Make cities smart again!

Neu im Eclipse-Universum: sensiNact – die Smart-City-Plattform

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com / Krunja

Smartphones, Smart TVs, Smart Homes – heutzutage gibt es von beinahe allem, was uns lieb und teuer ist, eine intelligentere Variante. Warum also nicht auch eine Smart City? Beim Forschungsinstitut CEA-Leti entwickelt man mit Eclipse sensiNact derzeit die passende Softwareplattform dafür.

Hintergrund

Die Entwickler des Forschungsinstituts CEA-Leti gehen davon aus, dass bereits im Jahr 2050 über zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten und Ballungsgebieten leben werden. Etwa 75 Prozent der Ressourcen der Welt werden auf diesen 2 Prozent Erdenfläche verbraucht. Um das Leben der Bewohner in den Städten zu verbessern, müssen Daten gesammelt und verarbeitet werden, Stichwort: Big Data.

Mit dem Projekt Eclipse sensiNact wollen Projektleiter Levent Gurgen vom französischen Forschungsinstitut CEA-Leti und sein Team eine Plattform schaffen, die dazu geeignet ist, die Herausforderungen einer Smart City zu stemmen. Besonders die Interoperabilität, Daten- und Verbindungsheterogenität, Skalierbarkeit und die Online-Datenverarbeitung stehen im Fokus des Projektes.

Features

Eclipse sensiNact besteht in erster Linie aus einer Softwareplattform zum Sammeln, Verarbeiten und Weiterverteilen von Daten, die relevant sind, um das Leben von Stadtbewohnern zu verbessern. Programmierschnittstellen erlauben dabei verschiedene Arten des Zugriffs auf diese Daten (on-demand, periodisch, historisch usw.) sowie die einfache und schnelle Entwicklung innovativer Anwendungen, die auf der Plattform aufbauen, und deren Deployment.

Den Kern von Eclipse sensiNact stellt der Service-orientierte Ansatz dar, bei dem IoT-Geräte ihre Funktionalitäten als „Services“ (etwa Temperatur-Service, Anwesenheitserkennungs-Service, Luftqualitäts-Monitoringservice etc.) freigeben. Jeder Service gibt dann eine oder mehrere Ressourcen frei, also zum Beispiel Daten von Sensoren oder gewisse Aktionen. Entwickler schreiben daraufhin schließlich Anwendungen, die die Sensoren-Services mit Auslöse-Services verknüpfen.

Die Architektur von Eclipse sensiNact / Quelle: IoT Open Platforms

Die Architektur von Eclipse sensiNact / Quelle: IoT Open Platforms

Konnektivität, Interoperabilität, Daten- und Event-Processing und ein passendes Tooling – diese vier Aspekte sind es, die Eclipse sensiNact adressiert. Für eine gute Konnektivität sorgt die Unterstützung zahlreicher IoT-Protokolle und –Plattformen, etwa LoRa, Zigbee, IEEE 802.15.4, Sigfox, enOcean, MQTT, XMPP, NGSI, HTTP und CoAP. Support für neue Protokolle kann, dank modularen Ansatzes, schnell erstellt und dynamisch der Plattform hinzugefügt werden.

Die Interoperabilität wird hingegen durch generische und leicht zu verwendende APIs gewährleistet, das synchronen (on-demand) und asynchronen (periodisch oder Event-basiert) Zugriff auf Daten der IoT-Geräte erlaubt. Auch auf historische Daten kann so zugegriffen werden. Für das Daten-Processing werden durch Eclipse sensiNact verschiedene Filter bis hin zu komplexen Aggregationsfunktionen zur Verfügung gestellt. Die Extension Points sind für die Erweiterung der Funktionalität nutzbar.

Die Gateway-Architektur von Eclipse sensiNact / Quelle: IoT Open Platforms

Die Gateway-Architektur von Eclipse sensiNact / Quelle: IoT Open Platforms

Zu guter Letzt bietet die Plattform auch ein Entwicklungstool mit Namen sensiNact Studio, mit dem Geräte und Services, die mit der Plattform verbindet sind, verwaltet werden können. Auch das Erstellen von Anwendungen und das Deployment in die Plattform selbst ist mit dem Tooling möglich. Mit einer domänenspezifischen Sprache (DSL) können Entwickler die Anwendungslogik in Form von ECA-Regeln (Event-Condition-Action) ausdrücken; Monitoring und Verwaltung der Anwendungen gehören ebenfalls ins Portfolio des Studios. Neue Typen von Protokollen und Plattformen können mit dem Tool sogar on-the-fly zu sensiNact hinzugefügt werden.

Ausblick

Im Bereich der Konnektivität soll Eclipse sensiNact bald die Kommunikationsstandards Thread, OneM2M, OMA LWM2M und OPC-UA unterstützen, weitere sind ebenfalls in Planung. Auch die Unterstützung der Protokolle, die von der Eclipse IoT Working Group erstellt wurden, ist fest eingeplant.

Da CEA ein Mitglied der OSGi IoT Expert Group ist, ist es natürlich im Sinne des Projektes, IoT-bezogene Spezifikationen der OSGi Alliance zu implementieren. Interessant könnte auch die geplante Zusammenarbeit mit der Modellierungs-Community werden. Hierfür wurde eine Kollaboration mit Eclipse Papyrus und Eclipse Sirius in Aussicht gestellt.

Weitere Informationen zu der neuen Smart-City-Plattform gibt es im entsprechenden Vorschlag auf der Proposal-Seite von Eclipse und in dem Artikel von Rémi Druilhe auf IoT Open Platforms.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.