Amazon Alexa und Google Assistant verlieren App-Nutzer

Inside IoT: Android Things ♥ Intel, IoT ♥ Blockchain & autonomes Auto von Amazon

Mascha Schnellbacher

© Shutterstock.com / Goami

Die Highlights aus dem IoT-Universum. Diese Woche ist voller Liebe: Zum einen verstärkt Google seine Partnerschaft mit Intel und bringt Android Things auf das Joule-Board, zum anderen will eine Initiative das Internet of Things mit Blockchain sicherer machen. Außerdem mit an Bord: Amazon Alexa und Google Assistant verlieren App-Nutzer, es gibt Hinweise auf ein autonomes Fahrzeug von Amazon und die Deutschen lehnen mobiles Bezahlen ab.

Auch in dieser Woche gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

Android Things kommt auf Intels Joule-Board

Google hat im Dezember 2016 das Projekt Android Things vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine IoT-Plattform, die eine Vernetzung von Geräten mit gewohnten Android-Werkzeugen wie Android Studio zum Ziel hat. Jetzt verstärkt Google seine Partnerschaft mit Intel und bringt seine IoT-Plattform auf Intels Joule 570x Board.

Das Board bringt eine 4K-fähige Grafikeinheit und eine RealSense 3D-Tiefenkamera mit sich. Zudem verfügt es über einen Atom T5700 Prozessor, 4 GB LPDDR4 RAM, 16 GB Speicher und 802.11ac Wi-Fi. Damit unterstützen derzeit neben dem Intel Joule drei Einplatinenrechner Android Things: Raspberry Pi, NXP Pico i.MX6UL und Intel Edison. Dank dieser Zusammenarbeit können Maker androidbasierte Gadgets und Smart Devices für das Zuhause, den Handel und Industrie entwickeln.

IoT mit Blockchain sicherer machen

Das Internet of Things sorgte in der letzten Zeit für wenig positive Schlagzeilen: Schwachstellen in der Absicherung der Geräte, DDoS-Attacken ungeahnten Ausmaßes und ein riesiges Botnet brachten das IoT als Internet of unsecure Things in Verruf. Um dem entgegenzuwirken, haben sich etablierte Firmen wie Bosch, Cisco, Foxconn und Gemalto mit Start-ups aus dem Blockchain-Bereich zusammengetan. Die neue Initiative hat sich laut Coindesk aufgrund der Veranstaltung „New Horizons: Blockchain x IoT Summit“ in Berkeley im Dezember 2016 gegründet.

Ihr Ziel ist, die Möglichkeiten von Blockchain-Ansätzen zu nutzen, um die Sicherheit von und das Vertrauen in IoT-Lösungen zu erhöhen. Im Vordergrund stehen dabei die Verbesserung des Identitätsmanagements und die Gewährleistung von sicheren Daten beim Versand über größere Netzwerke. Genau dort setzt dann die Blockchain-Technologie an, die Datenpakete auf ihrem Weg im IoT signieren und deren Echtheit bestätigen sollen.

Amazon Alexa und Google Assistant verlieren App-Nutzer

Amazon Echo und Google Home sind derzeit der heiße Scheiß. Doch beide Geräte – und die Sprachtechnologien dahinter – müssen erst noch ein paar Hürden überwinden, wenn sie Nutzer und Entwickler dauerhaft binden wollen. Das zumindest ist eine der wichtigsten Schlussfolgerungen, die das Startup VoiceLabs in seiner kürzlich erschienenen Studie zieht.

So haben beispielsweise 69 Prozent der über 7.000 Alexa-Skills keine oder nur eine Nutzerbewertung. Noch schlimmer: Wird eine App für Echo oder Home einmal genutzt, besteht nur eine dreiprozentige Chance, dass der User auch in Woche 2 noch ein aktiver Nutzer ist. Im Vergleich: iOS- und Android-Apps haben eine durchschnittliche Haltequote zwischen 11 und 13 Prozent.

