Quo vadis Google Dart?
Über den Stand der Dinge bei Googles Programmiersprache Dart

Google Dart 2.0: Mit neuer Version kommt das Typsystem

Redaktion JAXenter

© Shutterstock/erashov

Mit Dart hat Google im Jahr 2010 eine Web-Programmiersprache vorgestellt, die als Alternative zu JavaScript ins Rennen geschickt wurde. Welche Chancen sich Dart in dieser Position ausrechnen darf, und wie es um die aktuelle Entwicklung von Dart bestellt ist, beleuchten wir in diesem Artikel.

Update vom 06.07.2017

Erste Infos zu Google Dart 2.0: Strong Mode soll Standard werden

Wenn Google die Frage stellt, wie man Entwickler von Dart-Anwendungen produktiver machen kann, ist davon auszugehen, dass der Suchmaschinenriese diese Frage bereits zu beantworten weiß. Die Antwort lautet in diesem Fall: Google macht den Strong Mode von Dart aller Voraussicht nach zum Standard in Dart 2. Das scheint die logische Konsequenz zu sein, da interne wie externe Entwicklerteams bereits jetzt zum Teil komplett im Strong Mode arbeiten.

Dart – und das ist das Hauptproblem – interessiert sich standardmäßig nicht für Typen. Der Dart Analyzer im Strong Mode nutzt Typinferenz, um herauszufinden, welche Typen vermutlich gemeint sind und jede Variable kann nur einen einzigen Typen haben. Allerdings kann es selbst hier zu ungewollten Problemen und Fehlern kommen, wie ein Beispiel von David Morgan zeigt, dass er auf seinem Blog veröffentlicht hat.

Was also gebraucht wird, um sicherzustellen, dass das Typsystem sicher und möglichst fehlerfrei funktioniert, sind zusätzliche Runtime Checks, die derzeit nur mit der Dart Engine Dart Dev Compiler oder „DDC“ genutzt werden können. Dartium wird damit überflüssig, denn durch den DDC werden schnellere Entwicklungszyklen möglich und die neueste Version von Chrome kann genutzt werden. Letzteres sorgt dafür, dass Entwicklern die neuesten Browserfeatures zugänglich sind. Das Entwicklungstool Dartium wird, sobald DDC ausgereift ist, nicht mehr aktiv weiterentwickelt und unterstützt. Nichts ändert sich hingegen am Kompilierungstool: dart2js bleibt auch unter Dart 2 das empfohlene Werkzeug, um die finale Anwendung zu kompilieren.

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Die vollständige Umstellung auf den Dart Strong Mode stellt natürlich ein Problem dar, denn plötzlich würden Anwendungen, die unter Dart 1.x völlig valide waren, genau dies nicht mehr sein. Da der DDC einzig und allein ein Entwicklungstool ist, muss es keinen validen Dart Code kompilieren und ausführen, die virtuelle Maschine und dart2js hingegen schon. Der Umstieg auf „Strong Mode only“ stellt also einen Breaking Change immenser Größe dar – weshalb die neue Major Version Dart 2.0 nötig wird. Durch diesen Schritt können Anwendungen mit Typproblemen als invalide deklariert werden und die Runtimes können zukünftig Typen verfügbar machen, die exakt das tun, was sie sollen.

Natürlich wissen die Entwickler bei Google, dass so ein Wechsel nicht von heute auf morgen funktionieren würde. Daher wird die Einführung von Dart 2.0 in drei Phasen aufgeteilt: In der ersten Phase wird der Strong Mode opt in, anschließend wird er Standard und in der letzten Phase wird es nur noch den Strong Mode geben. Damit soll ein möglichst reibungsloser Wechsel zum neuen Typsystem gewährleistet werden.

Der Plan für die Ablösung von Dartium + Classic Mode durch DDC + Strong Mode / Quelle: Goolge

Weitere Informationen zum Dart Development Compiler gibt es auf der offiziellen Landingpage zum Tool und auf GitHub. Weitere Informationen zur Umstellung auf den Strong Mode als einziges System gibt es auf dem Blog von Dart und im Artikel von David Morgan auf Medium.



Update vom 19.06.2017

Google Dart 1.24: Jetzt mit neuem Dart Development Compiler

Während Googles Programmiersprache Go sich wachsender Beliebtheit erfreut, ist es im Dart-Universum gewohnt still. Die Programmiersprache wird nach wie vor besonders intern beim Suchmaschinenriesen verwendet. Doch gerade weil Dart bei Google intern für wichtige Dienste, wie AdWords, AdSense und Shopping verwendet wird, wird die Sprache kontinuierlich weiterentwickelt.

