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Neues aus dem Land der Sonnenfinsternis

Eclipse Weekly: Status Quo EE4J, Eclipse MVC und der Webdev-Quartalsbericht

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com / solarseven

Was ist nicht alles geschehen in den letzten Wochen! Java EE 8 ist erschienen, dann wird bekanntgegeben, dass die Enterprise Edition von Java zur Eclipse Foundation umziehen wird und das Top-Level-Projekt EE4J wird von der Eclipse Foundation hierfür schließlich ins Leben gerufen. Unter dem Dach der Foundation könnte zudem bald eine schmerzlich vermisste Spezifikation wieder mit dem EE-Mutterschiff vereint werden…

EE4J – Was gibt es Neues?

Die Arbeiten, Java EE in der Eclipse Foundation bzw. im Eclipse-Ökosystem einzupflegen, schreiten unvermindert fort. Mittlerweile hat die Mailing-Liste ziemlich Fahrt aufgenommen und es wird fröhlich über die Möglichkeiten diskutiert, wie Java EE oder EE4J sich in Zukunft entwickeln und entwickeln lassen wird. Mike Milinkovich hat allerdings zu bedenken gegeben, dass es noch Monate dauern wird, bis man in Sachen Specification Process ans sprichwörtlich Eingemachte wird gehen können. Die gute Nachricht ist jedoch, dass sämtliche Entwicklungen in dieser Richtung öffentlich vonstattengehen werden.

Ein weiterer Streitpunkt ist – natürlich – der Name von Java EE bzw. EE4J. Dabei spielt insbesondere die Benennung von Top Level Packages eine Rolle, die derzeit unter javax.* laufen. Josh Juneau gibt zu bedenken, dass ee4j.* als Name eine Versionsnummer suggerieren würde, was gerade für Neulinge ein Problem sein könnte. Er schlägt daher eej.* oder ee.* vor, sollte javax.* in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen.

Was hält die Eclipse Community – und damit ihr, liebe Leser – von dem Namen EE4J? Ist „Eclipse Enterprise for Java“ oder „Enterprise Edition for Java“ auch zukünftig ein guter Name für Java EE? Lasst es uns in unserem Quickvote wissen:

Ist EE4J ein guter Name für Java EE?

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EE4J entspricht nicht euren Vorstellungen eines passenden Namens für Java EE? Dann teilt uns in den Kommentaren mit, welcher Name in euren Augen besser geeignet wäre! Für alle, die ihre Ideen gleich der Eclipse Community unterbreiten wollen, eignet sich die aktive Teilnahme an den Diskussionen in der EE4J-Community Mailing-Liste.

Willkommen zu Hause, MVC!

Als auf der JavaOne 2016 die Pläne für Java EE 8 bekannt gegeben wurden, fiel erfahrenen Entwicklern gleich auf, dass bei der Übersicht der enthaltenen Spezifikationen nicht nur der Java Message Service 2.1 (JSR 368) und das Java EE Management API 2.0 (JSR 373) fehlten. Auch der JSR 371, also der Model View Controller (MVC 1.0), war nicht mehr an Bord (JAXenter berichtete).

Das Ganze kam relativ überraschend, denn noch im Jahr 2014 sprachen sich in Oracles Java EE 8 Survey über 60 Prozent der Teilnehmer für die Unterstützung des MVCs aus. Dieser Wert stand weit über vielen anderen abgefragten Initiativen, was den Rauswurf aus Java EE 8 umso erstaunlicher machte. Selbst Mitglieder anderer JSR Expert Groups, wie bspw. Sebastian Daschner, sahen keinen Sinn für die Entfernung des standardisierten, Action-basierten MVC-Frameworks.

Die Begründung Oracles, MVC doch nicht in Java EE 8 zu integrieren, fußte auf einer weiteren Umfrage, die auf der JavaOne 2016 gestartet wurde und angeblich zeigte, dass MVC von der Community nicht als wichtig erachtet werde. Die Ausrichtung der Umfrage wurde allerdings schon damals bemängelt, da die Frage lautete, wie wichtig MVC für kommende Cloud- und Microservices-Anwendungen sei. Kein Wunder also, dass die Spezifikation hier kaum punkten konnte, da sie für Cloud-Szenarien eine eher nebensächliche Rolle spielt.

Die Spezifikation wurde zu Beginn dieses Jahres dann schließlich an Ivar Grimstad übergeben, einem Mitglied der Expertengruppe des MVCs, Experte im Hinblick auf JMS 2.1 und das Java EE Security API sowie Leiter der JUG Malmö. Niemand geringerer ist es nun auch, der den Umzug des MVC 1.0 zur Eclipse Foundation und damit zurück in den Schoß von Java EE auf der Mailing-Liste zu EE4J verkündete:

I am happy to announce that it is our intention to transfer MVC 1.0, specified by JSR 371 to the Eclipse Foundation. The transfer will include the specification, reference implementation (Ozark) and the TCK. It is our intention that the specification will still be lead by the current spec leads Christian Kaltepoth and Ivar Grimstad and that the expert group will remain intact. The specification will still be governed by the JCP and the JCP process will continue to be followed. As specified by the JCP Process Document a transfer must be approved by the JCP Executive Committee.

