Eclipse goes Web: Mit Projekt Orion zur Web-basierten IDE

Hartmut Schlosser

Ein neues Eclipse-Projekt zur Bereitstellung einer vollständig Web-basierten Entwicklungsplattform ist auf dem Weg. Das Eclipse-Team von IBM hat erste Quellcodes für das Projekt „Orion“ zur Verfügung gestellt, die einen skalierbaren Quellcode-Editor realisieren, der auf gängigen Browsern lauffähig ist. Volltextsuche sowie Ordner- und Dateienverwaltung sollen bereits möglich sein.

Wie Orion-Entwickler Boris Bokowski in seinem Blog beschreibt, wird mit Orion nicht das Ziel verfolgt, eine schwergewichtige IDE in den Browser zu übertragen. Pragmatischer sei es, bestimmte ad hoc benötigte Funktionalität im Browser zugänglich zu machen und Integrationen zwischen Web-basierten Entwicklertools und existierenden Webtechnologien (REST, http, Json, OAuth, OpenID etc.) herzustellen.

Eclipse Foundation Direktor Mike Milinkovich betont, dass es sich bei Orion nicht um die alte Eclipse-Codebasis handelt, die für den Browser modifiziert wurde. Es handele sich um völlig neuen Code, der Client-seitig aus JavaScript bestehe, Server-seitig aus einer OSGi-basierten Java-Anwendung mit Jetty als Webcontainer. Diese Codebasis soll die Grundlage für eine neue, von der Eclipse Community realisierte Web Tooling Platform darstellen.

In den nächsten Entwicklungsschritten soll der Fokus darauf liegen, den Codeeditor zu vervollständigen, ein Versionskontrollsystem zu integrieren (auf Basis von Git) und Debugging-Funktionalität bereit zu stellen (via Firebug). Der Orion-Code steht im Eclipse e4-Inkubator zur Verfügung, anvisiert wird die Gründung eines eigenen Eclipse-Projektes.

Milinkovich lädt alle interessierten Entwickler ein, sich an der Weiterentwicklung des Projekts zu beteiligen. Ein erstes Face-to-Face-Meeting soll in der ersten März-Woche in Ottawa stattfinden, an dessen Ende ein Entwurf für das offizielle Projekt-Proposal stehen soll. Zuvor, Ende Januar, soll eine erweiterte Trial-Version von Orion zur Verfügung gestellt werden.

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Hartmut Schlosser
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