Die Blockchain ist keine Universallösung

Bitcoin flipping: Die Grenzen der Blockchain

Redaktion JAXenter

© Shutterstock/Everett Collection

Die Blockchain-Technologie trägt das Rezept für Störungen bereits in sich. Wenn FinTechs und Banken sich nur vertragen würden… Ein neuer Bericht wirft ein Schlaglicht auf die Grenzen der Blockchain und zeigt auf, dass es sich dabei um keine Universallösung handelt. Erfahren Sie alles über die Hürden und warum die Technologie nicht in allen Industriezweigen zum Einsatz kommen kann.

Gemeinsam veröffentlichten Infosys Consulting und die HHL Leipzig Graduate School of Management eine kurze Abhandlung mit dem Namen „Blockchain Technology and the Financial Services Market“, in der sie das Potenzial und die Genzen der Blockchain-Technologie aus der Sicht von „High-Level Business Cases“ evaluieren.

Nachdem 33 FinTechs und Bankenspezialisten interviewt, 81 Experten kontaktiert und über 70 Publikationen durchgearbeitet wurden, folgerten Infosys Consulting und die HHL Leipzig Graduate School of Management, dass die Blockchain-Technologie in etwa fünf bis zehn Jahren Massentauglichkeit erreichen wird. Diese Schlussfolgerung ist nicht neu. Spios Margaris, weltweit die Nr. 4 der Top 20 Social Influencers in FinTechs, berichtete JAXenter bereits vor drei Monaten, dass die Blockchain in den nächsten fünf bis zehn Jahren Einzug in den Mainstream halten wird, aber die Grenzen der Blockchain zu erkennen könnte dabei helfen den Weg für sie zu ebnen.

Die Grenzen der Blockchain

Ja, die Blockchain-Technologie hat in einigen Finanzdienstleistungsbereichen Potenzial, und ja, Investment Banking und Transaktionsservices sind die Lieblinge von Blockchain-Anwendungen. Dennoch handelt es sich dabei, laut Infosys Consulting und der HHL Leipzig Graduate School of Management, um keine „One-Size-fits-All“-Lösung – zudem sei sie bisher (noch) nicht ausreichend reguliert. Eine direkte Verbindung zwischen der umfassenden Implementierung der Blockchain und der Zusammenarbeit zwischen FinTechs und Banken wird darüber hinaus ebenfalls gesehen.

Die Blockchain sollte nicht als Universallösung in Betracht gezogen werden, da sie nur funktionieren (und ihr volles Potenzial entfalten) kann, wenn ein großes Netzwerk und geringe Transaktionsvolumina gegeben sind. Die Abhandlung benennt sechs Blockchain-Einschränkungen:

  • Aufgrund der Tatsache, dass die Blockchain-Technologie mit einem komplexen Verifizierungsprozess arbeitet, soll sie nicht für große Transaktionen verwendet werden.
  • Sie soll nicht als Option in Betracht gezogen werden, wenn es nicht genügend Mitglieder gibt (aufgrund des Netzwerk-Ansatzes).
  • Die Komplexität des Konzepts erhöht dessen Verteilung.
  • IT-Instabilität kann fatale Folgen nach sich ziehen.
  • Einer der Gründe, warum Banken sich Zeit damit gelassen haben sich die Blockchain-Technologie zu Eigen zu machen, ist der mögliche Verlust von Einnahmen.
  • Der Mangel an gesetzlichen Regelungen kommt einer breiten Umsetzung in die Quere.

Potenziale der Blockchain

Man sollte bei der Blockchain-Technologie und einer branchenübergreifenden Implementierung vorsichtig sein, aber es ist nicht zu leugnen, dass sie auch ein paar Asse im Ärmel hat. Erstens, ist sie nicht auf Vermögenstransaktionen beschränkt. Zweitens, kann man die schnelle Abarbeitung und niedrigen Transaktionskosten kaum ignorieren. Weiterhin beseitigt die Dezentralisierung die Notwendigkeit von vertrauenswürdigen Dritten. Transparenz und die hohe Sicherheit spiegeln schließlich nur einige potenzielle Vorteile wider, weswegen Banken und FinTechs in naher Zukunft davon überzeugt werden könnten sich dieser Technologie anzunähern.

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Banken + FinTechs = breitete Blockchain-Implementierung

Laut dem Whitepaper werden sich Banken mit FinTechs zusammenschließen, weil sie die Technologie verstehen müssen und zusätzliche, interne Forschungslabore schaffen müssen. Die breite Umsetzungen der Blockchain-Technologie wartet nicht bereits hinter der nächsten Ecke, da ihre Grenzen noch nicht vollends adressiert werden konnten. Die Versuche zur Zusammenarbeit zwischen Start-ups, Banken, Beratungsfirmen und Behörden sind allerdings vielversprechend. Lesen Sie die komplette Abhandlung hier.

„Trotzdem gut gemacht, Blockchain“

Man kann Blockchains Grenzen, die Firmen und Banken davon abhalten auf den fahrenden Blockchain-Zug aufzuspringen, nicht leugnen, aber man kann gleichzeitig ebenso die Menge an positiven Berichten nicht leugnen, die die Vorteile der Technologie aufzeigen. Ein solches Beispiel ist das World Economic Forum, das Mitte August einen Bericht mit dem Titel „The Future of financial infrastructure: An ambitious look at how blockchain can reshape financial services“ veröffentlichte.

Der Bericht spricht dafür, dass die Blockchain das Potenzial hat dem Hype gerecht zu werden und Finanzdienstleistungen neu zu gestalten. Um jedoch wirklich eine zentrale Position in der FinTech-Welt einzunehmen, muss sich die Technologie hinter Bitcoin mit anderen Technologien, Regulatoren, Platzhirschen und weiteren Stakeholdern zusammenschließen.

Ist die Blockchain bereit ihre Grenzen hinter sich zu lassen und eine größere Rolle in der Finanzwelt zu übernehmen? Diskutieren wir!

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