Google stellt neue Browser IDE Spark vor

Hartmut Schlosser

Entwickeln nicht in der Desktop IDE, sondern im Browser – bei dieser Idee scheiden sich die Geister! Ist es für gewisse Einsatzszenarien sicherlich nicht empfehlenswert, die Möglichkeiten einer voll ausgestatteten Browser IDE zu verlassen, so könnte bei leichtgewichtigen Einsätzen im Webumfeld der Browser als Entwicklungswerkzeug nicht verkehrt sein.

Man entwickelt im Web für’s Web – ein Gedanke, den offenbar auch Google inspiriert, insbesondere wenn es um die hauseigene Webapp-Variante „Chrome-App“ geht. Mit dem Projekt „Spark“ hat der Suchmaschinen-Riese jetzt die Anfänge einer Browser IDE vorgestellt, mit der insbesondere die Entwicklung von Chrome-Apps ermöglicht werden soll.

Chrome Apps basieren auf HTML5, JavaScript und CSS und sind in der Lage, auch außerhalb des Browsers ausgeführt zu werden. Im Vergleich zu „normalen“ Webapps haben sie Zugriff auf die speziellen Chrome APIs, mit denen Funktionen und Verhaltensweisen „nativer“ Apps nachempfunden werden können. Die Spark IDE würde in diesem Kontext die Entwicklung von Chrome-Apps erlauben, ohne auf Windows, Mac oder Linux angewiesen zu sein.

Etwas unklar ist noch, inwiefern sich die Spark IDE auch für die allgemeine Entwicklung mit JavaScript, HTML, CSS und anderen Webtechnologien eignen wird – oder gar für Android? Spark-Entwickler François Beaufort beschreibt das Projekt als Chrome App basierte Entwicklungsumgebung, die in Dart geschrieben ist und eine Library wiederverwendbarer GUI Widgets (auf der Basis der Webkomponenten-Bibliothek Polymer) bereit stellen soll. Das Projekt befinde sich noch ganz am Anfang, schreibt Beaufort und stellt den Link zur GitHub-Seite bereit.

Ob das Spark-Projekt sich zu einem Konkurrenten für existierende Browser IDEs wie Cloud9 oder Orion entwickelt, hängt an der Frage nach der Unterstützung für andere Technologien. Bleibt der alleinige Fokus auf den Chrome-Apps, trifft auch Spark die Kritik am Chrome-Konzept: Weshalb in Zeiten des offenen Web einen neuen Walled Garden einführen?

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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