Neues aus dem Land der Sonnenfinsternis

Eclipse Weekly: Das neue Userprofil, Kura Wires und der Status Quo von Eclipse Che

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com / Solarseven

Heute ist der 208. Tag dieses Jahres und damit ist mehr als die Hälfte von 2016 bereits vorüber. Ein guter Zeitpunkt für ein kleines Resümee, dachte sich sicher auch Tyler Jewell, CEO von Codenvy. Wir verraten, was in den letzten sechs Monaten bei Eclipse Che passiert ist und was die Zukunft vermutlich bringen wird. Außerdem in dieser Ausgabe: Das neue Userprofil auf der Homepage der Foundation und Kura Wires, das neue Tooling für das Industrial Internet of Things (IIoT).

Eclipse goes Social Media

Ein besonderes Highlight in dieser Woche ist das von der Eclipse Foundation geplante Update der Webseite. Antoine Thomas, Product Manager der Foundation, hat der Community mitgeteilt, dass derzeit an einem brandneuen Userprofil (Eclipse User Profile) gearbeitet wird. Anhand einer einfachen URL (etwa http://www.eclipse.org/user/[Username]), die auch als Mail-Signatur verwendet werden kann, können die Mitglieder der Community ihre Profile verlinken. Für die Besucher des Profils sind dann die Aktivitäten und Projekte des jeweiligen Nutzers einsehbar.

Neben den typischen Aspekten eines Profils (Name, Bild, Selbstbeschreibung, Position etc.) sollen vor allem die Projekte und die darin durchgeführten Aktivitäten im Fokus liegen. Auch eine Anzeige für Statistiken und ein Kalender sollen Teil des neuen Userprofils werden. Für ein vollständiges Eclipsebook fehlen eigentlich nur noch die Chat- bzw. Messenger-Funktion.

Vorschläge, Kritik und Ideen können entweder als Bug auf GitHub geteilt oder als Antwort in der ide-dev Mailing-Liste gegeben werden. Einen ersten Eindruck des neuen User-Profils bekommt man auf dieser Seite.

Eclipse Che – Status Quo und die Zukunft

In einem kürzlich veröffentlichten Essay hat Tyler Jewell, Gründer und CEO von Codenvy, einen Blick auf die Entwicklung der letzten sechs Monate von Eclipse Che geworfen. Heutzutage, so Jewell, wenden Entwickler etwa ein Drittel ihrer Zeit – immerhin etwa 17 Milliarden Arbeitsstunden pro Jahr – für das Einrichten ihrer Workspaces auf. Zudem sei die Nutzung von sogenannten localhost Workspaces nicht mehr für die moderne Softwareentwicklung geeignet. Diese Einschränkungen seien der Hauptgrund für die Erschaffung von Eclipse Che gewesen.

Dass sich das ganze gelohnt hat, ist rein statistisch belegbar: Bereits im ersten Quartal der allgemeinen Verfügbarkeit von Che wurde die Marke von 100.000 Downloads geknackt. Auch ein Zuwachs der Nutzer von etwa 77 Prozent zwischen dem ersten und zweiten Quartal sei, so Jewell, ein Indikator für den Erfolg von Eclipse Che. Das Feedback aus der Community zeigt ebenfalls, dass Che den Nerv der Zeit getroffen hat: Über 3.000 GitHub-Sterne, 1.600 Commits und 70 Branches hat das Projekt bereits.

Open source has become the norm, and Che has quickly added to the momentum. Last year, 78% of companies ran on open source and 87% expect to increase contributions in the next two to three years as they look to scale, shorten deployment time and accelerate innovation.

Mittlerweile gibt es über 100 Produkte, die auf Eclipse Che aufbauen und – wie JAXenter bereits berichtete – gibt es viele Unternehmen, die mit Eclipse Che arbeiten und wegen Che mit der Eclipse Foundation eine Partnerschaft eingegangen sind. Prominente Beispiele sind etwa Red Hat und Microsoft.

In den nächsten sechs Monaten soll die Getting Started Experience weiter verbessert werden. Zudem ist geplant, dass es leichter werden soll, individuelle Einstellungen vorzunehmen. Detaillierte Einblicke in die Pläne bietet die öffentlich verfügbare Roadmap, das Essay von Tyler Jewell findet sich auf der Homepage von Che.

