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Neues vom Androiden-Planeten

GoogleApiClient hat ausgedient und zwei Developer Advocates batteln sich bei YouTube – unser Planet Android

Carina Schipper

 © Software & Support Media

In der letzten Episode unseres Planet Android sind APIs ziemlich stark vertreten gewesen. Jetzt legen wir nach, denn Google verkündete gerade die Abschaffung von GoogleApiClient und präsentierte sogleich zwei Nachfolger: Task- und GoogleApi-basierte Schnittstellen. Unsere Neuentdeckung in Sachen Videos: „Build Out“. In der wirklich unterhaltsamen Serie entwickeln Entwickler von Google um die Wette.

Google Play Referrer API: nicht aus den Augen verlieren

Zu verstehen, wie Leute eine App finden und was sie nach der Installation damit anstellen, ist wesentlich, um die richtigen Produkt- und Marketingentscheidungen zu treffen, gerade, wenn es um Strategien und Budgets geht. Heutzutage bieten viele App-Messunternehmen und Ad Networks Ad-Attributionslösungen auf der Basis von Empfehlungsdaten an. Mit dem Google Play Install Referrer API, stelle Google Entwicklern eine zuverlässige Methode zur Verfügung, Referral-Inhalte für die Installation sicher abzurufen, heißt es auf dem Android Developers Blog. Zu den Informationen, die direkt aus dem Play Store stammen, zählen beispielsweise die Referrer-URL des installierten Pakets, der Zeitstempel (in Sekunden), wann der Referrer-Klick stattgefunden hat oder der Zeitstempel (in Sekunden), wann die Installation begonnen hat. Um die Integration des Install Referrer APIs zu vereinfachen, hat Google die Install Referrer Library 1.0 für Android veröffentlicht. Die Bibliothek ist im Maven Repository des Konzerns verfügbar. Wer mehr über das neue API und die Client Library wissen möchte, sollte entsprechende Informationen auf der Webseite der Install Referrer Client Library und in der Referenzdokumentation finden.

Was nach GoogleApiClient kommt

Die Veröffentlichung der Version 11.6.0 des Google Play Services SDK stößt eine ganze Reihe von Konsequenzen für Entwickler an. Das neue SDK krempelt populäre APIs komplett um. Das Team hat die APIs überarbeitet, um die Anzahl der Standard-APIs zu reduzieren, die UX zu verbessern und die Authentifizierung und Autorisierung zu vereinfachen. Das sind sicherlich gute Neuigkeiten, aber die neue Version bringt eine große, wichtige Änderung mit sich: zusammen mit ihr führt Google neue Task– und GoogleApi-basierte APIs ein, um das GoogleApiClient Access Pattern zu ersetzen.

Insgesamt haben die Entwickler insgesamt fünf APIs aktualisiert:

  • Auth aktualisierte die Google Sign In und Credentials APIs.
  • Drive aktualisierte die Drive und Drive Resource APIs.
  • Fitness aktualisierte die Ble, Config, Goals, History, Recording, Sensors und Sessions APIs.
  • Games aktualisierte die Achievements, Events, Games, Games Metadata, Invitations, Leaderboards, Notifications, Player Stats, Players, Realtime Multiplayer, Snapshots, Turn Based Multiplayer und Videos APIs.
  • Nearby aktualisierte die Connections und Messages APIs.

Alte Fallstricke überwinden

Das Modell des alten GoogleApiClients enthielt einige Stolperfallen für Entwickler. Jeder Verbindungsabbruch beispielsweise verhindert die Verwendung der angefragten APIs. Zusätzlich ist es umständlich mehrere GoogleApiClient-Objekte einzusetzen. Ein simplen API-Aufruf zu starten, kann bedeuten, auf zwei Rückrufe zu warten. Einer wartet, bis der GoogleApiClient verbunden ist und ein anderer auf den API-Aufruf selbst. Über die Jahre hinweg ist es immer offensichtlicher geworden, dass ein Ersatz für den GoogleApiClient her muss. Google handelte und heraus kam schließlich GoogleApi. Anstatt mehrere APIs auf einen einzigen API-Client zu packen, verfügt jedes API jetzt über eine speziell entwickelte Client-Objektklasse, die GoogleApi erweitert. Im Gegensatz zu GoogleApiClient funktioniert die Erstellung vieler Client-Objekte nicht auf Kosten der Performance. Jedes dieser Client-Objekte abstrahiert die Verbindungslogik. Verbindungen werden vom SDK automatisch so verwaltet, dass sowohl Geschwindigkeit als auch Effizienz maximiert werden. Allgemein bringen die neuen GoogleApi-basierten APIs drei Vorteile mit sich. Es besteht keine Verbindungslogik. Aufrufe, die eine Verbindung erfordern, werden hinten angestellt, bis eine Verbindung verfügbar ist. Bei Bedarf werden Verbindungen gebündelt und deaktiviert, wenn sie nicht benutzt werden. Das schont den Akku und verhindert Memory Leaks. Vorteil Nummer zwei liegt darin, dass die Anmeldung vollständig von den APIs getrennt ist, die den GoogleSignInAccount verwenden. Das erleichtert den Einsatz authentifizierter APIs in der gesamten Anwendung. Schließlich benutzen asynchrone API-Aufrufe das neue Task-API anstelle von PendingResult, was eine einfachere Verwaltung und Verkettung ermöglicht. Ausführlichere Informationen zu den neuen Schnittstellen und einige Beispiele hält der Android Developers Blog bereit.

