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Docker & Node.js: Open-Source-Foundation statt Fork-Debakel?

Michael Thomas, Hartmut Schlosser
© shutterstock.com/Krasimira Nevenova

Chris Aniszczyk, Open-Source-Evangelist bei Twitter, sinniert in seinem Artikel „Apache (and other foundations) considered useful“ über den Sinn und Unsinn von Open-Source-Foundations. Dabei war der langjährige Eclipse-Mitstreiter durchaus nicht immer von solchen Stiftungen überzeugt, weil er beispielsweise frustriert über das langsame Tempo der Apache Software Foundation (ASF) bei der Übernahme neuer Tools wie Git war. Doch hätten die jüngsten Ereignisse um das NodeJS/io.js-Forking und das Docker/Rocket-Debakel noch einmal deutlich gemacht, wo der größte Vorteil von Foundations liege. 

Die Vorteile von Open-Source-Stiftungen

Gerade die Abspaltung Rockets von Docker hätte Aniszczyk zufolge verhindert werden können, wenn die Entwicklung der Docker-Technologie im Rahmen einer unabhängigen Foundation erfolgt wäre. Denn Open-Source-Stiftungen wie die ASF, die Eclipse- und die Linux-Foundatiion bauen zumeist auf strengen, meritokratischen Governance-Strukturen auf, die vor allem auf die Aufrechterhaltung gesunder und produktiver Communities abzielen. Die mitunter weit auseinander- bzw. widerstrebenden Interessen von Einzelpersonen, kleinen und mittleren Unternehmen sowie Großkonzernen können somit besser unter einen Hut gebracht werden, was einen kollaborativen Softwareentwicklungsprozess begünstigt. Aniszczyks Fazit lautet dementsprechend, dass Stiftungen wichtiger denn je sind, um die Neutralität von freier und Open-Source-Software auch in Zukunft zu gewährleisten.

Docker vs Rocket, Node.js vs io.js

In diesem Licht gesehen war die Spaltung von Docker und Rocket fast vorhersehbar, meint Aniszczyk: Zu spät habe man sich bei Docker Inc. um die Etablierung offener Beteiligungsstrukturen für andere Unternehmen gekümmert.

What happened with Docker/Rocket was almost predictable given the way the Docker project was structured and how late to the game they were in establishing some level of governance and independence as more larger companies were getting involved.

Immerhin sieht Aniszczyk den Fork nicht in ganz so schwarzem Licht, könnte er doch dazu führen, dass ein innovationsfördernder Wettbewerb entsteht.

At least the competition should help container technology improve at a quicker pace.

Ob es Docker irgendwann einmal in eine anbieterneutrale Stiftung schafft? Oder Node.js, das mit io.js vor einer vergleichbaren Situation steht? Nun, Voraussetzung wäre wohl, dass Docker Inc. bzw. Joyent ein gut’ Stück ihrer Kontrolle über ihre Projekte abgeben würden. Doch wenn sich Unternehmen fast ausschließlich einem Projekt verschreiben, von dem ihr kommerzieller Erfolg abhängt, ist das offenbar leichter gesagt als getan.

Aufmacherbild: Non Profit Concept von Shutterstock.com / Urheberrecht: Krasimira Nevenova

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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