Dart Development Compiler

Das wichtigste neue Feature des Sprachupdates ist sicher der Dart Development Compiler. Dieser ist, anders als dart2js, modular. Dadurch ist es pub möglich, inkrementelle Re-Builds für pub serve anzufertigen. Möglicherweise wird dies zukünftig auch für pub build verfügbar sein.

Praktisch bedeutet das nichts anderes, als dass Änderungen an Dart-Dateien nach einem Refresh in Chrome (bzw. anderen unterstützten Browsern) beinahe sofort sichtbar werden. Das funktioniert, da pub nicht mehr sämtliche Pakete rekompiliert, sondern nur noch das, an dem man gerade arbeitet. Auch das Testen in Chrome soll damit sehr viel schneller ablaufen. Einziger Haken am neuen Dart Development Compiler: Das gesamte Paket und sämtliche Abhängigkeiten müssen strong mode clean, also für den Dart Strong Mode optimiert sein.

Wie das Debugging mit dem neuen Dart Development Compiler in Chrome funktioniert, sieht man in diesem YouTube-Video:

Weitere Änderungen

Bleiben wir noch kurz im Bereich pub, bzw. pub publish: Ab sofort wird nicht nur die UNLICENCE-Datei unterstützt, es ist zudem auch möglich Pakete zu veröffentlichen, die eine Abhängigkeit zum Flutter SDK haben. Auf pub.dartlang.org werden Flutter-Plug-ins nun mit einem eigenen Symbol getaggt und sie werden auf der neuen Landingpage (pub.dartlang.org/flutter/plugins) aufgelistet.

Für den Strong Mode wurde die Ad-Hoc-Inferenz Future.then entfernt. Stattdessen werden die Nutzer angehalten, FutureOr zu verwenden. Im allgemeinen Sprachbereich muss void während eines dynamischen Type Checks nicht mehr null sein. In der Praxis wird dadurch das Überschreiben von void-Funktionen mit Nicht-void-Funktionen sicherer.

Einige kleinere Änderungen gab es außerdem. Die schon zuvor als nicht mehr aktuell markierte ChunkedConverter-Klasse wurde endgültig entfernt, was ein Breaking Change darstellt. Unterdessen wurde Dartium so aktualisiert, dass es nun mit Chrome v50 im Einklang steht, dadurch werden nun auch in Dartium window.isSecureContext und window.requestIdleCallback unterstützt.

Weitere Informationen zu den aktuellen Änderungen gibt es auf dem Blog der Dart-Programmiersprache. Eine vollständige Liste der Änderungen findet sich auf GitHub, dort gibt es auch detaillierte Beschreibungen der jeweiligen Aktualisierungen.

Update vom 26.04.2017

Google Dart 1.23: Verbesserte Unterstützung des Strong Modes

Dart setzt sein Schattendasein fort: Zwar konnte die JavaScript-Alternative von Google im aktuellen Index von TIOBE zwei Plätze gut machen, dennoch ist Dart noch lange nicht im Mainstream angekommen. Intern beim Suchmaschinenriesen sieht das anders aus: wichtige Produkte des Google Portfolios wie AdWords, AdSense und Shopping werden nach wie vor mit Dart geschrieben.

Dass Google nicht vorhat, Dart in absehbarer Zeit, wie befürchtet, durch TypeScript zu ersetzen, sieht man daran, dass die Sprache nach wie vor weiterentwickelt wird. In der gerade erschienenen Version 1.23 wurde eine verbesserte Unterstützung des Strong Modes implementiert. Zum Beispiel ist es im Strong Mode seit dem Update unter anderem möglich, Datenfelder zu überschreiben, ohne sie mit @virtual zu taggen.

Das Überschreiben von Datenfeldern im Strong Mode / Quelle: Google

Neben den Verbesserungen am Strong Mode wurde auch an anderen Schrauben gedreht, etwa an der Unterstützung des Frameworks Flutter unter Windows und am Frontend. Es ist mit Dart 1.23 jetzt beispielsweise auch möglich, dart:io im Browser zu importieren. Dadurch soll es leichter werden, Bibliotheken zu schreiben, die Code zwischen Plattformen teilen.