Dies zeigt das Problem von Amazon und Google auf: Die Devices werden zwar gekauft, aber die Nutzer bleiben meistens bei den Standard-Apps wie Musikstreaming und Lichtsteuerung. Auf diese Weise lässt sich aber kein Ökosystem aufbauen, das Entwickler dauerhaft bindet und neue Einkommensquellen erschließt. Um auf dem Markt erfolgreich zu bleiben, müssten die Unternehmen den Nutzen der smarten Assistenten stärker herausstellen und neue Lösungsansätze vorstellen, so VoiceLabs.

W-JAX
 
Ivo Wessel

QWERTZ war gestern! Interfaces von morgen

mit Ivo Wessel (IN BEST HANDS UG)

Dominik Obermaier

Securing MQTT

mit Dominik Obermaier (dc-square GmbH)

Autonomes Auto von Amazon?

Auf dem Feld der selbstfahrenden Autos könnte sich bald ein weiterer Hersteller tummeln. Denn laut eines kürzlich bekannt gewordenen Patents plant auch Amazon, bei den autonomen Fahrzeugen mitzumischen. Das Patent beschäftigt sich mit dem Problem von umkehrbaren Fahrbahnen, also Fahrspuren die abhängig vom Verkehr ihre Richtung ändern. Diese Art von Fahrbahnen wird hauptsächlich in größeren US-Städten genutzt, um den Verkehr in und aus der Stadt zu regeln. Wie das Patent warnt, könnte eine solche Fahrbahnumkehrung für autonome Fahrzeuge zu einem riesigen Problem werden:

Autonomous vehicles may not have information about reversible lanes when approaching a portion of a roadway that has reversible lane, leading to a worst-case scenario of them driving headfirst into oncoming traffic.

Amazons Lösung: ein zentralisiertes Roadway-Management-System, das mit verschiedenen selbstfahrenden Autos kommuniziert, Informationen austauscht und die Verkehrskoordination übernimmt. Weitere Details zu Amazons Plänen gibt es nicht, es liegt allerdings die Vermutung nahe, dass das Unternehmen eine Flotte autonomer Trucks und Vans zur logischen Erweiterung seines Liefernetzwerks plant.

Mobiles Bezahlen? Nein, danke!

Einfach das Smartphone ans Lesegerät der Kasse halten und ohne lästiges Suchen nach dem passenden Kleingeld bezahlen – hört sich das nicht gut an? Ich finde ja schon. Da bin ich in Deutschland aber offensichtlich Teil einer Minderheit, wie der aktuelle Deloitte-Report zum Thema „Mobiles Bezahlen“ zeigt.

In Deutschland sehen altersübergreifend beinahe alle Befragten mobiles Bezahlen skeptisch: Bei den über 45-Jährigen haben 97-99 Prozent noch nie per Smartphone bezahlt. Bei den 18- bis 44-Jährigen sind es auch immer noch zwischen 91 und 95 Prozent. In-Store-Payment-Optionen haben sogar erst ein bis zwei Prozent der Befragten ausprobiert.

Gründe dafür seien demnach Sicherheitsbedenken, die Unübersichtlichkeit der Angebote sowie der fehlende Mehrwert beim Bezahlen mit dem Smartphone. Laut Umfrage wollen derzeit nur vier Prozent der Deutschen mobil bezahlen – kaum verwunderlich, dass Deutschland damit im internationalen Vergleich auf den hinteren Plätzen landet. Europaweit sind die Deutschen sogar Schlusslicht. Spitzenreiter ist Japan, dort nutzen bereits 49 Prozent der Bevölkerung Mobile Payment.

Geschrieben von
Mascha Schnellbacher
Mascha Schnellbacher
Mascha Schnellbacher studierte Buchwissenschaft und Deutsche Philologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit Juni 2015 arbeitet sie als Redakteurin in der Redaktion des Entwickler Magazins bei Software & Support Media. Zuvor war sie als Lektorin in einem Verlag sowie als freie Editorin tätig.
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