Neuigkeiten aus dem Land der Sonnenfinsternis

Eclipse Weekly: SAP auf Open-Source-Kurs, die Gewinner der Community Awards und warum die EU mit Eclipse flirtet

Dominik Mohilo

(c) shutterstock.com / solarseven

Wieder ist es Zeit für unsere Wochenschau auf die Ereignisse rund um Eclipse. Dieses Mal berichten wir über die Oscars der Eclipse Community und die Rolle von Eclipse beim neuen, von der EU geförderten Projekt mit dem Namen AGILE.

And the Winner is…

Eclipse Community Awards

Auch in diesem Jahr fanden wieder die Eclipse Community Awards statt. Zwischen dem 18. Januar und dem 8. Februar war es jedem Angehörigen der Eclipse Community möglich, eine Stimme für seinen Favoriten in den vier designierten Kategorien abzugeben. Im Zuge der EclipseCon wurde je ein Entwickler in den Kategorien Top Committer of the Year und Top Newcomer Evangelist ausgezeichnet. In den Kategorien Most Innovative Project und Most Open Project durfte sich jeweils ein Projekt über eine Auszeichnung freuen.

In der Kategorie Top Committer waren Alexander Nyßen, Johannes Faltermeier, Pascal Rapicault und Simon Bernard nominiert. Auch Marcel Bruch und Marc-André Laperle erhielten, wie bereits 2015, eine Nominierung. Sie alle mussten sich allerdings Mickael Istria geschlagen geben, der den Award als Top Committer erhielt:

Der Award für den Top Newcomer Evangelist wird an denjenigen verliehen, der Neulinge in der Eclipse Community über das Forum, durch Blogs und das Erstellen von Tutorials und Demos am besten in der Gemeinschaft willkommen heißt. Auch die Arbeit im Bereich Social Media fließt in die Bewertung mit ein. Nominiert waren Christian Pontesegger, Philip Wenig und Jay Jay Billings, der bereits im letzten Jahr eine Nominierung erhalten hatte. Nachdem sich Billings im letzten Jahr noch Annamalai Chockalingam geschlagen geben musste, wurde er in diesem Jahr von der Community mit der Auszeichnung als Top Newcomer Evangelist belohnt:

In diesem Jahr gab es vier Nominierte für den Award als Most Innovative Project. Neben EMF Forms und der CDT Launchbar waren das Eclipse Layout Kernel (ELK) und die Eclipse Advanced Scripting Environment (EASE) nominiert. Am Ende entschied die Community sich für das EASE-Projekt, das das Scripting in Eclipse ermöglicht.

Das Projekt, welches am besten den Open-Source-Gedanken zeigt und eine Vorbildfunktion in Sachen Transparenz, Offenheit und Vielfalt einnimmt, wird mit dem Award für das Most Open Project ausgezeichnet. Nominiert in dieser Kategorie waren in diesem Jahr die Projekte CDT, EGit und Platform UI. Den Award erhielt das Projekt Platform UI.

Bilder von der Verleihungszeremonie hat die Eclipse Foundation auf ihrer Flickr-Seite veröffentlicht.

Open IoT Developer Challenge

Auch die Gewinner der jährlichen Open IoT Developer Challenge, die von der Eclipse IoT Working Group organisiert wird, wurden in der letzten Woche verkündet.
Den ersten Platz erhielt IoT Vaidya, ein Programm für die Fernüberwachung von Patienten in ländlichen Gegenden. Durch vom Patienten selbst angeschlossene Messgeräte erhält der Arzt Messwerte und Informationen, ohne direkt vor Ort zu sein.

Platz Zwei ging an den Simulator Atta, den man per domänenspezifischer Sprache programmieren kann und der MQTT und CoAP unterstützt. Die Simulationen lassen sich dabei direkt im Simulator ausführen.

Die Bronzemedaille erhielt der Model-Based Demonstrator of Smart and Safe Systems (MoDeS). In ihm vereinen sich ein Robot Controller für das IoT und ein Railway-System.

Wir gratulieren den Gewinnern!

