Immutable Deployments: Neue Pläne für Eclipse Virgo

Redaktion JAXenter

Auf den Führungswechsel folgt ein Richtungswechsel: Im Oktober 2013 übernahm Florian Waibel die Projektleitung von Eclipse Virgo, nachdem der ehemalige Lead Glyn Normington zurückgetreten war. Jetzt strebt der neue Chefentwickler eine Kursänderung für das Runtime-Server-Projekt an, wie er in einem Blogpost ankündigt. Demnach sollen Anwendung und Server künftig als Deployment-Einheit behandelt werden:

Our vision is that Virgo becomes the leanest and easiest-to-use server for modular applications. We will achieve this by focusing on single application installations per server. Server and application become an atomic deployment unit. Virgo will continue to expose OSGi to the application and make it easy to blend the server into a standalone application.

Man vollziehe damit eine Kehrtwende „vom Multi-Applikations-/dynamischen Update hin zum Verschmelzen von Applikation und Server“, wie Florian Waibel JAXenter mitteilt. Aktualisierungen werden dann außerhalb des Anwendungsservers, nicht mehr innerhalb desselben verwaltet.

Der Hintergrund wird im Blogpost erläutert: Deployment-Standards seien im Wandel begriffen. Dank neuer, leichtgewichtiger Container- und Virtualisierungstechnologien hätten sich „Immutable Deployments“ als neuer Standard etabliert. „Immutable“ bedeutet, dass Deployments nicht mehr verändert werden können. Sobald Modifikationen nötig sind, werden diese in einem neuen Deployment ausgerollt. Nachteile, die durch Konfiguration an einem laufenden System entstehen, werden damit umgangen. Neues Tooling sowie Docker-Support sollen die Neuausrichtung von Virgo vereinfachen, indem sie das Testen von Anwendungen in virtuellen Umgebungen ermöglichen. Im neuen Entwicklungsstrang werde man sich auf die Distributionen Virgo Nano Jetty und Virgo Nano Tomcat konzentrieren, so Waibel. Auf Basis des ausgelieferten HTTP-Pakets soll es ein Leichtes sein, Module hinzuzufügen.

Über die Transformation der Server-Landschaft referierte Eberhard Wolff diese Woche auf der JAX. Seine mitunter kontrovers diskutierte These, dass Application Server dem Untergang geweiht seien, vertiefte er in einem JAXenter-Interview.

Eclipse Virgo ging 2007 aus der Codebasis des SpringSource dm Servers hervor und ist auf die Entwicklung OSGi-basierter Enterprise-Java- und Spring-Anwendungen spezialisiert. Im Juno-Release 2012 war Virgo erstmals mit einem Mikro-Kernel namens „Nano“ ausgestattet, der das Entwickeln leichtgewichtiger OSGi-Anwendungen ermöglicht. SAP wurde auf das innovative Projekt aufmerksam und integrierte einige Virgo-Technologiekomponenten in seine Cloud-Plattform HANA.

Geschrieben von
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
400
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: