Neues aus dem Land der Sonnenfinsternis

Eclipse Weekly: 6 Erkenntnisse aus dem IoT Developer Survey 2017, EPLv2 & Clean Sheet 0.5

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com / solarseven

Ob der Korb vom Osterhasen wohl auch Teil des Internet of Things ist? Wir werden es wohl nicht erfahren. Welche Technologien und Trends im Internet der Dinge aber derzeit und in den kommenden Monaten wichtig werden, hat der IoT Developer Survey 2017 aufgedeckt. Neben den Ergebnissen gibt es in dieser Woche ein Update zu Clean Sheet, dem wohl wissenschaftlich ausgefeiltesten Eclipse Theme und der neuen Eclipse Public Licence.

Die Ergebnisse des IoT Developer Surveys 2017

Bereits seit drei Jahren veranstaltet die Eclipse Foundation, besser gesagt die Eclipse IoT Working Group in Zusammenarbeit mit IEEE, Agile-IoT EU und dem IoT Council eine große Umfrage zu den Entwicklertrends im Bereich des Internet of Things. Wie immer stellte Ian Skerrett nun auf seinem Blog die Ergebnisse in aller Ausführlichkeit vor.

An der Umfrage nahmen 713 Personen teil, die detaillierten Daten sind als XLS- und ODS-Datei verfügbar. Bei den Ergebnissen ist natürlich zu berücksichtigen, dass sie nicht für die gesamte Industrie rund ums IoT gelten können und nur einen Teil der großen Welt des Internet of Things repräsentieren.

Die erste Erkenntnis aus dem Survey ist, dass die Teilnehmer in einem deutlich breiter gefächerten Spektrum von Einsatzbereichen arbeiten. Wie im Vorjahr sind die Befragten vor allem im Bereich IoT-Plattform und Home Automation tätig, aber ganz stark hat auch die Zahl an Teilnehmern aus den Bereichen industrielle Automatisierung, Connected bzw. Smart Cities und Energiemanagement zugenommen.

Diese Bereiche sorgen Entwickler im Internet of Things / Quelle: Ian Skerrett

Wie in den Jahren 2015 und 2016 ist auch in diesem Jahr der Sicherheitsaspekt des Internet of Things das Kernthema, um das es sich für viele dreht. Knapp 50 Prozent gaben an, diese Thematik wichtig zu finden. Konkret wurden in der Vergangenheit vor allem Sicherheitstechniken auf der Ebene der Software eingesetzt, also etwa bei der Kommunikation und zur Datenverschlüsselung. Hardwaresicherheitsmodule setzten bislang nur etwa 10 Prozent der Teilnehmer ein. Im Vergleich zu 2015 scheint gerade das Problem der Interoperabilität nicht mehr ganz so drückend: nur noch knapp ein Viertel der Teilnehmer sehen dort Nachholbedarf, eine Hauptsorge bleibt es trotzdem.

In Sachen Sprachen wurde in diesem Jahr etwas feingranulierter gefragt. Anstelle der generellen Frage nach den eingesetzten Programmiersprachen, konnten die Teilnehmer in diesem Jahr auswählen auf welcher Ebene sie welche Sprache einsetzten. Java ist bei etwas mehr als 46 Prozent der Teilnehmer bei den IoT-Cloud-Plattformen verwendet worden und auch bei IoT Gateways kommt Java bei knapp 41 Prozent der Befragten zum Einsatz – das ist jeweils die Spitzenposition. C (56.4 Prozent) und C++ (38.3 Prozent) sind bei den Geräten selbst am häufigsten zum Einsatz gekommen.

Diese Sicherheitstechniken sind im IoT am weitesten verbreitet / Quelle: Ian Skerrett

Bei den Betriebssystemen hat, wenig überraschend, wieder Linux die Nase vorne. Besonders häufig kommen dabei die Distributionen Raspbian und Ubuntu zum Einsatz. Im Bereich Gateway ist Linux mit fast 67 Prozent unangefochtener Spitzenreiter, Windows ergattert hier den zweiten Rang – eine kleine Sensation. Interessanterweise haben 27.6 Prozent der Teilnehmer angegeben, auf den Geräten selbst gar kein OS zu benutzen.

Ebenfalls wenig überraschend ist die Rangliste der beliebtesten Cloud-Plattformen. Amazon dominiert mit 42.7 Prozent das Feld, Microsoft Azure folgt auf Rang 2 und Bronze geht an die Google Cloud Platform. Bemerkenswert ist eher, dass sich die Nutzung von privaten oder On-premise Clouds im letzten Jahr fast halbiert hat.

Die trendenden Verbindungsprotokolle / Quelle: Ian Skerrett

Seit 2015 werden die Teilnehmer auch immer nach ihren bevorzugten Verbindungsprotokollen gefragt. Wie eh und je sind hierbei die drei Platzhirsche TCP/IP, Wi-Fi und Ethernet auf den vorderen Rängen. Das könnte sich allerdings, wenn man sich die Ergebnisse ansieht, bald ändern: Bluetooth bzw. Bluetooth Smart hat sich in den vergangenen zwei Jahren in der Gunst der User nach oben gemausert und heute nutzen bereits 48.2 Prozent der Teilnehmer den Standard (2015: 35.8 Prozent). Ebenfalls auf dem Vormarsch sind LPWA und 6LoWPAN.

Insgesamt gibt es durchaus Bewegung in der bunten IoT-Welt. Gerade was die Annahme neuer Technologien im Bereich der Konnektivität angeht scheint sich einiges zu tun. Dennoch gibt es auch Bereiche, in denen es ziemlich eingefahren ist, beispielsweise Linux wird wohl auch in Zukunft kaum eine Konkurrenz fürchten müssen. Wer sich die Ergebnisse im Detail anschauen möchte, für den lohnt sich ein Blick auf die Slides von Ian Skerrett, die auch im virtuellen Meetup am 26. April zu diesem Thema verwendet werden.

Clean Sheet 0.5

Kurz vor Ostern hat das Team von Code Affine ein Update des beliebten Eclipse Themes Clean Sheet veröffentlicht. In Version 0.5 wurden vorrangig Bugs gefixt, die unter Windows aufgetreten sind. So konnte es beispielsweise passieren, dass die Arbeit des Mylyn Task-Editors mit Bugzilla nicht funktionierte. Außerdem werden mit Clean Sheat 0.5 auch die Nummern der Codezeilen beim vertikalen Scrollen mit der Maus wieder aktualisiert.

Details zu den Fehlern gibt es auf GitHub unter den Issue-Nummern 75 und 76. Wie das Clean Sheat funktioniert und welche Vorteile es hat, hat Entwickler Frank Appel in einem Beitrag auf JAXenter ausführlich erklärt. Weitere Informationen gibt es auf seiner Homepage.

Eclipse Public Licence 2.0 – Eure Meinung ist gefragt

Bereits vergangene Woche hatten wir über das Eclipse Foundation Member Meetingberichtet. Dabei wurde auch die geplante Änderung der Eclipse Public Licence besprochen. Auf seinem Blog hat Mike Milinkovich noch einmal betont, wie wichtig es ist, dass sich die Community aktiv an der Diskussion und der Anpassung der Lizenz beteiligt.

Please get involved. Just as importantly, if you are a developer involved in the Eclipse community and ecosystem, encourage your colleagues in the legal department to get involved.

–Mike Milinkovich

Ziele für die neue EPLv2 sind unter anderem die Kompatibilität zur GPL und eine generelle Modernisierung, gerade bei der Verwendung von Scripting-Sprachen. Außerdem soll zukünftig anstelle des etwas verwirrenden Begriffs „Modul“ das Wort Datei (File) verwendet werden.

Die Diskussionen zur neuen Lizenz finden vorrangig in der Mailing Liste epl-discuss@eclipse.org statt, die aktuellsten Entwürfe für die neue Lizenz können hier gefunden werden.

Eclipse Survey 2017

Um herauszufinden, was Eclipse eigentlich ist, hat die Eclipse Foundation, wie jedes Jahr, ihre große Umfrage gestartet. Das Ziel dieser ist es, herauszufinden, wie die Mitglieder der Community „Eclipse“ wahrnehmen und welche Meinung sie zu Open-Source-Organisationen haben. Oder schlicht die Beantwortung der Frage „Was ist Eclipse für euch?“.

Quelle: Ian Skerrett

Die Teilnahme an der Umfrage sollte dabei nicht allzu lange dauern; die 16 Fragen lassen sich, so Ian Skerrett auf seinem Blog, leicht innerhalb von fünf Minuten beantworten. Also, was ist Eclipse für euch? Lasst es die Foundation bis zum 28. April wissen. Die Ergebnisse der Umfrage werden offiziell Anfang Mai veröffentlicht und natürlich im Zuge dieser Kolumne vorgestellt.

Teilnehmen kann man an der Umfrage über Surveymonkey, weitere Informationen zum Eclipse Foundation Survey 2017 gibt es auf der Homepage der Foundation.

Kaum eine Community ist aktiver und innovativer als die der Eclipse IDE. JAXenter hat das Ohr am Puls der Entwicklungsumgebung und berichtet wöchentlich über die neuesten Entwicklungen und die spannendsten Geschichten rund um Eclipse.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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