Eclipse-DemoCamps im Doppelpack: München und Zürich

Hacking, Demos, Bier & Brezn: Demo-Tour durch Eclipse Mars

Matthias Zimmermann

(c) wiki.eclipse.org

Mit knapp 100 Teilnehmern gehören München und Zürich zu den größten Eclipse Democamps. Zum Eclipse Mars Release hatten Teilnehmer in diesen beiden Städten nördlich der Alpen die Gelegenheit, Neuigkeiten zu diversen Themen aus erster Hand zu erfahren und alte Bekannte sowie auch neuere Kollegen bei einem Bier zu treffen.

München, 23. Juni

Das Democamp in München wurde dieses Jahr zum zweiten Mal in den Räumlichkeiten von Capgemini durchgeführt. Wie bereits im letzten Jahr hat die BSI Business Systems Integration das Democamp zusammen mit der EclipseSource in München und der tatkräftigen Unterstützung  von Angelika Wittek organisieren dürfen.

Tom Schindl (BestSolution) präsentierte im ersten Vortrag sein neues Projekt e(fx)clipse Compensator. Dieses Projekt besteht aus einer Sammlung von lose gekoppelten Komponenten zur Umsetzung von eigenen leichtgewichtigen IDEs. Dank dem JavaFX GUI von Compensator lassen sich mit Compensator auch durchgestylte Themes realisieren. In einer eindrücklichen Demo baute Tom schließlich in knapp 10 Minuten eine komplette Dart-IDE zusammen inklusive Syntax Highlighting, Error Markers und Code Completion.

Im nachfolgenden Beitrag demonstrierte Jörg Hohwiller (Capgemini) die OASP4J-IDE. Mithilfe dieses Toolings lassen sich Eclipse-IDE-Installationen auch für umfangreiche Projekte definieren, bei neuen Projektteilnehmern zuverlässig aufsetzen und aktualisieren. Da sich so erstellte Eclipse-Installationen gegenseitig nicht in die Quere kommen, können auf einem Rechner auch so viele Installationen parallel aufgesetzt werden wie es für die Arbeit erforderlich ist.

Jens Reimann und Jürgen Rose (beide IBH SYSTEMS) boten in ihrer Session das neue Eclipse-Projekt Package Drone vor. Mit diesem Projekt lassen sich Software-Artefakte nun auch mit Maven Tycho  auf ein entsprechendes Repository hochladen und können von diesem Repository anschließend in unterschiedlichen Formaten zur Verfügung gestellt werden. Einmal im Package Drone Repository, lassen sich Artefakte als sowohl als P2-Updatesite wie auch über OSGi R5 konsumieren. In Zukunft sollen von Package Drone auch noch die APT- und YUM-Formate unterstützt werden.

Wie bereits im Beitrag von Jörg Hohwiller adressierte auch Frederic Ebelshäuser (Yatta Solutions) das altbekannte Leid der Entwickler, sobald eine spezifische Eclipse-IDE-Installation schnell, konsistent und fehlerfrei aufgesetzt werden soll. Mit dem vorgestellten Profiles for Eclipse, das auf Oomph basiert, lassen sich komplette IDE-Setups definieren, aufsetzen und updaten. Über das vorgestellte Eclipse-HUB-Portal lassen sich diese Profile auch mit einem interessierten Entwicklerkreis teilen. Teilnehmer können Profile auch folgen und „Followers“ werden bei Anpassungen entsprechend informiert.

Im letzten Beitrag vor der Pause zeigte Matthias Zimmermann (BSI Business Systems Integration) wie sich mit dem Eclipse Scout Framework modulare Geschäftsanwendungen entwickeln lassen. Neben dem klassischen Schichtenmodell unterstützt Scout auch sogenannte Business Slices. Dadurch können Anwendungen auch in fachlich separierten Modulen umgesetzt werden. Für den Neon Release kündigte Matthias an, dass Scout seine Abhängigkeit zur Eclipse Platform entfernt und so zu einem reinen Java Framework werden wird. Außerdem wird Scout nächstes Jahr auch einen komplett neuen HTML5 Renderer erhalten.

