Gartners Top-Prognosen für 2011

Hartmut Schlosser

Das Analystenhaus Gartner hat seine IT-Prognosen für das Jahr 2011 und darüber hinaus veröffentlicht. Die Trends deuten laut Gartner auf eine signifikante Veränderung der Rolle, die Technologie und IT-Organisationen im Geschäftsumfeld, der globalen Ökonomie und im Privatleben spielen werden. Die wichtigsten Prognosen im Einzelnen:

  • Gartner sagt voraus, dass bis zum Jahr 2015 die kritische Infrastruktur eines G20-Staates durch Online-Sabotage zerstört werden wird. Dabei können multimodale Angriffe auf Finanzsysteme, Kraftwerke oder Mobilfunkbetreiber eine Langzeitwirkung über den eigentlichen Störungszeitraum hinaus entfalten, ähnlich wie die Angriffe am 11. September bis heute bleibende Auswirkungen zeigen.
  • Bis zum Jahr 2015 soll der Umsatz durch IT-Aktivitäten die Jahresgehälter der meisten CIOs bestimmen. Die tragende Rolle der IT bei der Innovation eines Unternehmens, die zunehmende Bedeutung von sozialen Netzwerken, Pattern-basierte Strategien und Kontext-sensitive Computer-Technologien seien dafür verantwortlich, dass die Erwartungshaltung entstehe, aus IT-Initiativen Umsätze zu generieren.
  • Die IT-Unternehmen, welche sich erfolgreich aus der zurückliegenden Rezenssion hinaus bewegen konnten, werden von den Programmen zur IT-Konsolidierung, Optimierung und Kostentransparenz profitieren. Auch die schlankere Personalstruktur wird zu einem Produktivitätsschub der IT führen.
  • Bis zum Jahr 2015 werden Werkzeuge und Automatisierungsprozesse 25 Prozent der Arbeitsstunden im Bereich der IT-Dienstleistungen eliminieren. Mit der zunehmenden Reife der IT-Industrie werden Prozesse der Ökonomisierung und Industrialisierung, die aus anderen Industriezweigen bekannt sind, auch in der IT-Branche wirksam. Cloud Computing wird dabei die Verwendung von Automatisierungswerkzeugen begünstigen. Das Produktivitätsniveau für Service-Anbieter wird dabei ansteigen.
  • 90 Prozent der Organisationen werden in vier Jahren Unternehmens-Applikationen auf privaten Endgeräten unterstützen. Haupttreiber für den Einsatz mobiler Devices werden Angestellte sein, die lieber mit ihren privaten Smartphones oder Netbooks arbeiten, als die begrenzten Unternehmensgeräte zu nutzen. Eine neue Stufe der Konsumerisierung wird erreicht werden, in der nicht mehr die Nutzung von Geräten, Infrastrukturen und Applikationen im Vordergrund steht, sondern Information und Interaktion mit Kollegen und Freunden.
  • Bis zum Jahr 2013 werden 80 Prozent der Unternehmen Arbeitsgruppen mit Tablets unterhalten. Apples iPad war der Anfang einer Welle von multimedialen Tablets für die Kommunikation und das Konsumieren – weniger das Produzieren – von Content.
  • Bis zum Jahr 2015 werden 10 Prozent der Online-Freunde nicht-menschlicher Natur sein. Social-Media-Strategien werden in immer mehr Unternehmen Einzug halten, wobei ein Großteil der Twitter Feeds und Facebook-Updates automatisch erzeugt wird. Resultat ist der Anstieg von „Social Bots“, automatisierten Software-Agenten, die zu einem gewissen Grad in der Lage sein werden, mit Communities zu interagieren.

Eine Kurzfassung der Gartner-Analyse steht unter www.gartner.com bereit. Der vollständige Bericht „Gartner’s Top Predictions for IT Organizations and Users, 2011 and Beyond: IT’s Growing Transparency“ kann gegen eine Subskriptionsgebühr bei Gartner bezogen werden.

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Hartmut Schlosser
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