Wer ein Package importiert, das keine direkte Dependency in pubspec.yaml ist, wird in der aktuellen Version von Dart von pub publish gewarnt. Außerdem wird durch pub get/upgrade eine informativere Fehlernachricht für Flutter produziert und es wurden Inkonsistenzen zwischen dem dartanalyzer und dem Analyseserver in Bezug auf das Finden der Option-Datei behoben.

Weitere Informationen zu Dart 1.23 gibt es im entsprechenden Eintrag auf der Dart-Homepage. Wer detaillierte Informationen über alle Änderungen benötigt, der wird wie immer auf GitHub fündig.

Update vom 16.02.2017

Google Dart 1.22: Schnellere Tools & Assert Messages

Im aktuellen Index von TIOBE steht Dart auf Platz 25, der PYPL-Index führt Dart nicht einmal auf und in der großen JAXenter-Umfrage für 2017 fanden lediglich 12 Teilnehmer (1.3 Prozent) Dart sehr interessant und 56 Teilnehmer (6 Prozent) zumindest noch interessant. So richtig in Fahrt scheint die als moderne Alternative zu JavaScript konzipierte Sprache nicht zu kommen, was Google allerdings nicht daran hindert, die Entwicklung von Dart stetig voranzutreiben.

Bis Dezember letzten Jahres war die Unterstützung generischer Programmierung noch auf Klassen wie List<T> beschränkt. Für Dart 1.21 wurde dann eine Syntax eingeführt, die Typenparameter auf Methoden und Funktionen erlaubt. Außerdem konnte man endlich = verwenden, um einen Standardwert für einen benannten Parameter zu spezifizieren.

Generic Method Syntax in Dart / Quelle: Google Dart

Generic Method Syntax in Dart / Quelle: Google Dart

Mit dem nun veröffentlichten Update auf Dart 1.22 wird dazu übergegangen, Anwendungs-Snapshots für das Ausführen von SDK-Tools wie dart2js, Analyzer und Pub zu verwenden. Das Ziel war eine verbesserte Performanz beim Start. Wie genau man diese Anwendungs-Snapshots verwendet, wird im SDK Wiki erklärt.

Um dem fail-fast-Prinzip gerecht zu werden, das ein wichtiger Faktor für die Entwicklung qualitativ hochwertiger Software ist, unterstützt Dart Asserts. Dies sei, so die Entwickler, die einfachste Methode um schnell zu failen. Ab Dart 1.22 können den Asserts auch Nachrichten hinzugefügt werden, sodass es nicht mehr nötig ist, eine komplette Ausnahme einzufügen. Außerdem werden Asserts im Produktionsprozess nun übersprungen, was für einen Geschwindigkeitszuwachs in der Produktion sorgt.

Asserts in Google Dart / Quelle: Google Dart

Asserts in Google Dart / Quelle: Google Dart

Eine weitere wichtige Änderung stellt die Einführung des covariant-Modifiers für Parameter dar. Der Modifier gibt an, dass ein Parameter und der korrespondierende Parameter in allen Methoden, der ihn überschreibt, weniger strikte Regeln zum Überschreiben haben. Um die Korrektheit zu gewährleisten, wird hierfür im Strong Mode ein Runtime Type Check benötigt, eröffnet Entwicklern aber gleichzeitig die Anwendung eines nützlichen Architekturmusters.

Weitere Informationen zum aktuellen Update gibt es im Changelog auf GitHub und auf dem Blog von Google Dart. Auf der Homepage von Dart finden sich alle benötigten Informationen und Downloads, um mit Dart durchzustarten.



Update vom 18.10.2016

Google Dart 1.20: Aus für Symlinks und verbesserte virtuelle Maschine

Wie bereits in der Vorgängerversion von Google Dart angekündigt, gehört das /packages/ -Verzeichnis nun soweit der Vergangenheit an. Damit einher geht die Abschaffung der Symlinks, die das Verzeichnis meist zu hunderten enthielt. Als Ersatz hierfür wurde in Version 1.19 von Dart die Unterstützung der .package-Datei eingeführt, welche optional aktiviert werden konnte.

Nachdem diese Funktion nun ausgiebig getestet wurde, hat das Dart-Team das Feedback gesichtet und ist zum Entschluss gekommen, es nun als Standard festzulegen. Bei wem dies zu Problemen führt, kann die Symlinks immer noch bekommen. Dafür muss er das Kommando pub get --packages-dir verwenden.

