Außerdem: Alexa bekommt neue Halloween-Skills

Inside IoT: Dirty-COW in Raspberry Pi, neue Services für Windows 10 IoT & Maschinensprache für Industrie 4.0

Mascha Schnellbacher

© Shutterstock/SGM

Die Highlights aus dem IoT-Universum. Diese Woche: Die Dirty-COW-Schwachstelle im Raspberry Pi, Amazon Alexa bekommt neue Skills und es gibt neue Services für Windows 10 IoT und Azure IoT. Außerdem stellt Bosch eine neue Maschinensprache für die Industrie 4.0 vor, Volvo plädiert für die Gleichberechtigung von selbstfahrenden Autos und es gibt ein Tutorial zum Einsatz von Docker Swarm Mode auf Raspberry Pi Cluster.

Auch in dieser Woche gibt es wieder spannende Entwicklungen im Internet of Things zu beobachten. Die wichtigsten News und Stories sind hier zusammengefasst.

Raspberry Pi: Dirty-COW-Schwachstelle beheben

Vermutlich habt ihr die Meldungen rund um den Bug im Linux-Kernel namens Dirty COW bereits mitbekommen: Diese Schwachstelle betrifft den sogenannten „Copy-On-Write“-Mechanismus in Linux, der auch unter dem Namen COW bekannt ist. Über den Bug in COW können Angreifer Kontrolle über ein mit Linux betriebenes Gerät erhalten, inklusive Android-Phones, Webserver und eben auch Raspberry Pi.

Glücklicherweise steht aber schon ein Patch für Raspbian Jessie zur Verfügung, das die Schwachstelle wieder schließt. Dafür muss lediglich ein Terminal-Fenster geöffnet und folgender Code eingegeben werden:

sudo apt-get update

sudo apt-get install raspberrypi-kernel

Et voilà: Dirty-COW-frei.

Alexa bekommt neue Halloween-Skills

Amazons smarter Sprachassistent Alexa erfreut sich sowohl bei Endabnehmern als auch bei Entwicklern stetig steigender Beliebtheit. Seit der Markteinführung von Amazon Echo im letzten Jahr wurden über 1.000 sogenannter Skills von Drittanbietern entwickelt. Unter diesen Skills versteht man Einsatzmöglichkeiten für den Sprachassistenten Alexa, der im Echo steckt. Das reicht vom Bestellen einer Pizza über die Sprachsteuerung des smarten Heims bis zum Abfragen von Kontoinformationen.

Pünktlich zum gestrigen Halloween hat das Amazon-Developer-Team die schaurig-schönsten Alexa-Skills vorgestellt, mit denen sich die Nachbarskinder bestimmt vertreiben lassen – mehr Schokolade für uns! Mit dabei sind zum Beispiel Skills, die das eigene Heim in ein Spukhaus verwandeln – sei es über gruselige Geräusche, eine verwunschene Eingangstür oder einen Geister-Detektor. Stellt Alexa doch einfach mal die Frage „Alexa, trick or treat?“ und schaut, was passiert.

Neue Services für Windows 10 IoT und Azure IoT

Nachdem man in letzter Zeit vor allem schlechte Nachrichten in puncto IoT-Sicherheit zu lesen bekam, packt Microsoft das Problem tatkräftig an: Auf dem IoT Solutions World Congress 2016 haben die Redmonder neue Dienste für Windows 10 IoT und Azure IoT angekündigt, die das Überwachen und Verwalten von IoT-Lösungen vereinfachen sollen.

Dazu gehört das neue Security-Programm für Azure IoT, das Sicherheitsexperten erarbeitet haben und das bei der Installation sicherer IoT-Lösungen helfen soll. Diese testen im Kundenauftrag die Sicherheit von IoT-Szenarien und -Lösungen. Die Audits decken von den Geräten über Assets und Gateways bis hin zu allen Kommunikationsschnittstellen in die Cloud sämtliche Bereiche ab.

Auch neu ist der Azure IoT Certified Device Catalog, in dem derzeit mehr als 175 Geräte von 100 Partnern aufgeführt sind. Alle diese Devices sind für den Einsatz mit Azure IoT Suite getestet und zertifiziert. Des Weiteren werden neue Verwaltungsmöglichkeiten für Geräte im Azure IoT Hub eingeführt, wodurch sich weltweit verstreute Geräte besser verwalten lassen. Darüber hinaus gibt es ein neues SDK für das Azure IoT Gateway, das den Einbau von Gateway-Intelligenz ermöglicht. Microsoft stellt auch das Grove IoT Commercial Gateway Kit vor, das als IoT-Starter-Kit vertrieben wird.

