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Durchführung von Softwareprojekten über die Unternehmensgrenzen hinweg

Das virtuelle Unternehmen als Organisationsform

Oksana Arnold (et. al.) [3] definieren virtuelle Unternehmen als einen Zusammenschluss unabhängiger Partner (Kasten: „Virtuelle Unternehmen“) und beschreiben die verschiedenen Entwicklungsstufen des VU. Die letzte Entwicklungsstufe beschreibt ein VU, in dem ein Information Broker nach Bedarf Unternehmen und Einzelpersonen mit den notwendigen Kernkompetenzen zusammenführt, um gezielt eine Marktaufgabe zu erfüllen. Diese Ausbaustufe kann insbesondere für Realisierungsprojekte interessant sein. Der Information Broker ist demnach derjenige, der die verschiedenen Netzwerke zusammenhält. Dieser Information Broker übernimmt einen Teil der erforderlichen Managementaufgaben für das Netzwerk, ist aber selbst nur Teil oder Mitglied des virtuellen Unternehmens. Die Aufgabe des Brokers ist es, die Kommunikation untereinander im Netzwerk zu fördern. Denn über die Kommunikation wird nicht nur die Vertrauensbasis untereinander gestärkt, sondern auch Informationen über die Partner ausgetauscht. Diese Informationen dienen dem Broker wiederum zur permanenten Bewertung der Partner. Gerade virtuelle Unternehmen in der IT müssen ständig neu aktualisieren, da neue Technologien auf den Markt kommen, die Partner des Netzwerkes sich in bestimmte technologische Richtungen bewegen und die Kernkompetenz dadurch Veränderungen erfährt. Der Broker bewertet ebenfalls permanent, ob die Prämissen der Mission, also die Ausrichtung und auch die Spielregeln noch ihre Gültigkeit besitzen. Solche flexiblen Änderungen im virtuellen Unternehmen sind möglich, da diese Organisationsform weitestgehend ohne vertragliche Bindungen auskommt, diese sogar eher unerwünscht sind. Die geschaffene Vertrauensbasis gilt hier als Ersatz für Verträge. Erst wenn es zu Kooperation kommt, handeln die Partner untereinander zusätzliche Regelungen aus [5].

Virtuelle Unternehmen

Eine einheitliche Definition, was ein virtuelles Unternehmen genau ist, gibt es nicht. Als Grundlage eines gemeinsamen Verständnisses kann ein virtuelles Unternehmen wie folgt beschrieben werden: Das Virtuelle Unternehmen repräsentiert eine neue Organisationsform, da sie auf Netzwerk- und Vertrauensbasis funktioniert und kurzfristig und flexibel angelegt ist. Das virtuelle Unternehmen ist ein Zusammenschluss selbständiger Partner (Unternehmen und/oder Freiberufler), die zunächst eigene Ziele verfolgen, aber im Rahmen der virtuellen Unternehmung – zeitlich befristet auf das Projekt gerichtet – sich zusammenschließen und in diesem Projekt gemeinsame Ziele verfolgen. Die wesentliche Grundlage der Kooperation bildet ein gemeinsames Geschäftsverständnis und vor allem eine Vertrauensbasis untereinander – Letzteres ist einem sozialen Netzwerk sehr ähnlich. In einem virtuellen Unternehmen wird auf komplexe Strukturen verzichtet (in Anlehnung an [3]).

Unterschied virtueller Unternehmen zu Kompetenzportalen

Nun ist es möglich, eine externe Ressource für mein Projekt auch über diverse Kompetenzportale oder Expertenportale zu suchen und zu finden. Auch dort gibt es quasi einen „Information Broker“. Entweder in einfacher Art als Suchalgorithmus oder durch Menschen, die mögliche Ressourcen vermitteln und somit ebenfalls Kompetenzen bzw. die beiden Partner zusammenführen. Diesen Konstruktionen fehlt jedoch die eigentliche Komponente des Netzwerkes, die mir das Vertrauen und die Verlässlichkeit sichert. Diese Expertenportale agieren nicht als lebendiges Netzwerk, sondern eher als Einzelstrukturen, die vertraglich an eine Kopforganisation gebunden sind. Eine Kommunikation untereinander ist eher nicht gewünscht, sodass es sich nicht um ein „demokratisches“ Konstrukt handelt. Es gibt auch keine wirklich gemeinsame Mission, wie es in virtuellen Unternehmen eine gibt.

Mission und Vertrauen sind aber wichtig. Nicht nur für das virtuelle Unternehmen, sondern auch für mein Projekt, da ich über diese Faktoren die Verlässlichkeit bekomme, die ich benötige. Ein gutes virtuelles Unternehmen ist daher auch am besten aus einem Netzwerk heraus gewachsen. So wie in einigen Clubs, in denen der Zugang über Empfehlungen funktioniert. So erhält man ein geschlossenes Netzwerk, in dem zwar nicht unbedingt jeder jeden kennt, dennoch jedes Einzelnetzwerk über „Vertrauenspersonen“ miteinander verbunden ist. Der Nebeneffekt ist, dass durch den Zugang in das virtuelle Unternehmen über Empfehlungen ein hohes Maß an Verlässlichkeit in dem Netzwerk erhalten werden kann.

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