielversprechend für den IoT-Markt

Wie Werner Keil, ein weiteres Mitglied der Expertengruppe, JAXenter gegenüber verlauten ließ, ist

JSR 377 […] a viable complement to the web-only MVC JSR (371) for Java EE for Desktop Rich UI. And at least on Java SE Embedded it is also promising for a rapidly increasing market for tablets or other small/embedded devices and the Internet of Things.

Keil führt weiterhin aus, dass JavaFX einige Pendants zu Microsofts WPF (Windows Presentation Foundation) bietet. Dies betrifft insbesondere die Datenbindung und eine XAML ähnliche Auszeichnungssprache; allerdings werden nicht alle Aspekte in gleichem Maße abgedeckt.

JSR 377 aims to bridge that gap in more areas. One noteworthy bridge would be bringing @Inject or even SE compliant features of CDI (JSR 365, CDI 2 plans to accomplish that) to Rich Clients. Tooling and IDE support by some leading vendors was mentioned as a possible caveat that the EG [expert group] hopes to address by reaching out to leading platforms (and some are known to be joining the EG, soon, too).

Ein Schritt in Richtung embedded Java

Für IoT-Entwickler besonders interessant dürfte die Fähigkeit von JSR 377 sein, Codebasen zwischen Desktop-Projekten und eingebetteten Projekten zu teilen. Diese neueste Änderung bei Java SE ist Teil der andauernden Bestrebungen von Seiten Oracles, Javas Position als Schlüsselsprache des Internet of Things zu sichern.

Nach dem im vergangenen Jahr erfolgten Launch von Java ME 8 bemüht sich Oracle nun gemeinsam mit Imagination Technologies darum, Java mit der MIPS-Chiparchitektur zusammenzubringen und Java für PowerVR Graphics zu verbessern.

Aufmacherbild: Group of technicians repair computer. Computer repair concept von Shutterstock.com / Urheberrecht: Kirill__M

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