UML-Klassendiagramme für ecore- und Xcore-Modelle

Jens von Pilgrims Tool OmniGraffle ist bereits seit Jahren verfügbar und erleichtert es, UML-Diagramme direkt aus Java-Quellcode zu erstellen. Sein Tool j2og wurde nun erweitert, sodass es auch UML-Klassendiagramme von ecore- und Xcore-Modellen erstellen kann.

Eine ecore-Bibliothek. / Quelle: Jevopi's Developer Blog

Eine ecore-Bibliothek. / Quelle: Jevopi’s Developer Blog

Was j2og nicht macht, ist das Diagramm selbst mit einem Layout zu versehen, dies geschieht über OmniGraffle. Wird ein Diagramm mit j2og erstellt, gibt es für den Output einige Einstellungsmöglichkeiten, etwa das Anzeigen oder Verstecken von Attributen oder die Ausgabe von Kontexten und Paketnamen.

Die erstellen Diagramme sind nicht nur zu OmniGraffle kompatibel, sondern auch zu anderen Tools, wie etwa Diagrammix oder Lucidchart. Wer sich für das Erstellen und Visualisieren von UML-Diagrammen, die aus EMF-basierten Modellen erstellt wurden, interessiert, findet weitere Informationen dazu im Blog von Jens von Pilgrim

Eclipse IoT Day @ Thingmonk

Die Eclipse IoT Working Group ist eine der aktivsten innerhalb des Eclipse-Universums. Neben virtuellen Meetups und vielen Projekten organisiert sie nun auch den Eclipse IoT Day @ Thingmonk. Die Eclipse Foundation ist Partner der vom 12. bis 14. September in Shoreditch (London, UK) stattfindenden Thingmonk-Konferenz. Hauptorganisator ist Redmonk.

Als Speaker für diesen Event sind bislang Kamil Baczkowicz, Patrizia Gufler, Kai Hudalla und Benjamin Cabé angekündigt. Baczkowicz wird über seine Erfahrungen in der Nutzung von MQTT und Eclipse IoT für das Erstellen von Signalkontrollsystemen für Züge berichten. Patrizia Gufler wird die Integration von Eclipse Kura mit IBM Watson vorstellen und Kai Hudalla wird über einen Open IoT Stack für IoT@cloud-scale sprechen. Benjamin Cabé, Community Evangelist der Foundation, hat sich vorgenommen, die offene Strategie von Eclipse IoT zu beleuchten.

Der Eintritt für den Eclipse IoT Day beträgt 50 Pfund, weitere Informationen gibt es auf der Homepage zum Event.

Eclipse Kura Wires

Die Java/OSGi-basierte Plattform Eclipse Kura ist in erster Linie für das Erstellen von IoT Service Gateways entwickelt worden. Auch das (Fern-)Management solcher Services ist mit der Plattform machbar, und die große Anzahl an APIs erlaubt es jedem, eigene IoT-Anwendungen zu schreiben. Zudem ist die Kommunikation mit M2M/IoT-Integrationsplattformen möglich.

Um für das Industrial Internet of Things (IIoT) gerüstet zu sein, das als Evolution bisheriger Technologien in diesem Bereich gilt, fehlen Kura allerdings noch einige Funktionen. Um diese Lücken zu füllen, wurde ein neues Feature mit dem Namen Kura Wires angekündigt. Kura Wires soll wiederverwertbare Komponenten miteinander verbinden, was eine konfigurierbare Kooperation zwischen diesen ermöglichen soll.

Neben dieser Funktion enthält Kura Wires das Dataflow Programming Model. In diesem Modell repräsentiert jeder Knotenpunkt eines Datenflussgraphen die Datenfeldobjekte, die an ein IoT Service Gateway gekoppelt sind. Alternativ können die Knotenpunkte auch irgendeine rechenbetonte Kapazität repräsentieren, die auf die Daten des Datenfeldobjektes angewendet werden kann.

Kura Wires kann von Entwicklern genutzt werden, um Blockinstanzen visuell und programmatisch miteinander zu verknüpfen. Daraus lässt sich ein Datenflussgraph definieren, der Daten konsumiert, verarbeitet und schließlich in die Cloud deployt.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es von Amit Kumar Mondal auf DZone.

Kaum eine Community ist aktiver und innovativer als die der Eclipse IDE. JAXenter hat das Ohr am Puls der Entwicklungsumgebung und berichtet wöchentlich über die neuesten Entwicklungen und die spannendsten Geschichten rund um Eclipse.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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