Neue Industriekooperation

Eclipse Foundation verkündet Start des Papyrus Industry Consortium

Michael Thomas

© Shutterstock.com/Marco Ossino

Die Eclipse Foundation hat die derzeit laufende embedded world (Fachmesse für Embedded-Systeme) zum Anlass genommen, den offiziellen Start des Papyrus Industry Consortium bekannt zu gegeben. Ziel der Initiative die Schaffung einer auf dem UML-Werkzeug Papyrus aufbauenden, modellbasierten Engineering-Plattform.

Bereits seit Oktober 2015 sind die grundlegenden Ziele des Papyrus Industry Consortium bekannt, nun erfolgte – nur wenige Wochen, nachdem mit Ericsson der designierte Kopf des Projekts zum strategischen Mitglied der Eclipse Foundation aufstieg – auch die offizielle Gründung. Der Zusammenschluss der 12 Gründungsmitglieder Adocus, Airbus Helicopters, Airbus Defence & Space, Atos, CEA List, Combitech/Saab, EclipseSource, Ericsson, Flanders Make, Fraunhofer Fokus, OneFact und Zeligsoft zielt darauf ab, eine auf dem UML-Werkzeug Papyrus aufbauende, modellbasierte Engineering-Plattform bzw. Workbench zu schaffen.

Die quelloffene MBE(Model-Based Engineering)-Lösung soll insbesondere den Anforderungen von Unternehmensanwendern, im Speziellen den Entwicklern softwareintensiver Systeme (z. B. Unternehmensanwendungen, Embedded-Software, Internet of Things) gerecht werden.

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Wie Francis Bordeleau (Produktmanager Softwareentwicklung bei Ericsson) im Rahmen der Ankündigung verlauten lässt, engagiert sich der Telekommunikationskonzern insbesondere deshalb für die Initiative, da ein Industriequalität bietendes Modellierungswerkzeug sowie die zugehörige Community erfolgskritische Faktoren für Ericssons langfristiger Softwareentwicklungsstrategie darstellen. Die Gründung des Papyrus Industry Consortium wird seiner Einschätzung nach dazu führen, dass sich Papyrus zur wichtigsten Modellierungstool-Lösung entwickeln und so zu einer größeren Verbreitung des Model-Based Engineering führen wird. Eclipse-Foundation-Direktor Mike Milinkovich geht von einem jährlichen Entwicklungsbudget von 5 Millionen US-Dollar aus.

Papyrus ist eine erweiterbare Plattform bzw. Tool-Suite, die sowohl bestehende Modellierungssprachen à la UML 2.5 und SysML 1.4 unterstützt, als auch die Erstellung von eigenen domänenspezifischen Modellierungssprachen erlaubt. Durch diese Anpassbarkeit deckt Papyrus potentiell verschiedenste Entwicklungsaspekte ab, darunter z. B. modellbasierte Simulationen, modellbasierte Tests und Sicherheitsanalysen.

Aufmacherbild: Papyrus sheet von Shutterstock / Urheberrecht: Marco Ossino

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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