Eclipse Juno Highlight #3: Riena

JAXenter: In Eclipse Juno wurde zum ersten Mal auf die neue Plattform 4.2 gesetzt. Wie lief im Riena-Projekt diese Umstellung ab?

Christian Campo: In Riena hat unser Projektteam zwar schon seit mehreren Jahren die Ansätze von Eclipse 4.x untersucht, einen ersten Anfang mit 4.2 haben wir allerdings erst im November letzten Jahres unternommen. Dabei stellte sich heraus, dass zwar alle APIs aus Eclipse 3.x in Eclipse in 4.x noch vorhanden sind, jedoch manche nicht mehr funktionieren, wie z.B. Theming API. Das hat Eclipse erst spät nachgezogen und diese API-Methoden auf @deprecated gesetzt. Darüber hinaus war es 2011 noch relativ schwierig, technische und gültige Dokumentation über Eclipse 4.2 auf den Eclipse-Seiten zu finden. Eclipse 4.2 kommt dem Applikationsmodell von Riena sehr entgegen, es überlappt sogar an einigen Stellen. Für uns besteht die Herausforderung zurzeit allerdings darin, dass wir zusätzlich Eclipse 3.x unterstützen wollen. Als Folge hieraus ist die Umstellung auf die neue Plattform 4.2 noch im vollen Gange und wird für Juno noch nicht abgeschlossen sein. Riena 4.0 läuft somit vorläufig noch auf Eclipse-3.x-Versionen. In den nächsten Monaten gibt es allerdings ein Update, das dann auch Eclipse 4.2 unterstützt.

JAXenter: Was sind Ihre persönlichen Highlights in Eclipse Juno?

Christian Campo: Ich persönlich habe mich sehr gefreut, dass das Code-Recommender-Projekt mit Juno sein erstes Major Release abliefert. Ich tausche mich häufig mit Marcel Bruch, dem Projektleiter aus und habe viele seiner Vorträge gehört, die mich allesamt sehr fasziniert haben. Darüber hinaus finde ich, dass EGit 2.0 eine deutliche Verbesserung gegenüber der EGit-1.0-Version von Helios darstellt. Zwar sind die Stabilität und die Unterstützung der Git-Funktionalität noch nicht in allen Fällen zufriedenstellend, doch wurden gegenüber der Version 1.0 sowohl die Stabilität als auch das Featureset entscheidend ausgebaut und damit ein sehr deutlicher Schritt nach vorne gemacht.

Gespannt bin ich auf die zukünftigen Möglichkeiten von RAP 1.5, nachdem dort auf ein webunabhängiges Datenprotokoll umgestellt wurde. EclipseSource experimentiert ja bereits intern mit einem RAP-Client, der native IOS rendert. Hier erwarte ich noch weitere interessante Entwicklungen.

JAXenter: Was steht auf der Riena Roadmap für die kommenden Monate – und natürlich in Hinsicht auf das nächste Eclipse-Release „Kepler“?

Christian Campo: Das Projektteam wird Riena selbstverständlich hinsichtlich einer noch größeren Stabilität weiterentwickeln. Unseren Beitrag zum nächsten Eclipse-Release sehen wir allerdings in der Umstellung auf Eclipse 4.2 sowie vor allem in der Integration von Riena in JavaFX. Bei diesem spannenden Thema, der Integration von Riena in JavaFX, rechnen wir auch mit Unterstützung aus der Community.

JAXenter: Vielen Dank für dieses Interview!

Christian Campo ist IT-Consultant bei der compeople AG und seit Jahren im Java-EE-Bereich tätig. Er beschäftigt sich vor allem mit der Entwicklung von innovativen Onlineanwendungen und mit serviceorientierten Architekturen. Christian ist Projektleiter von Riena, einem Eclipse-Foundation-Projekt und ist Mitglied im Eclipse Architecture Council. In letzter Zeit beschäftigt er sich vermehrt mit JavaFX und Cloud Storage.
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