"Dolphin macht JavaFX Enterprise-ready"

JAXenter: In der Keynote hast du bekannt gegeben, dass Dolphin ab sofort Open Source zur Verfügung steht, unter Apache-Lizenz. Wie kam es zu dieser Entscheidung und was erhofft ihr euch von diesem Schritt?

Dierk König: Uns geht es erstens um Feedback, Verbreitung und Code-Beiträge. Außerdem wollen unsere Service-Kunden das gerne. Mit der Verbreitung untermauern wir Canoos Expertise im Rich-UI-Bereich, und wir nehmen auch gerne weitere Service-Aufträge entgegen und bieten kommerziellen Support.

Code-Beiträge sind auch sehr willkommen. Es ist so einfach, einen weiteren Dolphin Client zu schreiben, für z.B. GWT, HTML5, Android, iOs, usw. Einfach einen pull request auf github stellen (bitte nur mit test cases und Demo code).

Nicht zuletzt suchen wir Feedback für die Ausgestaltung von Dolphin, wie wir es von unseren Early-Adopter-Kunden bekommen haben. Nichts ist wertvoller.

JAXenter: Dolphin ist noch nicht als finales Release verfügbar, das heißt es kann noch Änderungen am API geben. Wie sieht die Roadmap für Dolphin aus?

Dierk König: Wir möchten den schnellsten Weg zu einem 1.0 final gehen. Dazu fehlt es im Moment weniger an Code als vielmehr an der Vervollständigung der Dokumentation, einer Website und sonstiger „Verpackung“. Am API erwarte ich bis dahin nur noch kosmetische Änderungen. Nach 1.0 werden wir verschiedene Optimierungen aus ULC in Dolphin integrieren.

JAXenter: Man wirft JavaFX oft vor, dass es zwar in letzter Zeit an Fahrt aufgenommen hat, dass es aber jenseits aller Spielerei noch weit entfernt davon ist, enterprise-ready zu sein. Soll Dolphin dieses Problem lösen?

Dierk König: Mit Dolphin wird der Visualisierungsteil der Applikation klar vom Rest getrennt. Das macht es deutlich leichter, UI Toolkits auszutauschen. Einige unsere Dolphin Kunden setzen im Moment auf Swing oder Eclipse RCP, wollen sich aber nicht die Möglichkeit verbauen, später mit überschaubarem Aufwand auf JavaFX zu wechseln. Andere setzen auf JavaFX, wollen aber das Risiko einer Fehleinschätzung eindämmen. Dolphin hilft in beiden Szenarien, weil man vollen Investitionsschutz für den serverseitigen Code hat.

Wenn ich zu wählen hätte, würde ich ohne zu Zögern sofort auf JavaFX setzen. Am Ende heißt „Enterprise“ doch, dass die Applikation auf dem Server liegt. Unter diesem Aspekt kann man sagen: Ja, Dolphin macht JavaFX „enterprise-ready“.

Dierk König ist Fellow bei der Canoo Engineering AG, Basel. Er betreibt das Open-Source-Projekt Canoo WebTest und ist Committer in den Projekten Groovy, Grails und GPars. Er publiziert und spricht auf internationalen Konferenzen zu Themen moderner Softwareentwicklung. Er ist Autor des Buchs „Groovy in Action“. Twitter: @mittie.
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