CDT 9.0 ohne CDI

Wie Doug Schaefer letzte Woche angekündigt hat, wird das Eclipse C/C++ Development Tooling (CDT) in der kommenden Version 9.0 das CDI Debug Framework nicht mehr enthalten. Zukünftig (ab Eclipse Neon) wird CDT komplett auf das Debugger Services Framework (DSF) setzen. Dieser Schritt, so Schaefer, war bereits seit Langem absehbar, da der Fokus des Projektes sich komplett dem DSF zugewandt hatte und nicht genug Contributions gemacht wurden, um beide Frameworks am Laufen zu halten.

Ein umfangreiches Tutorial zum Debugger Services Framework findet sich auf der Dokumentationsseite von Eclipse.

SAP weiter auf Open-Source-Kurs

Nicht nur Microsoft hat auf der EclipseCon NA in diesem Jahr deutlich gemacht, dass Open Source zukünftig ein wichtiger Bestandteil der sonst eher hermetischen Unternehmensstruktur ist. Auch bei SAP wird der Open-Source-Gedanke weiterhin – zumindest teilweise – gelebt.

Auf der EclipseCon stellte das Unternehmen die neue SAP Web IDE für SAP HANA vor. Diese basiert auf Eclipse Che und wird täglich von Entwicklern bei SAP verwendet. Alle Tools, die die SAP-Entwickler im Tagesgeschäft brauchen, werden so in der Cloud für sie verfügbar. Björn Goerke, ausführender Vizepräsident und leitender Mitarbeiter, SAP Product & innovation Technology, SAP SE, führte dazu aus:

SAP is committed to the Eclipse Foundation and is continuing to invest in it by building products on top of Eclipse Che as well as by ongoing contributions to open source. With the new SAP Web IDE for SAP HANA, developers can design, build and deploy Web applications based on the UI development toolkit for HTML5 (SAPUI5) and Node.js.

Kichwa Coders go Science Working Group

Die Software Consultancy Kichwa Coders hat auf ihrem Portal verkündet, dass sie dem Steering Committee der Eclipse Science Working Group beigetreten sind.
Bereits von Anfang an waren die Entwickler von Kichwa Coders aktiver Teil der Science Working Group, insbesondere in den Projekten Eclipse EASE und Eclipse January. Das Beratungsunternehmen hat außerdem Community Meetups in London organisiert und den Science Track für die EclipseCon France promotet.
Tracy Miranda wird Kichwa Coders als Mitglied im Steering Committee vertreten, das aus Vertretern von Firmen wie IBM, Diamond Light Source, Oakridge National Labs und Itema besteht.

Eclipse + EU = IoT

Die Eclipse Foundation Europe GmbH (EFE) wurde ausgewählt, um beim Projekt Adaptive Gateways for Diverse Multiple Environments (AGILE) mitzuwirken. Das AGILE-Projekt wurde ins Leben gerufen, um die Soft- und Hardware zu entwickeln, die nötig ist, um modulare Gatewaylösungen zur Verwaltung von Endgeräten und Daten innerhalb von IoT Solutions zu erstellen. Es wird vorraussichtlich das lokale Management von Endgeräten, Daten, App-Entwicklung und Laufzeit unterstützen und Security Features beinhalten, damit Nutzer Daten sicher miteinander teilen können.

Die AGILE-Technologie soll dabei auf bereits existierenden Open-Source-Projekten aufbauen und neue Technologien hervorbringen, um die IoT Solutions zu komplettieren. Es soll außerdem ein IoT-App-Marketplace geschaffen werden, der dabei helfen soll, ein vielfältiges Ökosystem aus Erweiterungen und Plug-ins zu ermöglichen. Der Kern des Software Stacks des AGILE- Projektes, das durch die Europäische Kommission gefördert wird, wird auf Eclipse Kura basieren.

Für weitere Informationen zum AGILE-Projekt lohnt ein Besuch auf dessen Webseite.

Das war es schon wieder für diese Woche. Aber keine Sorge, JAXenter hat das Ohr am Puls von Eclipse und berichtet wöchentlich über die spannendsten Entwicklungen aus einer der aktivsten Open-Source-Communities. Schauen Sie also nächste Woche wieder vorbei!

Aufmacherbild: The Moon covering the Sun in a partial eclipse. von Shutterstock.com
Urheberrecht: solarseven

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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