Die Eclipse Community in München bei angeregten Gesprächen in der Pause mit Brezen und Getränken.

Die Eclipse Community in München bei angeregten Gesprächen in der Pause mit Brezen und Getränken.

Nach der Pause zeigte Alexandra Schladebeck (Bredex) den Teilnehmern in einem unterhaltenden Vortrag das neue Jubula Client API. Mit diesem API lassen sich Jubula-Testfälle neu auch in Java-Code ausdrücken was insbesondere den Entwicklern bei der Erstellung von funktionellen Tests entgegen kommen soll. Zum Schluss ließ sich Alexandra von den anwesenden Entwicklern noch einmal versichern, dass diese die neuen Möglichkeiten nur sehr verantwortungsvoll einsetzen würden.

Democamp München: Alexandra Schladebeck zum Jubula Client API

Democamp München: Alexandra Schladebeck zum Jubula Client API

Im Beitrag von Tom Zierer von der Bayrischen Landesbank bekamen die Teilnehmer eine Session zur COBOL-Programmierung auf einem „schweren“ Hostsystem vorgeführt. Diese „Legacy-in-Action-Einführung“ mit vielen zeichenbasierten Masken demonstrierte deutlich, wie die Produktivität der Entwickler durch einen solchen Workflow leiden kann. Das es auch anders geht, zeigte Tom anschließend mit einer angepassten Eclipse-IDE, welche für die gezeigte COBOL-Umgebung nützliche Features wie Syntax Highlighting, Compiling auf dem Backend(!) und Error Markers im Codeeditor bereitstellte.

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Tom Zierer bei seiner COBOL Hacking Session.

 

In der Session zu EMF Forms präsentierte Jonas Helming von EclipseSource München den aktuellen Release 1.6, welcher mit Eclipse Mars ausgeliefert wird. In der anschließenden Demo wurde mit dem Tooling von EMF Forms ein neuer Dialog für das Editieren oder Erfassen einer Person für eine RCP Anwendung erstellt. Dabei war die Abbildung zwischen dem Domänenmodell und den UI Komponenten sehr schön zu sehen. Als Ergänzung zu den bestehenden Rendering Komponenten von EMF Forms erwähnte Jonas auch noch die aktuellen Arbeiten an JSON Forms, einem Web Renderer der auf AngularJS basiert.

Der letzte Beitrag des Democamps in München kam von Jochen Hiller von der Deutschen Telekom. In seinem Talk zum Eclipse SmartHome Projekt standen die neuen Features wie die Auto-Discovery für angeschlossene Geräte im Zentrum. Die ausführliche Demo umfasste verschiedene Geräteklassen von klassischen Lampen, über Smart Sockets, Audiogeräten bis zu einem Haarföhn. Für die Demo selbst verwendete Jochen das neue „Paper UI“ vom openHAB 2 Projekt, welches mit seinem neusten Release ebenfalls auf dem Eclipse SmartHome Projekt aufsetzt.

Das Democamp klang bei Bier, Buffet und ausgedehntem Networking aus. Vielen Teilnehmern hat der Event ausgezeichnet gefallen und zahlreiche Teilnehmer sind wohl auch nächstes Jahr wieder mit dabei.

Zürich, 24. Juni

Mit rund 90 Teilnehmern war auch das Democamp in Zürich sehr gut besucht.  Dieses Anlass hat in Zürich zum vierten Mal stattgefunden und wurde wieder von Itemis Schweiz und der BSI Business Systems Integration im Rahmen der Partnerschaft mit der Java User Group Schweiz organisiert. Auch die ETH war dieses Jahr wieder mit dabei und stellte einen Hörsaal an der zentral gelegenen ETH zur Verfügung.

