Community-Lektionen

Groovy: Downloads seit Beitritt zur Apache Foundation verdoppelt

Guillaume Laforge

© Shutterstock.com/Victor Tongdee

Groovy-Projektleiter Guillaume Laforge verrät uns einige der Lektionen, die er im Umgang mit Programmierer-Communities gelernt hat. Zudem wirft er einen Rückblick auf Groovy: Seit sie den Schoß von Pivotal verlassen hat und unter dem Dach der Apache Foundation ein neues Zuhause finden konnte, erlebt die Sprache eine wundersame Wiedergeburt.

Nachdem Groovy der Apache Foundation beigetreten war, verdoppelten sich die monatlichen Downloads auf 1,3 Millionen – ein massiver Anstieg in nicht einmal sechs Monaten. Die Lektionen, die ich aus dem Umgang mit der Groovy-Community ziehen konnte versuche ich auch bei Restlet anzuwenden. Ich hoffe, dass auch Sie im Rahmen Ihrer Open-Source-Communities von diesen Erfahrungen profitieren können.

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Die Downloadzahlen sind ein guter Indikator dafür, wie rege ein Projekt genutzt wird. Die Zahlen spiegeln dabei sämtliche Downloads über Maven Central und Bintray wider.

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Lektion 1: Die Community steht an erster Stelle

Die Groovy-Community ist stark und passt wunderbar zur Apache Foundation. Die Überführung des Projekts in die Hände der Apache Foundation war ein Signal an unsere Community, dass sie und das Ökosystem die wichtigste Rolle spielen. Als Projekt der Apache Foundation ist die Zukunft von Groovy auf lange Sicht gesichert; die Sprache ist damit unabhängig von äußeren Einflüssen, insbesondere von Unternehmen.

Das Restlet-Framework unterscheidet sich stark von Groovy. Ich habe darüber nachgedacht, wie ich meine Erfahrungen mit Groovy auf Restlet übertragen könnte. Eines der Dinge, die jede Community braucht, ist eine Kommunikationsmethode. In meinen ersten sechs Monaten bei Restlet sorgte ich dafür, dass die Diskussionen rund um das Framework in eine neue Google-Groups-Mailingliste verschoben wurden. Zudem begann ich damit, kostenlose wöchentliche Newsletter über die API-Industrie zu schreiben. Das sind Informationen, die nicht nur im Hinblick auf Restlet, sondern für die Community generell von Interesse sind. Meine Hoffnung ist, mit diesen kleinen Schritten die Community dabei zu unterstützen, sich selbst zu helfen – sowohl was die Nutzung als auch das allgemeine Wissen anbelangt.

Lektion 2: Mobile-Entwickler sind wichtig für das Projekt

Wenn man sich umhört gewinnt man den Eindruck, dass jedes Unternehmen über die Mobile-Unterstützung redet und sich jedes Projekt in diese Richtung bewegt. Groovy 2.4 brachte erstmals die Unterstützung von Android mit sich. Das erwies sich ziemlich schnell als äußerst willkommene Neuerung; sogar große Unternehmen wie die New York Times haben damit begonnen, Groovy für die Programmierung ihrer Mobile-Apps zu verwenden.

Mobile ist eine der wichtigsten Triebkräfte der API-Ökonomie; Restlet arbeitet bereits mit Mobile-Entwicklern. Die Dinge, die ich dank Groovy gelernt habe, haben einen subtilen Einfluss darauf, wie ich mit der Restlet-Community zusammenarbeite. Früher betrachtete ich Groovy immer als Back-End-Sprache. Als sie vermehrt bei mobilen Geräten zum Einsatz kam, wurde mir klar, dass sie so viel mehr sein könnte. Ähnlicherweise wurden API-Entwicklung und -Design vornehmlich von Back-End-Entwicklern erledigt. Erst durch die Zusammenarbeit mit der Restlet-Community realisierte ich, dass sich deutlich mehr Leute um die API-Entwicklung kümmern, darunter auch einige, die ihr Hauptaugenmerk auf die Mobile-Entwicklung legen.

Lektion 3: Das Projekt existiert innerhalb eines Ökosystems

Die Verbreitung von Groovy wird aktuell auch von Gradles Build-Automatisierungslösung positiv beeinflusst. Das System wird auch von Google als Standardprozess für die Entwicklung von Android-Applikationen verwendet. Gradle nutzt Groovy als seine Build-Sprache.

Obwohl wir Groovy anfangs nicht als Build- oder Konfigurationssprache entworfen haben, so freut es mich doch, dass die Community neue Wege findet, sie auf diese Art zu nutzen.

Das ist meiner Ansicht nach eine wertvolle Lektion, die ich in die Restlet-Community einzubringen versuche: Diejenigen, die ein Open-Source-Projekt nutzen, sind eine unschätzbar wertvolle Quelle der Kreativität. Ich konnte viel von Open-Source-Projekten, die Groovy nutzen, lernen. Einen ähnlichen Lerneffekt erhoffe ich mir von Projekten, die Restlet einsetzen.

Im Rahmen meiner Arbeit mit den Restlet- und Groovy-Communities versuche ich eine Umgebung zu schaffen, die allen Mitgliedern die Möglichkeit eröffnet, durch den Austausch von Informationen voneinander zu lernen. Durch meine langjährige Erfahrung mit der Groovy-Community kann ich beobachten, wie diese die Restlet-Community auf subtile Art beeinflusst. Ich hoffe, dass diese Kooperation in Zukunft weiter vertieft wird.

Aufmacherbild: Hand drawn illustration von Shutterstock.com / Urheberrecht: Victor Tongdee

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Geschrieben von
Guillaume Laforge

Guillaume is a PMC member on the Apache Groovy project and Restlet product lead and developer advocate. He co-authored the bestseller “Groovy in Action” with Dierk König.

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