Golang hat den Wohlfühlfaktor!

Google Go: Darum ist die Programmiersprache so beliebt

Dominik Mohilo

© Hugo Arganda

Fast 3.600 Personen nahmen im letzten Jahr an der großen Userumfrage von Google teil. In den Ergebnissen kristallisierten sich interessante Erkenntnisse heraus – so wird Go etwa vor allem privat von Entwicklern genutzt. Was die Umfrage sonst noch ergab, haben wir uns für euch angesehen.

Im Dezember letzten Jahres startete Google eine große Umfrage zur Programmiersprache Go, also Googles C-Alternative, die auch unter dem Namen Golang bekannt ist. Dabei kam heraus, dass 66 Prozent der Teilnehmer Go in privaten Projekten benutzen. Davon nutzten etwa 39 Prozent Golang sowohl im Beruf als auch privat, 27 Prozent hingegen ausschließlich zuhause. Vorrangig im beruflichen Umfeld nutzten lediglich 23 Prozent der Befragten Go.

Google Go: So nutzen es die Entwickler / Quelle: Go Blog

Google Go: So nutzen es die Entwickler / Quelle: Go Blog

Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer nutzt Go erst seit zwei Jahren oder kürzer. Die Nutzung von Golang ist also erst in den letzten Jahren so richtig in Schwung gekommen, allerdings zeichnet sich ein wachsendes Interesse ab. In unserer eigenen Umfrage zu den Technologie-Trends 2017 zu Beginn dieses Jahres gaben 31 Prozent unserer Leser an, dass Go in diesem Jahr für sie interessant werden würde.

Anhand der Ergebnisse des Vorjahres kann man den Aufwärtstrend per Vergleich recht eindeutig nachweisen: 2016 hatten lediglich knapp 26 Prozent der Umfrageteilnehmer ein gesteigertes Interesse an Googles Programmiersprache Go.

Ergebnisse der großen JAXenter Umfrage 2017:

Golang: wer, wofür und vor allem warum

Die Frage danach, welche Entwickler Go in erster Linie nutzen, kann man anhand der Umfragedaten ziemlich eindeutig beantworten: Besonders im Bereich der Webentwicklung kommt Go zum Einsatz. Rund 63 Prozent der Befragten gaben an, im Web Development zu arbeiten. Dabei kommt die Sprache besonders für das Erstellen ausführbarer bzw. interaktiver Programme (CLIs), API/RPC-Services und Web-Services zum Einsatz. Aber auch Bibliotheken, Frameworks, Daemons und Agents werden in Golang geschrieben.

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Warum die Teilnehmer Go nutzen? Nun, weil sie offenbar sehr zufrieden mit den Ergebnissen und der Arbeit mit der Programmiersprache an sich sind. So zufrieden sogar, dass eine überwältigende Mehrheit der Umfrageteilnehmer (mit einer Rate von 19 zu 1) Google Go anderen empfehlen oder gerne in ihrem nächsten Projekt einsetzen würden. Die Nutzer von Go schätzen dabei besonders die Simplizität der Sprache, die Nebenläufigkeit und die Performance bzw. Geschwindigkeit.

Im Interview mit JAXenter berichtete uns Matt Aimonetti, Mitgründer und CTO von Splice, von seinen Erfahrungen mit Golang:

When I started my startup Splice three years ago, I knew that we needed a solid code foundation. I had to deal with bad early stage startup code so many times that I wanted my company to have to deal with a crazy amount of technical debt as we start getting good traction. Go was much simpler to wrap your mind around, the compilation was really fast, deployment was straightforward, it was tested on very large teams and the community was very supportive (as well as well-organized and full of very experienced/smart people). I decided to take a bet on Go since it seemed like the best option at the time. I am very glad I did.

Abseits von technischen Aspekten dürfte der Community Factor ein wichtiger Punkt sein, weshalb Go sich einer wachsenden und anhaltenden Beliebtheit erfreut. Mehrheitlich gaben die Teilnehmer der Umfrage an, sich in der Go-Gemeinschaft willkommen zu fühlen. Doch natürlich ist auch bei Google nicht alles eitel Sonnenschein. Kritik erntete etwa die eher unübersichtliche Dokumentation:

The documentation is not clear enough for beginners. It needs more examples and often assumes experience with other languages and various computer science topics.

Was die Community noch über Go zu sagen hatte und sämtliche Ergebnisse der Umfrage von Google können auf dem Blog von Go eingesehen werden. Herunterladen kann man sich Go auf der Homepage der Sprache.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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