 

Democamp Zürich: Martin Lippert spricht über Spring und Cloud Foundry Tooling für Eclipse

Democamp Zürich: Martin Lippert spricht über Spring und Cloud Foundry Tooling für Eclipse

Am ersten Vortrag des Democamps in Zürich demonstrierte Martin Lippert (Pivotal) die aktuellste Version des auf Eclipse basierenden Spring und Cloud Foundry Tooling. An der Demo wurde gezeigt, wie leicht sich damit neue Spring Projekte aufsetzen lassen und welche Neuerungen das Tooling für die Entwicklung mit Spring mitbringt. Beispielsweise bei der Arbeit mit Konfigurationsdaten im YAML-Format. Als experimentelles Feature demonstrierte Martin zum Ende noch die Möglichkeit, mit der Sprint Tool Suite Anwendungen live auf Serverknoten in der Cloud zu debuggen.

In den drei folgenden Sessions vor der Pause widmete sich das Publikum Beiträgen, welche auch in München präsentiert worden sind. Tom Schindl führte den e(fx)clipse Compensator ein, Jonas Helming demonstrierte die neuesten Features von EMF Forms und Matthias Zimmermann erklärte, wie mit Eclipse Scout modulare Geschäftsanwendungen umgesetzt werden können.

Democamp Zürich: Tom Schindl präsentiert sein Projekt e(fx)clipse Compensator.

Democamp Zürich: Tom Schindl präsentiert sein Projekt e(fx)clipse Compensator.

Nach einer kurzen Pause stellte Dierk König (Canoo) mit einer „No Slides“ Session dem Publikum die Grails Plattform vor und zeigte, wie sich mit Grails schnell und einfach datenzentrierte Anwendungen umsetzen lassen. Konkret erstellte Dierk im Laufe seines Beitrages eine kleine Teilnehmerverwaltung.

Im darauf folgenden Beitrag stellte Axel Terfloth (itemis) die Yakindu Statechart Tools vor, ein auf Eclipse basierendes Open-Source-Projekt. Mit Yakindu lassen sich anhand von Zustandsübergangsdiagrammen ereignisgesteuerte Systeme spezifizieren, validieren und auch umsetzen. In der Demo erstellte Axel ein kleines Modelldiagramm im Yakindu Editor welches er auch im Simulationsmodus laufen ließ und zu dem am Abschluss auch der zugehörige Java Code generiert werden konnte.

Wie bereits beim Democamp in München rundete der Beitrag von Jochen Hiller zum Eclipse SmartHome-Projekt das Vortragsprogramm ab.

Teilnehmer des Democamps im Hörsaal der ETH in Zürich.

Teilnehmer des Democamps im Hörsaal der ETH in Zürich.

Beim abschließenden Feierabendbier und Buffet ergaben sich auch in Zürich viele angeregte Diskussionen. Da die Türen an der ETH für die Teilnehmer viel zu früh geschlossen wurden, haben individuelle Gruppen die Gespräche einfach in nahegelegene Restaurants und Bars verlagert.

Fazit

Bei der wiederholten Teilnahme an Democamps wird klar, dass diese Anlässe nicht nur zum Kennenlernen von neuen Technologien und Werkzeugen beitragen. Da die Beiträge direkt aus den vorgestellten Projekten kommen, finden an Democamps auch viele direkte und interessante Diskussionen zwischen Teilnehmern und Referenten statt. Außerdem trägt die wiederholte Durchführung und der lokale Charakter der Democamps  dazu bei, spannende Kontakte über mehrere Jahre aufzubauen und zu pflegen. Es ist nicht zuletzt dieser Punkt, der dazu beiträgt, dass viele wiederkehrende Teilnehmer sich bereits im Vorfeld auf das Wiedersehen an einem Democamp freuen.

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Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann ist für das Open Source Engagement der Business Systems Integration AG verantwortlich und ist seit 2010 Co-Lead des Eclipse Scout Open Source Projektes.
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