Editorial Eclipse Magazin 1.13

Eclipse und das Internet der Dinge

Diana Kupfer

Liebe Leserinnen und Leser, ab sofort ist das Eclipse Magazin 1.13 erhältlich. Schwerpunkt dieser Ausgabe: „M2M: Eclipse und das Internet der Dinge“.

Editorial

Emanzipation der Dinge

Von Kevin Ashton, dem Vater des Begriffs „Internet der Dinge“, stammt die Aussage: „Our economy, society and survival aren’t based on ideas or information – they’re based on things.“ Gäbe es Computer, die selbstständig Daten von „Dingen“, also Sensoren, Aktoren usw. sammeln könnten, so sinnierte Ashton 2009, wäre alles jederzeit quantifizierbar – und die Welt könnte ein ganzes Stück effizienter werden. Drei Jahre später scheint diese Vision schon teilweise Realität geworden zu sein: Machine to Machine (M2M) ist in aller Munde. Immer mehr Geräte des Alltags – Lampen, Waschmaschinen, Kühlschränke – sind ans Internet angebunden. Eine oft zitierte Studie von Ericsson spricht von 50 Milliarden vernetzten Geräten bis 2020. Juniper Research prognostizierte kürzlich 400 Millionen eingebettete Geräte bis 2017. Wuchtige Zahlen, die signalisieren: Hier entsteht ein gewaltiger Markt. Die JavaOne widmete dem Thema Java Embedded eine eingebettete (!) Unterkonferenz. Kurz zuvor waren mit der Java Micro Edition Embedded 3.2 und der Java SE Embedded Suite 7.0 wichtige M2M-Wegbereiter für Java-Entwickler erschienen. Maschinenkommunikation eröffnet Entwicklern eine neue Welt – Anlass genug für einen Heftschwerpunkt.

We’ve been here before…

Der Erfolg des Internets (der Menschen) ist, wie Ian Skerrett, Marketingdirektor der Eclipse Foundation, richtig feststellt, auf offene Standards wie HTTP zurückzuführen. Bei einem rasant wachsenden Markt wie M2M ist es also umso wichtiger, schon früh gemeinsame Standards zu entwickeln – das probateste Mittel gegen Marktfragmentierung und Anbietersilos. Das hat die Eclipse Foundation im vergangenen Jahr erkannt und mit der Gründung einer M2M Industry Working Group, angeregt u. a. von Sierra Wireless, Eurotech, IBM, Weitblick bewiesen. Der Pioniergeist innerhalb dieser IWG ist bemerkenswert: Mit Paho, Koneki und Mihini befinden sich bereits drei Eclipse-Projekte unter dem Dach von Eclipse. Mit dem brandneuen Portal m2m.eclipse.org hat die M2M IWG zudem ein Entwicklereldorado für diesen Bereich eröffnet.

Auch die Deutsche Telekom fährt die Strategie kooperativer Entwicklung mit ihrem kürzlich eröffneten Developer Garden, wie Jürgen Haase, M2M-Chef bei der Telekom, im Interview mit dem Eclipse Magazin mitteilt.

Nicht nur einen ökologischen (Smart Grids), ökonomischen (industrielle Automatisierung), medizinischen (E-Health) oder logistischen (Track and Trace) Mehrwert verheißen autonom kommunizierende Maschinen, sondern auch einen höheren Komfortfaktor. Was, wenn z. B. eine Vielzahl an elektronischen Geräten im eigenen Haushalt mit einer einheitlichen Oberfläche bedient werden könnte? Mehr dazu lesen Sie im Artikel über die Integrationsplattform openHAB in dieser Ausgabe.

Henne und Ei

Noch steckt der Bereich M2M in den Kinderschuhen. Und wer der Diskussion beim informellen M2M-Treffen auf der diesjährigen EclipseCon Europe gelauscht hat, dachte vermutlich an Henne und Ei: Was wird zuerst da sein, der einsatzbereite Technologie-Stack oder der Anwendungsfall? Kein Zweifel, offene Standards sind das A und O. Aber ohne Real-Life-Szenarien und Prototypen nützen auch die nichts. Hier kommen Mikrocontroller wie Arduino ins Spiel, wie Kay Glahns Beitrag zeigt. An sich primitive, aber erweiterbare Einplatinencomputer, die sich in Bastler-, Pädagogen- und Künstlerkreisen bewährt haben, erleben eine beispiellose Konjunktur als M2M-Prototyping-Plattformen und -Gateways.

Allem Hype zum Trotz: Ein Internet der Dinge wird es nicht ohne menschliches Zutun geben. Sie, die Entwickler, sind gefragt! Und vielleicht motiviert Sie das, was Ashton prophezeite: „The Internet of Things has the potential to change the world, just as the Internet did. Maybe even more so.“

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

Diana Kupfer,

Redakteurin

Inhalt Eclipse Magazin 1.13
  • EclipseCon Europe 2012 – Die Eclipse-Community trifft sich zum siebten Mal in Ludwigsburg

    Diana Kupfer, Claudia Fröhling und Marc Teufel

  • „Alles ist fragmentiert, aber jeder möchte das Internet der Dinge.“ – Interview mit Ian Skerrett und Benjamin Cabé über die M2M IWG
  • M2M-Entwicklung nah und fern – Ein neues Framework für die Entwicklung von eingebetteten M2M-Anwendungen: Mihini

    Benjamin Cabé

  • Androiden im Internet der Dinge – Push Notifications für Android mit MQTT und der Eclipse-Paho-Bibliothek

    Dominik Obermaier

  • Arduino und das Internet der Dinge – Plattform für Entwickler im M2M-Bereich

    Kay Glahn

  • „Wir werden es nicht als ,M2M‘ erleben, sondern einfach nutzen.“ – Interview mit Jürgen Hase, M2M-Chef der Deutschen Telekom
  • Die RESTlichen Dinge im Internet – RESTful Web Services im Internet der Dinge

    Georg Grütter

  • Java Embedded – Mit verbundenen Dingen

    Wolfgang Weigend

  • Die Welt der Dinge in der Hand – openHAB als Integrationsplattform im IoT

    Thomas Eichstädt-Engelen

  • Android 4 vs. BB10 – Teil 4: UI und Navigation auf Touch Devices

    Ekkehard Gentz

  • Spring Time – Eclipse 4 Dependency Injection mit Spring

    Lars Vogel und Felix Heppner

  • Annotations in Eclipse 4 – Alles außer @Inject

    Dr. Jonas Helming und Maximilian Kögel

  • The Big Picture – Teil 4: Enterprise-Anwendung von der Datenbank bis zur Weboberfläche

    Jan Stamer

  • CSI und RCP – die Chemie stimmt! – Die Eclipse Rich Client Platform in der chemischen Analytik: ein Erfahrungsbericht

    Dr. Philip Wenig

  • Xtext und Scala – Harmonisches DSL-Duett

    Michael Adams

  • Familienähnlichkeit – Variantenmanagement mit dem EMF Feature Model und Xtext

    Andreas Graf und Malte Jannasch

  • Vex 1.0 – Interview mit Florian Thienel
  • Geschrieben von
    Diana Kupfer
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