Java EE 8 Umfrage-Ergebnisse sind da: So hat die Community entschieden

Hartmut Schlosser
©Shutterstock/ Jeff Banke

Die Ergebnisse der beiden Umfragen zu Java EE 8 sind da. Die Community konnte sich darin für oder gegen die Spezifizierung bestimmter APIs und Feature-Erweiterungen im nächsten Release der Java Enterprise Edition aussprechen. Regen Zuspruch erhielten dabei JCache, APIs für JSON Binding und Server-Sent Events, MVC Support, eine Standardisierung von java.util.logging sowie der Ausbau der CDI- und Sicherheits-Funktionen. Verhalten war dagegen das Feedback zu NoSQL und zur Cloud.

Insbesondere die Haltung der Community gegenüber einer stärkeren Standardisierung für Cloud-Systeme war mit Spannung erwartet worden, da diese bereits für Java EE 7 vorgesehen war, in letzter Minute aber herausgestrichen wurde. Eine knappe Mehrheit von 54 Prozent sprach sich nun für den Support für PaaS aus. IaaS sähen 50% gerne unterstützt, 60% halten die Zeit für Support von Single Application Deployments bei mehreren Applikations-Runtime-Instanzen in einer einzigen Applikations-Server-Instanz gekommen. Mehrmandantenfähigkeit in einer einzigen Applikationsinstanz befürworten 46 Prozent.

(c) Oracle

Nun sind dies keine überwältigenden Mehrheiten wie die 79% für ein Java API for JSON Binding. Angesichts der immer noch seltenen Cloud-Systeme in Produktiveinsatz ist es aber doch eine beachtliche Gruppe, die für eine Standardisierung der Cloud in Java EE 8 votiert. In den freien Kommentaren zum Thema war denn auch zu vernehmen, dass Java EE 8 durchaus den Cloud-Bereich adressieren sollte, dabei aber die Strategie die beste wäre, klein anzufangen und schrittweise Features hinzuzufügen.

Einige weitere Ergebnisse:

Welche neuen JSRs sollten in Java EE 8 enthalten sein:

(c) Oracle 

Sollte ein Embedded Web Container definiert werden?

 (c) Oracle

Sollte ein Embedded Java EE Container definiert werden?

 (c) Oracle

 

Großen Zuspruch erhielt durchweg der REST-Ansatz, etwa sollten neue APIs für Deployment und Management von Applikationen auf REST basieren (83%). Neue Java-EE-Profile brauchen indes nur wenige (22%). Nur 42% finden APIs zur Unterstützung von JavaScript auf dem Server nötig, wie sie beispielsweise mit dem Support für Projekt Avatar möglich wären. Wenig Interesse zeigte sich auch für ein Standard Templating Framework (44%).

Mit einer besseren Integration und einem Ausbau der CDI Features kann aber gerechnet werden. Fast alle Fragen zu CDI erhielten gute Werte:

–       Security Interceptors in Java EE 8 (79%)

–       Ersatz von @Resource durch implizite Producer (51%)

–       Erweiterung der CDI Stereotypen (55%)

–       Generalisierung des EJB Timer Servie für andere managed Beans (67%)

–       Ausweitung der CDI Events und Observer Methoden auf andere Services wie Timeout Events, JMS Messages (67%)

Überraschend wenige Umfrageteilnehmer nutzen NoSQL-Datenbanken (32%), sodass auch nur 40% eine Standardisierung in diesem Bereich wünschen. 

Dieses wichtige Community-Feedback in eine konkrete Roadmap umzumünzen, ist nun die Aufgabe der Java-EE-Gruppe. Hierfür gilt es im ersten Schritt, eine Priorisierung vorzunehmen, um diese dann mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen abzugleichen. In einer dritten Umfrage ist deshalb nochmals die Community aufgerufen, eine Gewichtung vorzunehmen. Jeder kann dafür 100 Punkte frei auf die möglichen Verbesserungen verteilen – also von 100 Punkten auf ein als besonders wichtig erachtetes Feature bis zu mehrmals wenigen Punkten für verschiedene Features. 13 Optionen stehen zur Auswahl:

–       JCACHE (JSR 107)

–       Java API for JSON Binding

–       Java EE Configuration

–       Java API for server-sent events (SSE)

–       An additional web MVC framework

–        Support for CDI-based Security Interceptors for use in authorization decisions  

–       Generalization of the EJB Timer Service and integration of timer notifications with the CDI event/observer facility

–       Features to support use in the cloud — in particular, multi-instance multitenancy

–       Improvements in logging

–       Improvements and simplifications for security

–       Definition of an embedded web or Java EE container for improved testability, use in production, or both

–       New APIs (e.g., REST APIs) for Deployment, Management, Monitoring

–       Pruning of the EJB 2.x remote and local client view and CORBA/IIOP interoperability

David Delabassee weist auf dem Aquarium-Blog noch darauf hin, dass die Ergebnisse zwar von großer Wichtigkeit für den weiteren Fortgang, aber nicht bindend seien. Das Community-Feedback sei noch gegen den Input der Java-EE-Lizenznehmer, der Mitglieder der Experten-Gruppen und anderer abzuwägen. Wann die Ergebnisse der dritten Community-Umfrage veröffentlicht werden, wurde nicht bekannt gegeben. 

Aufmacherbild: Coffee beans in a form to spell the letter „EE“ von Shutterstock / Urheberrecht: Jeff Banke

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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