–Ivar Grimstad

Wir wünschen den unermüdlichen MVC-Helden unter der Leitung von Ivar Grimstad und Christian Kaltepoth natürlich alles Gute für den Umzug, aufdass bald wieder zusammen sei, was zusammengehört.

Der Quartalsbericht der Eclipse Web-Entwickler

Was wie ein staubtrockenes Relikt aus der Buchhaltung klingt, ist tatsächlich ein schöner Versuch, mehr Feedback aus der Community zu bekommen. Einmal alle drei Monate möchte Christopher Guindon, Lead Web Developer bei der Eclipse Foundation, zukünftig die Mitglieder des Eclipse-Universums wissen lassen, woran das Webdev-Team gerade so arbeitet.

Dabei geht es nicht nur darum, über die aktuellen Entwicklungen zu informieren, sondern auch darum, den Dialog mit den Nutzern zu suchen sowie Tipps und Tricks für Eclipse-Projekte zu liefern. Der erste Quartalsbericht kam am Tag der Deutschen Einheit heraus und dreht sich um eine Reihe unterschiedlichster Baustellen, die derzeit die Entwickler der Eclipse Foundation beschäftigen – unter anderem die Bereitstellung einer HTML– und Plain-Text-Version der Eclipse Public Licence 2.0 (EPL 2.0) auf der Homepage der Foundation.

Eine weitere Baustelle war natürlich das Plug-in Eclipse Class Decompiler (JAXenter berichtete), das vor Kurzem aus dem Marketplace entfernt werden musste. Wer es bei sich noch installiert hat, findet im Quartalsbericht eine Anleitung, es restlos wieder zu entfernen. Abgesehen davon war die Auswahl von Favoriten im Marketplace zuweilen langsam, weswegen das Webdev-Team sich dazu entschloss, Implicit Grant für das Marketplace API zu aktivieren. Dadurch sollte alles etwas flüssiger und ohne ständigen Reload der gesamten Seite ablaufen.

Den Award für das Fixen des ältesten Bugs geht diesmal an Denis Roy, Director IT Services, der eine Statusseite geschaffen hat. Wie erwartet ist alles gut:

Alles ist gut auf der Eclipse Website / Quelle: Christopher Guindon

Den gesamten Quartalsbericht gibt es auf dem Blog von Christopher Guindon.

Eclipse Orion 16

Unter dem Motto „Deine IDE in der Cloud“ wurde auch die sechzehnte Version von Eclipse Orion veröffentlicht. Passend dazu waren genau sechzehn Entwickler daran beteiligt und die Zahl an gefixten Bugs und Verbesserungen an der Entwicklungsumgebung beläuft sich diesmal auf 169. Fokus des Releases lag diesmal darauf, die Kompatibilität und Stabilität zu verbessern, aber auch die generelle Qualität des Node.js-Servers wurde erhöht.

Eine Besonderheit ist die testweise Implementierung der Unterstützung von Debugging direkt in Orion. Die Macher geben in Bezug darauf allerdings zu bedenken, dass es sich hierbei ausdrücklich um ein Feature handelt, dass sich noch im Entstehen befindet – es ist also Vorsicht bei der Nutzung geboten und Feedback ist ausdrücklich erwünscht.

Wer Orion 16 ausprobieren möchte, kann dies über den OrionHub tun, auf der Download-Seite der Eclipse Foundation gibt es den Server zum Herunterladen, um eine Instanz lokal zu starten.

Happy Birthday, CDT!

Im Sommer des Jahres 2002 war es, an einem Freitag im Juni, um genau zu sein, als John Duimovich die Übergabe einiger Kerntechnologien von QNX an das CDT-Projekt bekanntgab. Damit läutete er mehr oder weniger den Start des Eclipse-CDT-Projektes ein, wie wir es heute kennen. Auf dem Blog von Doug Schaefer kann man sich die originale Ankündigung aktuell ansehen.

Kaum zu glauben, dass diese fundamentale Entwicklung bereits 15 Jahre her ist. Wir sagen Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, C/C++ Development Tools – auf die nächsten 15 Jahre!

@EclipseJavaIDE: Tipp der Woche

Der Eclipse-Tipp der Woche wird in Zusammenarbeit mit Sopot Cela präsentiert, der unter dem Handle @EclipseJavaIDE Tag für Tag wertvolle Tipps und Tricks für die Nutzer der Eclipe IDE veröffentlicht.

Kaum eine Community ist aktiver und innovativer als die der Eclipse IDE. JAXenter hat das Ohr am Puls der Entwicklungsumgebung und berichtet wöchentlich über die neuesten Entwicklungen und die spannendsten Geschichten rund um Eclipse.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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