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OPC, runC, Docker...

Impressionen von der DockerCon 2015: „Die Containerwelt brodelt an allen Ecken und Enden“

Peter Roßbach

Ob das neue Plug-in-System, Updates bei Docker Engine, Docker Swarm, Docker Machine, Docker Compose oder die Ankündigung des Open Container Project: Die soeben beendete DockerCon 2015 in San Francisco hatte allerhand Neuheiten für Docker sowie die Containerwelt als ganzes zu bieten. Peter Roßbach schildert seine Eindrücke von der Konferenz.

Die DockerCon 2015 in San Francisco: Der Rummel ist unfassbar, die Räumlichkeiten quellen beinahe über, rund 2000 Teilnehmer haben sich zum Stelldichein versammelt. Die großen US-Firmen haben zahlreiche Mitarbeiter aus allen Winkeln der USA auf die Konferenz geschickt. Gerüchten zufolge soll allein IBM 100 Teilnehmer stellen.

Diverse Firmen bieten neue Lösungen für das Management, die Orchestrierung, die Montierung und das Netzwerk für Docker-Container an. In den Gesprächen höre ich, dass Docker schon sehr häufig in der Entwicklung genutzt wird. Alle wollen damit noch im Laufe dieses Jahres in die Produktion, ca 40 % sind es (zumindest in kleinen Teilen) bereits. Jeder brennt auf Kommunikation, der direkte Kontakt ist erwünscht, alle sind ansprechbar und interessiert, was der jeweils andere tut und was noch alles getan werden muss. Kurz: Es macht Spaß, hier zu sein!

Die Knüller der Con

Doch verquatschen sollte man sich nicht, immerhin warten zahlreiche Speaker darauf, gehört zu werden. Und die Neuigkeiten, die sie zu verbreiten haben, haben es in sich!

Da wäre zum Beispiel die Docker Experimental Binary. Ziel ist es dabei, Nutzern die neuesten Features noch schneller bereitzustellen – und zwar sogar solche, die es eventuell niemals in ein offizielles Release schaffen. Beim neuen Docker Plug-in-System in Docker 1.7 handelt es sich ebenfalls um ein Experiment, mit dessen Hilfe die Integration verschiedener Netzwerksysteme und Volume-Manager in Docker leicht gemacht werden soll. Auch die Docker-Tools wurden akutalisiert: Docker Swarm 0.3 (experimentelle Integration mit Mesos), Docker Machine, Docker Compose – alle haben ein Update spendiert bekommen. Gleichzeitig wurden neue Tools angekündigt, von denen Notary, das in einer Alpha vorliegt und dem Signieren und Verifizieren von Inhalten aus dem Netz dient, eine besonders wertvolle Ergänzung darstellen dürfte.

DockerCon2015_notary

Die größten Knaller sind für mich allerdings ganz klar die Veröffentlichung des Open Container Project (OPC), das unter den wachsamen Augen der Linux Foundation entwickelt wird, und die Implementierung von runC: Damit ist es Docker Inc. gelungen, die Jungs und Mädels von CoreOS wieder mit ins Boot zu holen – ein wirklich guter Schachzug, um den Markt für alle Teilnehmer zu vereinheitlichen und trotzdem jedem ein eigenes Angebot zu erlauben.

Technisch gesehen ist runC ein Wunderwerk: Es basiert auf Dockers libcontainer-Projekt, also der selben Container-Technologie, die bereits in Millionen von Docker Engine-Installationen zum Einsatz kommt, und bietet einen gemeinsamen Standard für Linux- und Windows-Container. Dazu läuft es auch noch komplett separat von Docker, man benötigt also keinen Docker-Daemon mehr, um eine Isolierung eines Prozesses zu erzeugen – Cool!

DockerCon2015_runcLogo

Bestehende Docker-Images können als Tarballs direkt genutzt werden. Damit kommt man den Ideen und Forderungen von CoreOS‘ AppC sehr nahe. Alex Polvi, der Chef von CoreOS, ist auf der DockerCon in persona anzutreffen und man kann beobachten, wie sich beide Teams wieder miteinander unterhalten.

Damit man weltweit sorglos Container bauen, verteilen und betreiben kann, benötigt man einen gemeinsamen, offenen und firmenunabhängigen Standard. Da alles, was Rang und Namen hat, bei der Gründung der Initiative dabei ist, stehen die Chancen auf eine schnelle Einigung und eine erste Version ziemlich gut.

Was bleibt nach zwei Tagen auf der DockerCon? Auf jeden Fall die Erkenntnis, dass die Containerwelt zur Zeit an allen Ecken und Enden brodelt; die Technologien entwickeln sich in rasendem Tempo, es herrscht allgemeine Aufbruchstimmung. Rosige Zeiten also für alle Containerfreunde? Wir dürfen gespannt bleiben!

DockerCon2015_WalLego2_2

Geschrieben von
Peter Roßbach
Peter Roßbach
Peter Roßbach ist ein Infracoder, Systemarchitekt und Berater vieler Websysteme. Sein besonderes Interesse gilt dem Design und der Entwicklung von komplexen Infrastrukturen. Er ist Apache Tomcat Committer und Apache Member. Mit der bee42 solutions gmbh realisiert er Infrastrukturprodukte und bietet Schulungen auf der Grundlage des Docker-Ökosystems, aktuellen Webtechnologien, NoSQL-Datenbanken und Cloud-Plattformen an.
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