Umfrage zum Internet of Things verrät Trends und Favoriten

IoT Developer Survey: Die Ergebnisse sind da

Michael Thomas

© Shutterstock.com/Raywoo

Anlässlich der embedded world Conference 2015 rief die Eclipse IoT Working Group Ende Februar alle ITler zur Teilnahme an einer Online-Umfrage auf. Ziel der Erhebung war, ihre Sichtweise auf das Internet der Dinge, aktuelle Technologie-Trends sowie auf die Branchenführer herauszuarbeiten. Nun liegen die Ergebnisse vor, deren Kernpunkte vom IoT Working Group-Mitglied Ian Skerrett auf dessen Blog zusammengefasst wurden.

Teilnehmer und Unternehmen

Insgesamt kamen 394 Personen dem Aufruf nach und nahmen an der Umfrage teil. 38 mussten aufgrund mangelnder IoT-Erfahrung leider disqualifiziert werden, weshalb das Sample 356 gültige Umfragebögen umfasst.

Den Löwenanteil der Teilnehmer stellten mit 46 % die Entwickler, gefolgt von Führungskräften (12 %), Studenten (9 %) und Forschern (6 %). Zudem waren u.a. auch Tester sowie Produkt- und Entwicklungsmanager beteiligt. Die Mehrzahl der Teilnehmer (35 %) arbeiten in kleineren Unternehmen mit 1 bis 49 Mitarbeitern, immerhin fast jeder fünfte (19 %) jedoch in Großunternehmen mit mehr als 5000 Mitarbeitern.

Die Haupttätigkeitsfelder der Unternehmen sind der Umfrage zufolge Embedded Software (35,1 %), Webentwicklung (30,3 %) und Enterprise Software (29,2 %). 45 % der Befragten sagten aus, dass ihre Unternehmen bereits heute IoT-Lösungen entwickeln. Weitere 30 % gaben an, dass ihre Unternehmen dies innerhalb der kommenden 6–18 Monate tun wollen.

Lösungen werden vor allem für die Bereiche Heimautomatisierung (43,8 %), industrielle Automatisierung (35,4 %), Energiemanagement (32,3 %), Gebäudeautomation (25,3 %) und Connected Cities (25 %) entwickelt. Die Hauptanliegen bei der Entwicklung von IoT-Lösungen sind dabei Sicherheit und Interoperabilität: Konsistent mit anderen IoT-Untersuchungen führt das Thema Sicherheit mit 43,7 % die Rangliste der relevantesten Themen an. Mit deutlichem Abstand folgt die Interoperabilität (30,7 %), die jedoch wiederum das am dritthäufigsten genannte Feld, Integration mit Hardware (22,9 %), weit hinter sich lässt.

Deutliche Trends: Open Source, Hardware, Sprachen, Messaging-Protokolle und Betriebssysteme

Wie die Umfrage ergab, nimmt quelloffene Software eine beherrschende Stellung im IoT-Umfeld ein. Rund 81 % der Teilnehmer gaben an, Open Source-Sofware für ihre IoT-Lösungen einzusetzen. Fast 55 % gaben an, dass ihre Unternehmen sich aktiv an der Weiterentwicklung von Open Source-Projekten beteiligen bzw. diese mit Bugfixes unterstützen.

Ebenfalls über 80 % der Teilnehmer verfügen zumindest über etwas Erfahrung im Umgang mit Arduino, Raspberry Pi und vergleichbaren Plattformen, was die Wichtigkeit von günstiger und zugänglicher Hardware für den Durchbruch des Internet of Things unterstreicht.

Auch im Hinblick auf die Schlüsselsprachen des Internet of Things lassen sich deutliche Trends ablesen: Auch wenn sich vermutlich nie eine Sprache als die einzig dominierende etablieren wird, steht Java zur Zeit mit 66,1% klar an der Spitze, gefolgt von C (49,8 %) und JavaScript (37,1 %). Auch C++ (33,9 %) und Python (33,2 %) erfreuen sich weiter Verbreitung.

Bei den verwendeten Messaging-Protokollen scheinen HTTP (63,1 %) und MQTT (53 %) sich als klare Favoriten zu etablieren. Gleiches gilt für das bevorzugte Betriebssystem: Hier hat Linux mit 78,2 % eindeutig die Nase vorn, die zweithäufigst genannte Antwort („kein OS/Bare-Metal“) folgt erst weit abgeschlagen mit 20 %. Aus den Antworten zu Messaging-Protokollen und Betriebssystem lassen sich Skerett zufolge zwei Lesarten ziehen: Entweder Linux und die bereits existierenden Webstandards reichen für das Internet der Dinge aus, oder die neuen IoT-spezifischen Standards und Betriebssysteme werden noch sehr lange brauchen, bis sie sich durchgesetzt haben.

Aufmacherbild: Survey and mouse sign drawn on chalkboard von Shutterstock.com / Urheberrecht: Raywoo

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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