Wie das Laden von Ressourcen zukünftig genau funktionieren wird, legt das Dart-Team im Artikel So Long, Symlinks detailliert dar. Zusammenfassend kann man sagen, dass Entwickler zwei Möglichkeiten haben: Entweder zerlegen sie einen Uniform Resource Identifier (URI) unter Verwendung des neuen resolvePackageUri-APIs in eine Ressource, oder sie nutzen das neue package:test, das ein etwas abstrakteres API zur Verfügung stellt.

Zu guter Letzt wurde auch die virtuelle Maschine (VM) von Dart auf Stand gebracht und gibt nun erfassbare Errors aus, wenn die Kompilierung einer Methode fehlschlägt. Dies erleichtert, besonders beim Testen, das Debuggen von Syntaxfehlern.

Eine vollständige Liste mit Änderungen gibt es auf GitHub, das aktuelle Release kann hier heruntergeladen werden.



Update vom 29. August 2016

Google Dart 1.19: Einfachere Codebearbeitung und die Abschaffung von Symlinks

Mit dem kürzlich veröffentlichten Update von Googles Programmiersprache Dart wurde die Unterstützung für sogenannte trailing commas nach dem letzten Parameter eines Calls implementiert. Dadurch wird es für Entwickler nun deutlich einfacher, Parameter neu zu sortieren oder den letzten einfach zu löschen. Vorher führten Neusortierungen oder das Entfernen des letzten Parameters häufig zu Syntax-Fehlern. Diese Änderung ist besonders für Nutzer des Frameworks Flutter interessant, da der Code für Flutter-Anwendungen häufig aus sehr langen Parameter-Listen besteht.

Nun noch einfacher: Das Sortieren und Entfernen von Parametern / Quelle: Google Dart

Nun noch einfacher: Das Sortieren und Entfernen von Parametern / Quelle: Google Dart

Eine etwas größere Änderung ist die Einführung der neuen Flag --no-packages-dir. Durch sie werden pub get, pub upgrade und pub downgrade ermöglicht. Wird die neue Flag genutzt, wird pub kein packages/-Verzeichnis erstellen, bestehende Verzeichnisse entfernen und sämtliche korrespondierende Symlinks entfernen. In zukünftigen Updates soll --no-packages-dir die eingesetzte Standard-Methode werden.

Auch an der Dart Virtual Machine wurde weiter gefeilt und die Abhängigkeit von BoringSSL vorangetrieben. Builds der Dart VM, die Secure Sockets enthalten, benötigen nun einen Compiler, der C++ 11 unterstützt. Für Strong Mode gibt es ebenfalls zwei neue Features, nämlich die Möglichkeit zum Abstellen von implizierten Down Casts und der implizierten Nutzung von dynamic.

Für weitere Informationen über die Verwendung der neuen Flag lohnt es sich, den Artikel „So Long, Symlinks!“ von Natalie Weizenbaum zu lesen, in dem die Änderungen detailliert besprochen werden. Eine komplette Übersicht der Neuerungen in Dart 1.19 gibt es auf der GitHub-Seite von Google Dart.



Update vom 29. Juli 2016

Google Dart 1.18: Speed, Stabilität und Sprachoptimierungen

Update 1.18 der Programmiersprache Dart bringt keine Fülle an neuen Features, aber die Entwickler von Google haben am Fundament für neue Funktionen gearbeitet. Im Bereich SDK gibt es allerdings eine kleinere Änderung und zwar gibt es neue Sperrmodi. FileLock.BLOCKING_SHARED und FileLock.BLOCKING_EXCLUSIVE sind für Entwickler nun verfügbar. Zudem wurde der Dart Analyzer verbessert: Er soll nun schneller und stabiler laufen, besonders im Zusammenspiel mit dem dev_compiler.

Auch die Arbeit am Framework Flutter für das Erstellen und Deployen von hochperformanten und mobilen Cross-Plattform-Apps wurde vorangetrieben. Insbesondere die Entwicklungs- und Laufzeit-Experience standen im Fokus der Weiterentwicklung.

Mit der aktuellen Version wurden zwei Sprachoptimierungen finalisiert: So ist unter anderem die Arbeit an einem ausschließlichen Lesezugriff auf formale Methoden zur Initialisierung abgeschlossen. Für eine Verbesserung der Wartbarkeit von langen Argumenten- und Parameterlisten, wurde die Verwendung eines optionalen Kommas nun finalisiert.

