Hudson versus Jenkins: Sacha Labourey mit weiteren Details

Hartmut Schlosser

CloudBees CEO Sacha Labourey bietet in einem Blogeintrag Hintergrundinformationen zum Streit um die Hudson-Namensrechte zwischen Oracle und der Hudson-Community. Hudson-Gründer Kohsuke Kawaguchi, Andrew Bayer und Labourey hatten an den Gesprächen mit Oracle teilgenommen, die zu einem Bruch mit Oracle und dem Vorschlag der Hudson-Vertreter geführt hat, sich von den Namensansprüchen Oracles zu befreien und das Projekt unter dem neuen Namen „Jenkins“ weiterzuführen.

Für Labourey würde der Besitz der Namensrechte durch Oracle eine Asymmetrie in der Hudson-Community zur Folge haben, da jeder Hudson-Contributor zuerst ein Copyright-Agreement mit Oracle einzugehen hätte.

Eine solche Asymmetrie sei an sich nichts Neues für Open-Source-Projekte und bestehe etwa auch bei JBoss oder Glassfish. Ungewöhnlich in der aktuellen Situation zwischen Oracle und Hudson sei allerdings, dass der Besitzer der Namensrechte (Oracle) selbst nur sehr wenige Codebeiträge für das Projekt leiste, dafür aber viel von der Community profitiere.

Für Labourey steht die Hudson-Community nun vor der Wahl, weiterhin Zeit in das „asymmetrische Hudson“ zu investieren, auf die Gefahr hin, dass Oracle zu einem zukünftigen Zeitpunkt falsche oder Community-ferne Entscheidungen treffe (Andrew Bayer hatte diese Situation in seinem Blogbeitrag als „Leben unter dem Damokles-Schwert“ bezeichnet). Die zweite Option bestehe darin, einen Schnitt zu machen, die Asymmetrie zu revidieren und das Projekt unter einem neuen Namen weiterzuführen.

Keinen Zweifel lässt Labourey daran, dass er die zweite Möglichkeit favorisiert und mit CloudBees die „Jenkins“-Community unterstützen wird, insbesondere da auch Hudson-Gründer Kohsuke Kawaguchi bei CloudBees unter Vertrag steht. Dabei stellt er auch klar, dass CloudBees nicht beabsichtigt, den Oracle-Part zu übernehmen und die angemahnte Asymmetrie mit anderen Vorzeichen wieder aufzubauen.

Als einer unter vielen werde man Zeit und Energie in Jenkins investieren – und Oracle sei dazu eingeladen, dasselbe zu tun.

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Hartmut Schlosser
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