Erstellung von Services mit SOA Express

Pragmatischer Weg zur SOA

Genau hier ist der Ansatzpunkt für einen pragmatischen Weg zur SOA. Unternehmen müssen nämlich nicht auf den einen großen Wurf warten, sondern können ganz bestimme Aufgaben – da wo es weh tut – mit einer SOA lösen. Da eine SOA Technologie-, Sprach- und System-unabhängig ist, lässt sich damit die bewährte Businesslogik in einem neuen, offenen Kontext betreiben. Die bestehenden Algorithmen werden als Services verpackt und über definierte Schnittstellen anderen Systemen zur Nutzung zur Verfügung gestellt. Natürlich sind die betreffenden Enterprise-Applikationen nicht von Haus aus SOA-fähig. Selbst wenn sie durchgehend aus sauber strukturierten, modular aufgebauten Programmen bestehen, liegt die Herausforderung darin, in diesen Programmen jene Bestandteile zu identifizieren, die als funktionelle Services genutzt werden können und sie anschließend herauszulösen. Eine sehr sorgfältige Analyse der bestehenden Anwendung ist dabei unerlässlich. In größeren Applikation kann man durchaus ein paar Tausend Module finden, die zwar funktionell für eine Verwendung als Service in Frage kommen, die aber technisch (noch) nicht den Kriterien eines Services entsprechen. In Anbetracht des Arbeitsaufwands wird man auf den Einsatz von Werkzeugen nicht verzichten können – schließlich wollen die Unternehmen mit neuen Konzepten ja effizienter und produktiver werden. Wirtschaftlich interessant ist SOA, wenn es gelingt, nicht nur periphere Systeme, sondern auch die Kernanwendungen neu zu strukturieren. Will man aber Funktionalitäten dieser Anwendungen für einen Zugriff von außen zugänglich machen, so steht man üblicherweise vor einer Reihe von Problemen, deren Lösung alles andere als trivial ist:

  • Unterprogramme und Module sind nicht als Services konzipiert
  • Der Zugriff auf den Host ist aus Sicherheitsgründen stark eingeschränkt
  • Die Schnittstellen der bestehenden Applikationen – normalerweise 3270-Masken, auch Greenscreens genannt – können nur von Experten bedient werden, da sie eine Vielzahl der Informationen, kryptische Kürzel für Funktionen und Abkürzungen für erforderliche Attribute usw. enthalten.

Generell muss man sich natürlich immer bewusst sein, dass SOA auf einer gänzlich anderen Software-Philosophie beruht als die bestehenden Host-Applikationen – was jedoch keineswegs heißt, dass beide Welten nicht miteinander kommunizieren könnten.

Abb. 1: Aus den CICS-Transaktionen werden die Komponenten für die Kommunikation der Services erzeugt
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