Geheime Datensammler auf dem Smartphone enttarnen

Tracking, also Benutzeraktivitäten zu verfolgen, ist ein heikles Thema. Entwickler sollten immer auf die Balance zwischen Anwendernutzen und Privatsphäre achten. Viel zu oft sind App unglaublich datenhungrig. Diesem Datenhunger möchte das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT engegentreten und unerwünschte Datensammelei aufdecken. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierten Forschungsverbunds Forum Privatheit arbeitet das Fraunhofer SIT an MetaMiner. Mithilfe des Tools könnten Nutzer Tracking durch mobile Apps sichtbar machen und auch unterbinden, heißt es aus Darmstadt.

Hinter vielen App-Funktionen stehen Zusatzbibliotheken. Sie sind einerseits sicherlich nützlich, allerdings lassen sich mit ihrer Hilfe auch Details über die App-Nutzer erfassen. Optimistisch betrachtet nutzen die Anbieter diese Informationen, um ihren Service zu verbessern. Werbetreibende erstellten mithilfe der Informationen oft Nutzerprofile. Die Zusatzbibliotheken seien jedoch häufig wegen ihrer Sicherheitslücken auch Einfallstore für Cyber-Angriffe, warnt das südhessische Institut. Bisher hatte der Endbenutzer so gut wie keine Chance, herauszubekommen, welche Apps heimlich, still und leise spionieren. Zwar ist eine Reihe von Tools für PCs und Laptops auf dem Markt, aber diese funktionieren in Bezug auf mobile Apps nur eingeschränkt.

Prototyp für Android existiert bereits

„Verstecktem Tracking in mobilen Apps wurde bisher nur wenig Beachtung geschenkt, so dass sich App-Nutzer oft nicht bewusst sind, zu welchen Werbenetzen bzw. bösartigen Internetbereichen das Smartphone im Verborgenen Onlineverbindungen aufbaut“, erklärt Hervais Simo Fhom, Projektleiter am Fraunhofer SIT. „Anders als bestehende Tools ist MetaMiner nach den Prinzipien Privacy by Design und Privacy by Default entworfen: Daten werden unmittelbar auf dem Gerät des Endnutzers verarbeitet und interpretiert, ohne Sicherheitskompromisse am Gerät einzugehen. Das Tool ist leicht bedienbar und durch interaktive Visualisierung und klare Grafiken sehr übersichtlich.“ Der Benutzer kann sich Diagramme und Grafiken anschauen. Über sie sieht er, in welche Apps welche Zusatzbibliotheken für Tracking und Werbung eingebettet sind, wann und mit welchen Drittservern das Smartphone heimlich kommuniziert und wohin diese Daten fließen.

Neue Entwickler-YouTube-Serie „Build Out“

Haben Sie schon einmal versucht, den richtigen Weg zu finden, um Mobile-, Cloud- und Web-Technologien zu kombinieren, nur um dann in der Vielzahl der verfügbaren Angebote verloren zu gehen? Es kann schwierig sein, den besten Weg zu kennen, alle Optionen zu kombinieren, um Produkte zu entwickeln, die Probleme für Ihre Benutzer lösen. Google will Entwicklern ab sofort in Form einer YouTube-Serie zu Hilfe eilen. Bei „Build Out“ knöpfen sich echte Ingenieure fiktive Produkte vor. Jeden Monat präsentieren die Developer Advocates Reto Meier und Colt McAnlis konkurrierende Architekturen. Sie zeigen dem Publikum, wie sich die Produkte von Google für Entwickler kombinieren lassen, um knifflige Probleme zu lösen. Jede Lösung umfasst eine breite Palette von Technologien, darunter Google Cloud, Android, Firebase und TensorFlow.

„Da wir aus tiefstem Herzen Ingenieure sind, freuen wir uns über eine Herausforderung. Jede Lösung geht weit über das Mindestmaß an praktikablem Produkt hinaus und untersucht einige der fortschrittlichsten Möglichkeiten, das Problem kreativ zu lösen“, verraten die beiden Developer Advocates vor der Kamera auf dem Android Developers Blog. Das alleine klingt schon spannend, aber es wird noch interessanter. Die Build-Out-Videos sind nämlich immer auch ein Battle zwischen den Moderatoren. Nachdem der Zuschauer sich das Video angesehen hat, kann er entscheiden, wer von beiden das Problem besser gelöst hat. Dafür muss er schlicht einen Kommentar auf YouTube posten. Wer eine bessere Idee, oder gar einen fertigen Lösungsweg parat hat, darf dies in den Kommentaren zum jeweiligen Video ebenfalls gerne kund tun.

In Episode 1: The Smart Garden nehmen Reto Meier und Colt McAnlis Entwürfe für Gärten, die sich selbst pflegen, unter die Lupe.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis bald!

Geschrieben von
Carina Schipper
Carina Schipper
Carina Schipper ist seit 2017 Redakteurin beim Java Magazin, Business Technology und JAXenter. Sie hat Germanistik und Europäische Ethnologie / Volkskunde an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg studiert.
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