IntelliJ IDEA 13 ist da: Die Neuerungen im Überblick

Hartmut Schlosser
© JetBrains

Die Version 13 der Entwicklungsumgebung IntelliJ IDEA ist verfügbar. Ziemlich genau ein Jahr hat die Software-Schmiede JetBrains gebraucht, um den Nachfolger des erfolgreichen IDEA 12 fertig zu stellen. Das Ergebnis zeigt Neuerungen an zahlreichen Stellen der IDE, angefangen beim User Interface über die Editoren bis zur Framework-Integration.

Wir werfen einen Blick auf die Highlights des Release:

Im UI fällt zunächst auf, dass Toolbar und Tool Window Buttons nicht mehr zu sehen sind – der Übersichtlichkeit halber wurden sie per Default versteckt. Integriert wurde eine neue Suche, mit der sich Klassen und Dateien auffinden lassen. Hier kann man den Suchbereich feingranular einstellen, beispielsweise auf Suchen in Strings oder Kommentaren. Schneller geht es sogar noch mit der Speed Search, die Suchbegriffe direkt hervorhebt.

Speed Search in IntelliJ IDEA 13. Bild: www.jetbrains.com 

Ein neues Kommandozeilen-Interface ermöglicht das Ausführen von Anweisungen lokal oder im Fernzugriff über SSH. Neue Features sind der Präsentationsmodus, mit dem sich die IDE für Vorträge nutzen lässt (siehe Video unten), und der Linsen-Modus, der bei Maus-Navigation über eine Warnung das entsprechende Code-Fragment vergrößert anzeigt.

Lens Mode in IntelliJ IDEA 13. Bild: www.jetbrains.com

Ein Highlight des Release ist der neue Debugger, der in der Lage ist, lokale Variablen anzuzeigen, selbst wenn keine Debug-Informationen für die kompilierten Klassen vorliegen. Beispielsweise können so Drittpartei-Bibliotheken oder JDK-Sourcen ohne kompilierte Debug-Infos bearbeitet werden. Zudem unterstützt die „Smart Step Into“-Aktion des Debuggers jetzt auch anonyme Klassen und Lambda-Ausdrücke.

Java 8 Support - auch im Debugger. Bild: www.jetbrains.com
 

Natürlich wird Java 8 überall in der IDE gemäß der neuesten Updates unterstützt. Java-EE-Entwickler finden Support für Java EE 7 vor, also etwa JSF 2.2, CDI 1.1, JAX-RS 2.0, Batch Processing und WebSockets. Auch alle üblichen Server wie Glassfish 4, Wildfly 8 und Tomcat 8 werden unterstützt. Zum Java EE Support hat JetBrains einige Demo-Videos produziert:

In der Ankündigung zum Release spricht IDEA-Entwickler Andrey Cheptsov davon, dass in den letzten Monaten die Bande zu Unternehmen wichtiger Technologien stärker geknüpft worden seien. Insbesondere die Unterstützung für Android, Spring, Scala und Gradle profitiert davon.

Für Android-Entwickler ist ja seit geraumer Zeit schon die Android-Studio-Umgebung zu haben, die JetBrains zusammen mit Google bereit gestellt hat und die als Konkurrent zur bisherigen Eclipse-Android-IDE an den Start geht. Android Studio profitiert nun von den selben Feature-Erweiterungen, die auch in der Community Edition von IntelliJ IDEA 13 enthalten sind. Und die Community Edition bietet ihrerseits Android Studio Features wie einen besseren Code Editor und UI Designer oder den einfachen Zugriff auf SQLite. An dieser Stelle macht auch die Kollaboration mit Gradle besonderen Sinn. Denn erst kürzlich hat Android selbst auf das Buildsystem Gradle umgestellt – und IDEA 13 enthält nun spezielle Wizards, die passende Code Completion und Syntax Highlighting für die Gradle DSL. Die Gradle-Integration wird in unten stehendem Video demonstriert:

Weitere Neuerungen in Kurzform:

  • Navigation durch Controller-Methoden im Spring MVC Explorer
  • Neuer Log Viewer für Git und Mercurial Repositorys
  • Einfache Datenbank-Einbindung durch automatische JDBC Driver Integration
  • Unterstützung für Typescript 0.9
  • Neues Extract Inline CSS Refactoring

Details über das gesamte Feature-Set hält die Projektseite bereit. Wie immer ist IntelliJ IDEA 13 in einer freien Community Edition und einer kommerziellen Ultimate Version verfügbar.

Fazit: Weltbewegende Neuerungen findet man in IntelliJ IDEA 13 zwar nicht – abgesehen vielleicht von den Android-Features, die zwar noch nicht perfekt sind, aber Potenzial zeigen. Der Entwicklungsumgebung ist es aber gelungen, neue Technologien sinnvoll einzubinden und fällige Technologie-Weiterentwicklungen wie Lambda-Ausdrücke und Java EE 7 mitzugehen. Und ganz nebenbei wird die Messlatte in Sachen Usability nochmals ein Stück höher gelegt. So wurde erneut wieder an der Performance-Schraube gedreht, beispielsweise kann der Editor auch während der Indizierung eines Projektes genutzt werden. Solche Details und ein kohärentes Bedienkonzept machen IntelliJ IDEA 13 vielleicht zur ausgereiftesten Entwicklungsumgebung derzeit.

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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