Eclipse Polarsys: Kollektive Entwicklung sicherheitskritischer Systeme

Hartmut Schlosser

Auf der aktuell stattfindenden EclipseCon Europe hat die Eclipse Foundation die Gründung einer neuen Industry Working Group bekannt gegeben. Unter dem Namen Polarsys haben sich 14 Unternehmen mit dem Ziel zusammengeschlossen, Tools für die Entwicklung sicherheitskritischer eingebetteter Systeme bereit zu stellen.

Angestrebt werden kollektive Lösungen für die Bereiche Luftfahrt, Verteidigung, Transport, Telekommunikation und Healthcare. Als erste Mitglieder der Gruppe treten Airbus, Astrium Satellites, ATOS, CEA, CS (Communication & Systèmes), Ericsson, IRIT (Institut de recherche en informatique de Toulouse), Inria, Katholieke Universiteit Leuven, Obeo, Universidad Politécnica de Valencia, Tecnalia, Thales und Xipp auf.

Im Gespräch mit JAXenter erklärt Gael Blondelle von Obeo, die besonderen Bedürfnisse vertikaler Märkte verlangten nach einer Weiterentwicklung des traditionellen Open-Source-Governance-Modells, um beispielsweise den langfristigen Support von Software-Systemen bis auf einen Zeitraum von über zehn Jahren zu gewährleisten. Eine weitere Besonderheit solcher Systeme stelle die erweiterte Zertifizierung dar, um etwa internationalen Sicherheitsstandards zu genügen. Neu sei zudem, dass interessierte Parteien über Mitgliedszahlungen Einfluss auf die Richtung der Entwicklungen nehmen können, ohne zwangsläufig Entwickler für die Projekte abzustellen.

Hervorgegangen ist Polarsys aus dem OPEES-Konsortium, das im Bereich Luft- und Raumfahrt über 30 Unternehmen zusammenfasst und die kollektive Entwicklung von Software-Komponenten wie die modell-basierte Tool-Chain Topcased verantwortet.

Für Airbus liegt die Motivation, der Polarsys-Arbeitsgruppe beizutreten, in einer Erweiterung des Ökosystems, meint Airbus Entwicklungsleiter Patrick Farail. Bei Airbus wird beispielsweise die Fly-by-Wire-Technologie für die Flugsteuerung auf Basis von Eclipse-Technologie realisiert.

Die in der Polarsys-Working-Gruppe erarbeiteten Software-Komponenten sollen, wo sinnvoll, als Eclipse-Projekte öffentlich zugänglich gemacht werden. Die ersten Ergebnisse werden für Mitte 2012 erwartet.

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.