Weitere Informationen zum Update des SDKs gibt es auf GitHub, über Dart 1.18 schreibt außerdem Kevin Moore auf der Homepage von Dart. Auf dartlang.org findet man die entsprechenden Links zum Download.



Update vom 10. Juni 2016

Google Dart 1.17 ist da (und schneller)

Mit der Veröffentlichung von 1.16 hatten die Dart-Entwickler eine deutlichen Performanceschub für 1.17 versprochen. Und dieses Versprechen haben sie – zumindest nach eigenen Angaben – auch eingehalten. Bei großen Anwendungen sei die Geschwindigkeit des Dart Analyzers um 200 Prozent schneller. Große Anwendungen bremsen die Startup-Zeit von Dartium nicht länger aus. Um den Faktor vier soll es schneller gehen. Außerdem laufe Dartium jetzt deutlich stabiler als in älteren Versionen. Außerdem hat es auch einige kleinere Änderungen in den Core SDK APIs gegeben, die übersichtlich im SDK Changelog zu finden sind. Dart 1.17 steht wie immer auf der Downloadseite zum Herunterladen bereit.



Update vom 3. Mai 2016:

Google Dart 1.16 erschienen

Google hat die Version 1.16 von Dart freigegeben. Im Fokus standen dabei die Verbesserung der Entwicklertools sowie die Aktualisierung der HTML APIs. In Zusammenarbeit mit Dart-Usern bei Google wurde an einer besseren Entwicklerproduktivität gearbeitet: So soll das Laden von Anwendungen in Dartium nun bis zu 40% schneller gehen. Wurde Dartium in Dart 1.15 auf Chrome 45 aktualisiert, so ziehen in Dart 1.16 nun Browser APIs wie dart:html, dart:svg nach.

Das Entwicklerteam rät dazu, bei einem Update existierende Anwendungen auf etwaige Kompatibilitäsbrüche zu untersuchen. Die Marschroute sieht vor, die nächsten Wochen in schnellere Code-Analysen und flinkere JavaScript-Compile-Zeiten zu investieren.

You should see improved performance in this and future releases.

Detaillierte Infos zu den Fixes und Features in Dart 1.16 hält das SDK Changelog bereit.



Original-Artikel erschienen am Moritz Hoffmann:

Ist das noch Dart oder ist das schon tot?

Google veröffentlicht Websprache auf GitHub

shutterstock_159755450-300x199Google hat sein Dart-Projekt auf GitHub veröffentlicht und hofft, damit mehr „Dartisans“ außerhalb der internen Entwicklungsabteilung zu aktivieren und die Innovationskraft der Community nutzen zu können. Aus der sind bislang aber überwiegend verhaltene Stimmen zu vernehmen. Ist Dart wieder einmal am Ende?

Wir erinnern uns: Seit dem Projektstart im Jahr 2010 sollte Dart, dessen Entwicklungsprozess maßgeblich von Google vorangetrieben wurde, als einfach erlernbare, strukturierte und flexible Websprache entwickelt werden. Damit verbunden waren zwei Zielvorgaben: Unter dem diplomatisch gewählten Motto „developers should have a choice“ sollte eine Alternative zum allgegenwärtigen JavaScript im Browser geschaffen werden. Zum anderen wurde die Entwicklung einer serverseitig einsetzbaren Sprache zum Bau von Webanwendungen angestrebt.

Noch Ende letzten Jahres bescheinigte der nicht unumstrittene TIOBE-Index Dart einen steilen Aufstieg von Platz 81 auf 17. Doch schon damals wurden sogleich Einwände erhoben, die diesen Sprung unter Bezug auf andere Rankings, relativierten. In keinem Ranking lief JavaScript wirklich Gefahr, von Dart aus den Top Ten gestoßen zu werden. Schon damals aber erregte Googles Konkurrent die Gemüter.

Strategiewechsel und Zuversicht

Im März dieses Jahres gab Google dann bekannt, nicht mehr auf eine Browser-Unterstützung der DartVM zu setzen, mit der Dart-Code direkt im Browser ausführbar wird. Stattdessen sollte der Dart-to-JavaScript-Compiler breitere Anwendungsmöglichkeiten eröffnen. Lars Bak und und Kasper Lund, beide Mitgründer von Dart, bezeichneten die Kursänderung lediglich als Erneuerung der Web-Strategie.

