Ist Android böse?

Claudia Fröhling

Diese Frage stellt Research-Direktor Andreas Constantinou auf der Website Vision Mobile. Seine These lautet: Android habe eine Menge mehr oder weniger versteckte Kontrollpunkte, die das System zum „most closed system in the history of open source“ machen würden. Es geht dabei aber nur um das Handset-OEM-Ökosystem, nicht um das Software-Entwickler-Ökosystem.

Whereas Android is completely open for the software developer ecosystem, it’s completely closed for the handset OEM (pre-load) ecosystem. There is no other platform which is so asymmetrical in terms of its governance structures.

Dabei ist sich Constantinou sicher, dass Androids Erfolg nichts mit Open Source zu tun hätte. Viel mehr läge es an den drei Faktoren Apple (uns seine iPhone-Politik), Netzwerkanbieter (für die Android eine sichere Investition ist) und Qualcomm (deren Hardware-Referenz-Design bei Android integriert ist).

Zurück zu den Kontrollpunkten. Nach Constantinous Recherche gibt es acht Punkte, an denen Google Android-Handsets überwacht. Hier ein paar Auszüge:

  1. Private Codelines für ausgewählte Partner, die meist schon ein halbes Jahr vor dem öffentlichen SDK-Release zur Verfügung stehen, damit die Partner wettbewerbsfähig bleiben können.
  2. Alle Code-Reviewer arbeiten bei Google, so dass Google die einzige Autorität ist, um Code aus der Community anzunehmen oder abzulehnen
  3. Die Roadmap für Android ist meist schon veraltet, wenn sie das erste mal öffentlich gemacht wird. „To get a sneak peak into the private roadmap you need Google’s blessing.“

Schließlich beantwortet Constantinou seine eigene Frage: Ist Android böse? Seiner Meinung nach nicht. Im Gegenteil habe Android das Level an Innovation bei mobiler Software stark vorangetrieben.

The point of the article is not to vilify Google or concoct visions of Darth Vader; but to balance the level of openness hysteria with a reality check on the commercial dynamics of mobile open source.

Geschrieben von
Claudia Fröhling
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.