Erster Webauftritt der Eclipse IWG Polarsys

Hartmut Schlosser

Die Eclipse Polarsys Industry Working Group (IWG) hat einen eigenen Blog eingerichtet. Die Gruppe wurde 2011 ins Leben gerufen und vereint 14 Unternehmen mit dem Ziel, Tools für die Entwicklung sicherheitskritischer eingebetteter Systeme bereit zu stellen. Außerdem geht es der Gruppe darum, die Support-Zeiträume für die entwickelten Eclipse-basierten Systeme auf lange Zeiträume, die Rede ist von bis zu 70 Jahren, auszudehnen.

Vertreten sind Unternehmen aus den Bereichen Luftfahrt, Verteidigung, Transport, Telekommunikation und Healthcare, darunter Airbus, Astrium Satellites, ATOS, CEA, CS (Communication & Systèmes), Ericsson, IRIT (Institut de recherche en informatique de Toulouse), Inria, Katholieke Universiteit Leuven, Obeo, Universidad Politécnica de Valencia, Tecnalia, Thales und Xipp.

Im Gespräch mit dem Eclipse Magazin beschreibt Benoit Langlois von Thales die Motivation für den Beitritt zur Polarsys-Gruppe wie folgt:

Eclipse wird immer mehr zur Referenzplattform für Softwareentwicklung. Das Anliegen der Polarsys IWG (Industry Working Group) ist es, gemeinsam mit wichtigen Akteuren aus der Industrie, Toolanbietern und Akademikern eine gemeinsame, integrierte und nachhaltige technologische Plattform für kritische Softwaresysteme zu gestalten, die den Ansprüchen der Industrie gerecht wird. Unternehmen wie Thales können diese Plattform mit ihren eigenen Komponenten bereichern und ihre spezifischen Entwicklungsprozesse damit unterstützen, zum Beispiel in puncto Systementwicklung. Unter dem Dach von Eclipse genießt Polarsys internationale Aufmerksamkeit und hat die nötige kritische Masse, das heißt ein großes Publikum. Benoît Langlois

Gaël Blondelle von Obeo stellt ein weiteres Anliegen von Polarsys heraus, das darin besteht, den Austausch zwischen Akademikern und Industriepartnern zu fördern.

Es ist vorgesehen, Akademikern bei der Entwicklung ihrer Innovationen als Open-Source-Projekte zur Hand zu gehen, und zwar mit tragfähigen Geschäftsmodellen. Es wurde bereits damit angefangen, dank der starken Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Industriepartnern bei OPEES. Beispielsweise industrialisieren Obeo und das Inria-Team Atlanmod seit 2007 die ATL Transformation Engine, die jetzt ein Teil des Eclipse-Release-Trains ist. Wir rechnen damit, dass sich eine fruchtbare Zusammenarbeit dieser Art bei Polarsys wiederholen wird und wir auch andere Prototypen aus der Forschung dabei unterstützen können, zum Mainstream zu werden. Gaël Blondelle

Der neue Polarsys-Blog dient als Informations- und Austauschplattform und hält wichtige Dokumente wie die Charter bereit. Auch ein Wiki und eine Mailing-Liste wurden eingerichtet. Auf Twitter ist Polarsys unter https://twitter.com/#!/polarsys vertreten.

Wie es nun in den kommenden Monaten weiter gehen soll, mit der Gruppe, berichtet Etienne Juliot von Obeo:

Wir möchten Polarsys weiterentwickeln und neue Partner aus europäischen Ländern wie z. B. Deutschland gewinnen. Auch planen wir, Polarsys bei der EclipseCon vorzustellen und Mitglieder aus Nordamerika zu rekrutieren. Darüber hinaus müssen Polarsys Geschäftsführung und -prozesse endgültig definiert werden. Wir von Obeo werden zur Codebasis von Polarsys beitragen, indem wir unser Expertenwissen bezüglich Eclipse-Prozesse anderen Polarsys-Mitgliedern zur Verfügung stellen. Was die technische Seite betrifft, so arbeitet die Polarsys Working Group mit der Eclipse Foundation und der Community daran, die Projekte homogener zu gestalten: den Wechsel zu Git, zu Tycho und Maven, gemeinsame und neutrale Build- und Testinfrastruktur etc.

Als Long-Term-Support-Provider möchten wir beweisen, dass es möglich ist, nachhaltige Geschäftsbeziehungen mit unseren Kunden herzustellen und ihnen dabei den sicheren Umgang mit Eclipse-Modeling-Technologien für die Entwicklung eingebetteter Systeme zu vermitteln. Etienne Juliot

Die vollständigen Interviews samt Hintergrundbericht von Eclipse Foundation Ökosystem-Direktor Ralph Müller gibt es übrigens in Eclipse Magazin 2.12 nachzulesen.

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Hartmut Schlosser
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