We currently have one million lines of Dart code and the number is growing fast. […] Our new web strategy makes it easier for developers to build with, and for, the modern web with Dart.

Man wolle, dass sich die Entwickler einerseits im Bau, im Testen und im Deployment von Dart-Anwendungen auf das Web als Arbeitsumgebung festlegen können. Zum anderen sollte die Entwicklung von Dart-Anwendungen möglichst vielen Entwicklern offen stehen. Dazu würde sich die zukünftige Entwicklungsarbeit auf die Kompilierbarkeit von Dart in JavaScript konzentrieren.

Dass die DartVM indes nur in Googles Heimbrowser Chrome wirklich effektiv zum Einsatz kam und sich Konkurrenten wie Firefox, Safari und IE nicht auf ein Dart-Spiel einlassen wollten, dürfte der eigentliche Grund für die damalige Entscheidung gewesen sein.

Ziel verfehlt…

Schon dieser Schritt wurde von einem Teil der Community als Anfang vom Ende des Dart-Projekts interpretiert. Vor allem Ranking-Daten wurden herangezogen, um Dart im Vergleich zu JavaScript einen entscheidenden Rückschlag nachzuweisen und Googles Projekt für gescheitert zu erklären. Andere, wie der Medium-Autor Richard Eng, verwiesen neben den noch nicht ausgeräumten Schwächen der clientseitigen Webentwicklung auf die Chancenlosigkeit von Dart im Angesicht vieler Alternativen:

No matter what are Dart’s features, or how easy Dart makes web development, the fact is, there are a lot of other options out there and they all make the same claims. They all compile to JavaScript. They’re all easy to learn. Just about any one of them is easier than programming directly in JavaScript.

Aufruhr im Double Ring

Dass Google Dart nun auf GitHub zur Verfügung steht, hat die Diskussion um ein mögliches Ende von Dart wieder neu entfacht. Obwohl Seth Ladd auf der Projektseite den Schritt mit der Hoffnung begründet, von der möglichen Unterstützung der Community zu profitieren, und dabei das eigene SDK-Repository und die Optimierung der Dart-Development-Tools in den Vordergrund rückt, zweifeln andere weiter an der Zukunft der Websprache.

Die einen machen die Aufgabe der Integration der DartVM in Chrome dafür verantwortlich und stellen in Frage, dass Dart die Browser-Vielfalt in einer großen Entwickler-Community bewältigen kann. Und wie schon im März wird auch jetzt die Frage nach der Notwendigkeit für Dart gestellt. Während sich viele Entwickler an JavaScript selbst gewöhnt hätten, könnten andere den einfacheren Migrationspfad bevorzugen, der mittlerweile mit TypeScript oder CoffeeScript offen steht.

Andere wollen den Ball flach halten und warnen vor einem zu frühen Urteil. In diesem Sinne wird Jeff Hammond (Forrester Research) auf JavaWorld zitiert:

Before thinking of this as a ‚drop and run‘ exercise, I’d watch the ongoing level of commits from Google email addresses to the project through something like OpenHub.net over the next few months. If check-ins lag, then I’d be concerned.

Darts im Sinkflug?

Eindeutig ist, dass mit der GitHub-Veröffentlichung abermals ein Strategiewechsel von Dart erfolgt ist. Weil der erste nach überwiegender Meinung der Community in der beabsichtigten Konkurrenz zu JavaScript nicht zum großen Sprung nach vorn geführt hat, ist die Zuversicht nicht besonders groß. Und manche Entwickler sind es wie Richard Eng schlichtweg leid, auf die vielen angekündigten Alternativen zu JavaScript zu hoffen, die mit CoffeeScript, AtScript oder dem Google Web Toolkit auf den Durchbruch hoffen:

Betting on the future is all fine and good. That, and a buck seventy five, will get you a coffee and muffin at McDonald’s.

Die nun von Google eingeräumte Möglichkeit, an der Entwicklung von Dart mitzuwirken, könnte vor diesem Hintergrund die erhoffte Wirkung verfehlen. Ein überwiegender Teil der Stimmen geht von einem schlechten Zeichen für die Zukunft von Dart aus. Bis aber wirklich klar ist, ob auch Google selbst Dart wirklich abgeschrieben hat, werden noch einige Contributor-Mailadressen zu studieren sein.

Aufmacherbild: Three darts in bullseye of dartboard von Shutterstock.com
Urheberrecht: erashov

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