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Ein guter Tag für die Open-Source-Community

Google Code ist tot – Lang lebe Open Source!

Redaktion JAXenter

© Shutterstock.com/locrifa

Google Code wird eingestellt. Was zunächst wie eine schlechte Nachricht klingt, ist tatsächlich jedoch eine Bestätigung dafür, wie wichtig Open Source geworden ist.

Alle paar Monate findet sich ein glückloser Webdienst auf der Verliererseite von Googles kontinuierlichem Stilllegungs-Roulette. Dieses Mal hat es bedauerlicherweise Google Code getroffen. Die im März 2005 gestartete Webseite reiht sich somit in die Truppe rund um Buzz, Reader und Orkhut ein.

Google hat sämtliche Funktionen deaktiviert, die der Erstellung neuer Projekte dienen und wird den Dienst im Januar 2016 komplett einstellen. Bisherigen Nutzern sollen Tools zur Verfügung gestellt werden, die eine Migration auf andere Hosts ermöglichen. Diese wird bis zum 24. August 2015 möglich sein. Von diesem Zeitpunkt an wird die Seite nur noch im Read-only-Modus laufen.

In den vergangenen Monaten hatte Google Code mit einer Flut von Spam und missbräuchlichen Nutzungen zu kämpfen. Seit 2012 hat Google insgesamt 31 Dienste eingestellt, darunter beispielsweise Google Talk und Google Wave. Google Code ist der erste Dienst, den dieses Schicksal im Jahr 2015 ereilt.

Warum heute ein guter Tag für Open Source ist

Obwohl der Schritt für viele in der Community eine Überraschung darstellen dürfte, verhielt sich Google in der letzten Zeit durchaus verdächtig: So wurden alte Projekte wie das libphonenumber-Projekt auf GitHub verschoben und neue Projekte direkt dort begonnen. Nach Aussagen Googles ist die Migration von knapp eintausend seiner Open-Source-Projekte nach GitHub bereits in vollem Gange, um „die Entwickler dort abzuholen, wo sie stehen“.

Die Neuigkeiten über das Ende von Google Code sind derweil kein Grund zur Verzweiflung. Niemals zuvor war die Open-Source-Community so lebhaft und kraftvoll wie heutzutage, weshalb die Stilllegung eines großen Hosters nicht viel mehr als eine Fleischwunde darstellt.

Google selbst gibt zu, dass die blühende Open-Source-Community ein Grund für die Entscheidung war:

When we started the Google Code project hosting service in 2006, the world of project hosting was limited. We were worried about reliability and stagnation, so we took action by giving the open source community another option to choose from. Since then, we’ve seen a wide variety of better project hosting services such as GitHub and Bitbucket bloom. Many projects moved away from Google Code to those other systems.

Anstatt über den Verlust von Google Code zu jammern, sollte die Community also lieber über die Tatsache frohlocken, dass derart viele andere Open-Source-Hoster existieren, dass nicht einmal Google mit ihnen konkurrieren kann!

Aufmacherbild: Fresh flowers on grave. Old cross-shaped tombstone in the background. Selective focus on sunflower von Shutterstock.com / Urheberrecht: locrifa

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