Auch für Windows 10 IoT Core wurden neue Features angekündigt: Die neue Version des Betriebssystems unterstützt jetzt Windows Update, wodurch der jeweils aktuelle Stand des OS gewährleistet ist. Zudem können Anwendungen nun über den Windows Store aktualisiert werden und auch der Support für Management-Lösungen wird erweitert. Ebenfalls ist das Trusted Platform Module (TPM) 2.0 verfügbar, über das die Kommunikation zwischen Windows 10 IoT Core und Azure IoT Suite abgesichert wird. Besonders interessant: Windows 10 IoT Core ist ab sofort kostenlos; Partner, die Geräte mit Windows 10 IoT verkaufen wollen, benötigen aber noch immer eine Lizenz.

Lesetipp:

Grundkurs Docker: Eine praktische Einführung in die Welt der Container

Keine andere Technologie hat die IT in den letzten Jahren so geprägt wie Docker. Doch warum ist das so? Was macht Docker so besonders, wie funktioniert die Technologie unter der Haube und wie können Sie vom Trend profitieren? In unserem Grundkurs Docker lernen Sie anhand praktischer Beispiele, Docker und die Container-Technologie richtig einzusetzen.

Jetzt gratis auf JAXenter lesen!

Neue Maschinensprache für Industrie 4.0

Bosch will eine der größten Einstiegshürden für kleinere Unternehmen in die Industrie 4.0 abbauen: Das Unternehmen stellt einen neuen und offenen Industriestandard zum Austausch von Daten in der vernetzten Industrie vor. Damit ist das Zusammenspiel unterschiedlichster Partner im IoT und der Industrie 4.0 möglich. Der Standard unterstützt das Production Performance Management (PPM), das in der Industrie 4.0 eine zentrale Rolle spielt. In der Produktion werden mithilfe von Sensoren riesige Datenmengen erhoben und analysiert.

Um Produktionsabläufe bestmöglich steuern und optimieren zu können, müssen die Sensoren und Maschinen an einem Standort der zentralen PPM-Software ihre Daten zuliefern. Das war bisher sehr aufwendig, alle Maschinen und Sensoren viele unterschiedliche Sprachen „sprechen“. Damit sich Maschinen und Sensoren besser verständigen können, hat Bosch das PPM-Protokoll entwickelt. Dank diesem sollen zum Beispiel kleine und mittelständische Unternehmen Daten ihrer an Hersteller gelieferten Sensoren schnell, einfach und sicher an die Produktionssysteme großer Firmen übertragen können. Das Protokoll steht Open Source zur Verfügung.

Volvo: Gegen Mobbing von selbstfahrenden Autos

Wie Volvo bekanntgibt, sollen ab 2018 die ersten autonomen Fahrzeuge auf Londons Straßen unterwegs sein – allerdings quasi inkognito. Denn eine der größten Ängste und Gefahren ist es, dass andere Autofahrer die selbstfahrenden Autos absichtlich vor Probleme stellen. So könnten Fahrer beispielsweise extreme Bremsmanöver durchführen oder sich absichtlich in den Weg stellen, so Entwicklungsleiter Erik Coelingh. Dieses Verhalten legen auch Ergebnisse einer Studie unter 12.000 europäischen Bürgern nahe: Demnach würden vor allem eher aggressive Fahrer dazu neigen, autonome Fahrzeuge zu „schikanieren“. Denn diese werden als leichte Beute angesehen, da sie stets den Straßenverkehrsregeln folgen. Einer der Befragten sagte dazu:

They are going to stop. So you’re going to mug them right off. They’re going to stop and you’re just going to nip around.

Um diesem „Mobbing“ zuvorzukommen, wird Volvo seine ersten 100 autonomen Testfahrzeuge nicht extra kennzeichnen – äußerlich gleichen sie den normalen Modellen. Coelingh würde zwar gerne einige autonome Autos als solche kennzeichnen, um herauszufinden, ob die anderen Autofahrer unterschiedlich reagieren. Er gehe davon aus, bleibe aber lieber auf der sicheren Seite.

Docker Swarm Mode auf Raspberry Pi Cluster

Dass Docker und Raspberry Pi gut miteinander harmonieren, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Vor allem der Swarm Mode eignet sich, um eine Sammlung von IoT-Devices sicher miteinander arbeiten zu lassen. Dieter Reuter von Hypriot hat dazu ein 29-minütiges Video-Tutorial geschaffen, indem er genau erklärt, wie man einen Raspberry Pi Cluster aufsetzt und Docker 1.12 im Swarm Mode laufen lässt. Viel Spaß beim Nachmachen!

Geschrieben von
Mascha Schnellbacher
Mascha Schnellbacher
Mascha Schnellbacher studierte Buchwissenschaft und Deutsche Philologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit Juni 2015 arbeitet sie als Redakteurin in der Redaktion des Entwickler Magazins bei Software & Support Media. Zuvor war sie als Lektorin in einem Verlag sowie als freie Editorin tätig.
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
400
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: