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Totgesagte leben länger: Oracle gibt Release-Datum für GlassFish 5 bekannt

Hartmut Schlosser

(c) Shutterstock / Yuganov Konstantin

 

Oracle hat Details zur Veröffentlichung von GlassFish 5 bekannt gegeben. Die fünfte Version des populären Java-Application-Servers dürfte demnach früher kommen als erwartet…

GlassFish ist die Referenzimplementierung für Java EE – daran hat sich auch nach all den Debatten um die Zukunft von Java EE nichts geändert. Die offensiven Pläne Oracles, Java EE 8 bereits im Juli 2017 zu veröffentlichen (wir berichteten), setzt das GlassFish-Team nun in Zugzwang. Denn bekanntlich gehört zu jeder Spezifikation, die im Rahmen eines JSR (Java Specification Request) verabschiedet wird, ein Vorzeigeprojekt, das die Spezifikation exemplarisch in Code umsetzt.

Und das gilt eben auch für den JSR 366, der Java EE 8 Platform Specification, deren Referenzimplementierung GlassFish 5 werden soll. Wie es um diese Version steht, hat Oracle nun in einem Blogpost mitgeteilt.

Die wichtigste Aussage dabei: GlassFish 5 soll 6 Wochen nach der Fertigstellung von Java EE 8 erscheinen.

GlassFish 5 – auch mit Java 9 Support

Oracles David Delabassee verrät in seinem Blogpost weitere Details zu GlassFish 5. Da Java EE 8 auf der Java-SE-8-Version beruhen wird, soll auch GlassFish 5 grundsätzlich auf Java SE 8 aufsetzen. Allerdings sei es das erklärte Ziel, mit GlassFish 5 auch Java SE 9 zu unterstützen, so Delabassee weiter.

Auf dem Weg zur finalen Version wird es ab sofort zwei Arten von regelmäßigen GlassFish 5 Builds geben. Täglich werden Nighlty Builds angefertigt, die die jüngsten Entwicklerarbeiten enthalten und noch nicht auf Herz und Nieren getestet wurden.

In wöchentlichen Abständen sollen zudem sogenannte „Promoted Builds“ bereitgestellt werden, die bereits das offizielle Java EE 8 CTS (eine Art Testkit) durchlaufen haben – soweit dieses CTS schon vorliegt.

Ein erster dieser Promoted Builds für GlassFish 5 steht bereits mit Version GlassFish-5.0-b03 zur Verfügung. Mutige Entwickler können sich also schon einmal ein Bild davon machen, in welche Richtung es geht.

Vieles kann sich allerdings bis zur endgültigen Version noch ändern – daran lässt Delabassee keine Zweifel. Da die einzelnen Java-EE-8-Spezifikationen, wie JAX-RS oder Bean Validation, sowie ihre jeweiligen Referenzimplementierungen, wie Jersey oder Hibernate Validator, noch nicht endgültig vorliegen, kann auch in den jetzigen GlassFish-5-Builds noch viel passieren. Außerdem stehen teilweise die nötigen TCKs (Technology Compatibility Kits) noch nicht zur Verfügung, sodass selbst für die GlassFish 5 Promoted Builds noch keine volle Java-EE-8-Kompatibilität garantiert werden kann.

„It is obvious that we are in the early days and everything is in motion“, sagt Delabassee deshalb, und rät ausdrücklich davon ab, die Promoted Builds bereits in Produktion zu nehmen.

GlassFish 5 – wann genau?

Nun aber noch einmal zurück zum Release-Datum. Etwa sechs Wochen nach der Java EE Plattform-Spezifikation soll GlassFish 5 veröffentlicht werden, schreibt Delabassee. Dabei bezieht er sich explizit auf die Ankündigung von Linda DeMichiel vom 21. Februar 2017, Java EE 8 im Juli 2017 zu releasen.

Das bedeutet zweierlei: Erstens scheint man bei Oracle noch immer den Juli als Release-Termin für Java EE 8 ernst zu nehmen. Aufgrund der Kürze der Zeit hatte es in der Community ja einige Zweifler gegeben, ob dieses Datum zu halten sei.

Zweitens bedeutet das für GlassFish 5 eine mögliche Veröffentlichung im Zeitraum August, September 2017. Auch das ist früher als Viele erwartet hatten und erfreulich vor allem deshalb, weil die Überlebensfähigkeit des GlassFish-Servers nach dem Rückzug Oracles von der Kommerzialisierung des Projektes angezweifelt wurde.

Lesen Sie auch: Todesstoß für GlassFish? Oracle stellt kommerziellen Support ein

Welcome Back, GlassFish!

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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